Forchtenberg / cp  Uhr

Erst eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit entschied Patrick Milchraum mit seinem Treffer zum 1:0 für den FSV 08 Bissingen die Partie der zweiten Runde im württembergischen Pokalwettbewerb beim Landesliga-Neuling SG Sindringen/Ernsbach. Damit verhinderte er vor den rund 350 Zuschauern eine Zusatzschicht und ein mögliches Elfmeterschießen und sorgte für ein Bietigheim-Bissinger Stadtderby.

In der dritten Pokalrunde spielen die Nullachter am 28. August im Sportpark Ellental beim SV Germania Bietigheim. Ein Pflichtspiel zwischen den beiden Nachbarn gab es letztmals in der Saison 2003/04 in der Bezirksliga. Beiden Mannschaften stehen kurz vor und am Pferdemarkt Fußballfeste bevor. Drei Tage nach dem Pokalderby empfängt der FSV 08 in der Oberliga den SGV Freiberg, die Germanen treffen in der Landesliga auf den FV Löchgau.

„Die Verunsicherung war zu spüren. Nach den Einwechslungen lief es besser. Jetzt müssen die Jungs die Köpfe frei kriegen“, meinte der Bissinger Trainer Alfonso Garcia nach dem mühevollen Pokalerfolg und hatte das Oberligaduell am Samstag (14 Uhr) gegen den Topfavoriten Stuttgarter Kickers im Blick. Gracia hatte die Taktik geändert und ließ seine Mannschaft mit hinten einer Viererkette und dne beiden Spitzen Pascal Hemmerich und Michael Deutsche antreten. Nach einer Stunde Spielzeit und einem Dreifachwechsel kehrten die Bissinger zu einer Dreierkette zurück.

Die schnellen Riccardo Gorgoglione und Simon Lindner sollten über die Außenbahnen die stabile Abwehr der Gastgeber aushebeln. Das gelang in der 89. Minute, als Gorgoglione über rechts durchkam und den am langen Pfosten lauernden Milchraum bediente. Der ebenfalls in der 60. Minute eingewechselte Milchraum schob den Ball aus kurzer Distanz über die Torlinie.

Der Aufsteiger aus Hohenlohe, der seine Heimspiele abwechselnd in Sindringen und Ernsbach austrägt, hatte sich für den kleineren Platz im 1000 Einwohner zählenden Örtchen Ernsbach entschieden. Das kam dem Team von Trainer Marius Müller entgegen. Mit einer Fünferkette, viel Lauf- und Einsatzfreude sowie Zweikampfstärke machte die SG dem Favoriten das Leben schwer.

Gastgeber im Vorwärtsgang

Der künftige Landesligist verlegte sich aber keineswegs nur auf die Defensive, sondern machte sich auch immer mal wieder auf den Weg nach vorne. Das vorzugsweise über das flinke Brüderpaar Robin und Julian Winkler, das die rechte Seite besetzte. Nach 45 Minuten hatten die Gastgeber sogar ein Chancenplus. Und in der 87. Minute tauchte Robin Winkler ziemlich frei vor dem von Bleron Berisha gehüteten Bissinger Tor auf, schoss aber  überhastet am oberen Torwinkel vorbei.

Die Nullachter taten sich schwer gegen die ausgezeichnet verteidigenden Hohenloher,  sie hatten zwar viel Ballbesitz, allerdings brachten sie zu selten Tempo in ihre Aktionen. Daniel Schmelzle mit einem Weitschuss (20.) und einem Kopfball (44.) hatte  vor der Halbzeit zwei gute Chancen, verfehlte aber das Tor der SG. Yannick Toth mit einem Flachschuss (62.) und Gorgoglione, der mit einem Schuss aufs kurze Eck an Schlussmann Lay scheiterte (87.) hätten Bissingen beinahe früher in Führung geschossen. So blieb es spannend bis zum Abpfiff.

So spielten sie

Sindringen/Ernsbach – Bissingen
0:1 (0:0)
SG Sindringen/Ernsbach:
Lay – Julian Winkler (90. Marmein), Marx, Zeller, Thilo Baier, Sütterlin (66. Kollmal) – Christian Baier, Pscheidl – Robin Winkler, Chris-Michael Nöthe – Jonas Nöthe (60. Fluhrer).
FSV 08 Bissingen: Berisha – Haile (60. Gorgoglione), Reich, Ngo, Schmelzle – Okar (60. Milchraum), Gleißner, Toth, Götz – Deutsche (60. Milchraum), Hemmerich (90.+1) Rienhardt.
Tore: 0:1 Milchraum (89.).
Schiedsrichter: Christian Schipper (Stuttgart); Zuschauer: 350.