Der FSV 08 Bissingen und der SGV Freiberg stehen in der Tabelle der Fußball-Oberliga im Niemandsland und auf der Schwelle zwischen den Auf- und den Abstiegsplätzen. Bei der engen Leistungsdichte der Liga, in der jetzt auch der zuvor zwölfmal ungeschlagene FC 08 Villingen wieder verliert, sind es kurze Wege sowohl nach oben als auch nach unten. Beide Mannschaften sind an diesem Samstag unterwegs. Der FSV 08 Bissingen spielt beim Freiburger FC (14.30 Uhr) und der SGV Freiberg nach dem überraschenden Trainerwechsel beim SSV Reutlingen (14 Uhr).

Beim FSV 08 Bissingen haben das Trainerteam und die Mannschaft die happige 0:4-Niederlage gegen den FV Ravensburg Anfang der Woche aufgearbeitet. Es war bereits die dritte Pleite im achten Heimspiel. „Das war nicht einfach, aber die Jungs haben das jetzt verarbeitet“, berichtet 08- Coach Alfonso Garcia. „Bei den Heimspielen will es jeder besonders gut machen, weil wir da zu wenig Punkte geholt und zu viele Gegentore kassiert haben“, nennt Garcia einen Grund für die Schwächen auf den Plätzen am Bruchwald. „Wir sind froh, dass wir jetzt auswärts spielen, aber wir müssen auch zu Hause die Probleme lösen.“

Platz vier in der Auswärtstabelle

In der Auswärtstabelle belegen die Bissinger mit drei Siegen und drei Unentschieden sowie nur einer Niederlage Platz vier. Daheim können sie ihre Bilanz mit zwei Siegen und je drei Unentschieden und Niederlagen in einer Woche gegen den 1. Göppinger SV aufbessern. Jetzt steht aber erst die Partie beim Aufsteiger Freiburger FC auf dem Programm. Die müssen die Nullachter mit einem kleinen Kader bestreiten, denn nach wie vor fallen Marius Kunde, Patrick Milchraum, Duc Thanh Ngo und neuerdings auch Mert Okar aus, wobei Kapitän Kunde hart an seinem Comeback arbeitet und in der kommenden Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen möchte. Angeschlagen ist Kreativspieler Alexander Götz, er steht aber im Aufgebot für das Freiburg-Spiel.

Beim Aufsteiger Freiburg gab es den zweiten Trainerwechsel in der laufenden Saison. Der langjährige Coach Ralf Eckert, der den Traditionsverein aus der Breisgau-Metropole zweimal in die Oberliga geführt hat, hörte Anfang Oktober nach nur sechs Punkten aus neun Partien auf. Unter seinem Nachfolger Joschua Moser-Fendel holte die Mannschaft aus sechs Spielen 14 Punkte und schaffte den Einzug ins Pokal-Achtelfinale. Gerade noch ein Punkt trennt in der Tabelle den FFC und den FSV 08 Bissingen. Für den 24-jährigen Moser-Fendel „bewegt sich ein Großteil der Spieler nahe am Maximum“. Vor einer Woche sorgten die Freiburger mit dem 2:0-Sieg in Göppingen für eine Überraschung. Dabei fehlten schon da Torjäger Marco Senftleber und Kapitän Fabian Suttner, die in der kommenden Woche operiert werden.

Ein junger Trainer betreut jetzt auch den SGV Freiberg. Zumindest in den kommenden vier Spielen hat Marcel Ivanusa zusammen mit Ferdinand Groß das Sagen. Die beiden bisherigen Assistenten haben den Job ihres bisherigen Chefs Mario Estasi übernommen, von dem sich der SGV am Sonntag überraschend getrennt hat. Umsetzbar wäre damit die Forderung von Präsident Emir Cerkez, der sich auch vormittags Trainingseinheiten vorstellt. Die wären mit dem im Hauptberuf stark eingebundenen Estasi nicht möglich gewesen. Ivanusa dagegen absolviert ein Fernstudium.

Bei der 0:5-Heimpleite gegen den 1. FC Rielasingen-Arlen, die letztlich der Auslöser für die Trennung vom bisherigen Trainer war, fehlten acht Spieler aus dem Aufgebot, die durchaus in der Startelf hätten auftauchen können. Vor dem Spiel beim SSV Reutlingen hat sich die Situation wesentlich entspannt. Das Sturmduo Simon Klostermann und Spetim Muzliukaj steht ebenso wieder zur Verfügung wie der zuletzt gesperrte Volkan Celiktas sowie die genesenen David Müller und Niklas Pollex. Auf der Ausfallliste tauchen damit nur noch Patrick Fossi, Denis Zagaria und Nico Seegert auf. Seegert wurde für sein rüdes Foul beim Spiel in Villingen für sechs Partien gesperrt. Es war bereits die dritte Rote Karte gegen SGV-Spieler in der laufenden Runde.

Zweimal kein eigenes Tor

„Es ist schwierig, weil wir nur eine Woche Zeit haben. Es gibt keine Wunderdinge. Wir wollen ein paar grundlegende Sachen ändern, der Mannschaft Selbstvertrauen geben und das Vertrauen untereinander. Unser Blick richtet sich nach vorne. Keiner von uns will die beiden letzten Spiele stehen lassen und eine Reaktion zeigen“, gibt Interimscoach Ivanusa Einblicke in seine Arbeit. Die letzten beiden Partien gingen ohne einen eigenen Treffer zu Ende: 0:3 in Villingen und 0:5 gegen Rielasingen-Arlen. Ivanusa will sich nicht allzu sehr nach dem Gegner richten. „Von der Herangehensweise konzentrieren wir uns auf unsere Aufgaben, die müssen wir erfüllen. Der Fokus liegt auf unserem Spiel. Reutlingen hat sich mit Teamgeist aus einer schwierigen Situation rausgekämpft“, so der SGV-Coach.

Der SSV Reutlingen hat mit zehn Punkten aus vier Spielen die Trendwende nach einem miserablen Saisonstart unter dem neuen Trainer Maik Schütt geschafft. Vor einer Woche allerdings verlor der SSV bei den Sportfreunden Dorfmerkingen mit 1:3.