Mit acht Siegen aus acht Spielen und 27:4 Toren ist der VfR Heilbronn in der Unterländer Kreisliga A 2 als Aufsteiger glänzend gestartet und führt die Tabelle  an. Am Sonntag (15 Uhr) wartet beim Tabellenzweiten VfL Obereisesheim, der siebenmal gewonnen und einmal unentschieden gespielt hat, eine hohe Hürde auf die Mannschaft von Trainer Andreas Lechner. Der 41-jährige Löchgauer ist nach Trainerstationen zuvor bei den Oberligisten TSG Backnang und  FSV 08 Bissingen im Sommer 2019 in das spannende Projekt VfR Heilbronn eingestiegen, das ehemalige Spieler des einstigen Unterländer Fußball-Stolzes 2018 unter der Führung von Onur Celik gegründet haben.  Zur Saison 2018/19 nahm der neue VfR Heilbronn erstmals am Spielbetrieb der Kreisliga B teil und wurde auf Anhieb Meister. Platz zwei belegte der VfL Obereisesheim, der über die Relegation aufgestiegen ist. Damit führen nun zwei Neulinge die Tabelle der A 2 an.

Der ehemalige Zweitligist VfR Heilbronn ging 2002 in die Insolvenz und 2003  eine Fusion mit der Spvgg Heilbronn zum FC Heilbronn ein, und der Verein und der traditionsreiche Name verschwand. 2012 kam es zum Zusammenschluss mit  Union Böckingen und es entstand der FC Union Heilbronn, der bis in die Kreisliga A abstürzte, mittlerweile aber wieder in der Bezirksliga spielt. „Früher war der  VfR Heilbronn eine große Familie, und so soll es wieder werden. Wir wollen Schritt für Schritt nach oben“, sagte Celik bei einer  gut besuchten Podiumsdiskussion bei der Bundesgartenschau in Heilbronn.

Celik und seine Mitstreiter wollen mit dem neuen „VfR 96-18“ die Tradition und einst gelebten Werte wie Freundschaft, Herzblut und Leidenschaft fortführen und setzen auch auf eine größtmögliche Transparenz. Der Etat für die laufende Saison soll bei 30 000 Euro liegen. Die Unterstützung durch Sponsoren und Fußball-Traditionalisten ist ebenso vorhanden wie die zunehmende Begeisterung, aber auch die Neugier für und über das Projekt. Bis auf eine Ausnahme trug der VfR seine Heimspiele im riesigen Frankenstadion aus.

„Es läuft gut. Der Verein ist sehr gut organisiert. Die Spieler, die im Training da sind, ziehen voll mit“, berichtet Trainer Lechner, der ebenso wie viele seiner Kollegen in unteren Spielklassen in den Übungseinheiten auf den einen oder anderen Spieler aufgrund beruflicher Verpflichtungen und Schichtarbeit verzichten muss. Aufgrund der Geschichte des neuen VfR, des gut besetzten Spielerkaders und der Favoritenrolle der Heilbronner sind die Gegner besonders motiviert. „Die lassen sich auch bei Rückständen nicht hängen und lassen sich viel einfallen“, erzählt Lechner.

Erfahrene und junge Kräfte

Der Coach ist froh, einige erfahrene und spielstarke Leute in seinem Team zu haben, so wie Martin Hess („Ein Topmann.“) zum Beispiel. Hess, der aus dem Unterland stammt, kehrte nach Stationen beim VfB Stuttgart II, Waldhof Mannheim, Eintracht Frankfurt II und den Sportfreunden Lotte in seine Heimat zurück und spielte für die Neckarsulmer Sport-Union und den TSV Ilshofen. Eine Stütze im Team ist auch der 39-jährige Soner Celen, einst Profi in der Türkei und bei etlichen Vereinen in der Region wie der TSG Backnang und der SG Sonnenhof Großaspach am Ball. Auch der mittlerweile 45-jährige Zdenko Juric hat viel erlebt im Fußball und hält sich für Einsätze bereit. Eine wichtige Rolle spielt der 22-jährige Clemens Schlimgen. Der Cousin von Ex-Weltmeister Per Mertesacker war bei den A-Junioren des VfB Stuttgart, beim VfB II und zuletzt beim Oberligisten SGV Freiberg. Und dann gibt es noch den seit Jahren als Torjäger im Unterland und Vereinen im Raum Sinsheim bekannten Joe Dan Brown. Er ist mit neun Treffern bester Schütze des VfR.