Es läuft rund beim FV Löchgau in diesen Herbstwochen. Am Sonntag gewannen die Schützlinge von Trainer Thomas Herbst mit 3:2 gegen den TSV Schwaikheim. Drei Tage nachdem der FVL nach Verlängerung gegen den VfL Sindelfingen ins WFV-Pokal-Viertelfinale eingezogen war, holten die Löchgauer also auch in der Landesliga einen weiteren Sieg – den vierten nacheinander. Die dabei insgesamt erzielten 16 Tore bestätigen eindrucksvoll die neue Offensivstärke der Roten, die durch den verdienten Erfolg über den bisherigen Vierten aus Schwaikheim auf Rang neun klettern.

„Es war wichtig, den Anschluss ans Mittelfeld herzustellen. Und das gegen einen Gegner, der zuletzt drei Partien hintereinander für sich entschieden hat. Das war nicht selbstverständlich nach dem Pokalspiel am Donnerstag“, lobte Herbst seine – wieder einmal – junge Elf. Mit Marco Stephani, Yannic Wieland und Cedric Cramer spielen drei 19-Jährige auf zentralen Defensivpositionen. „Außergewöhnlich“, meinte Herbst dazu und ergänzte nach der spannenden Schlussphase: „Wenn wir hier am Ende 3:3 spielen, dann beißen wir uns in den Hintern. Tim Schwara wäre fast vom Helden zum Unglücksraben geworden.“

Damit spielte der Coach auf zwei Situationen nach dem Seitenwechsel an, als der Stürmer beste Gelegenheiten ausließ (63./74.). Zweimal bewegte sich der 22-Jährige aber auch genau im richtigen Moment in die Gefahrenzone und schraubte sein Trefferkonto auf sieben Saisontore hoch – Platz zwei in der ligaweiten Rangliste.

Vor 110 Zuschauern erwischten die ganz in Grau aufgelaufenen Löchgauer einen Traumstart: Fünf Minuten waren vorbei, als Schwara einen Bilderbuch-Angriff über die rechte Seite zum 1:0 abschloss. Peter Wiens bediente Mario Andric, und bei dessen Hereingabe hielt der Torjäger den Fuß rein. Der Ball schlug unhaltbar für Lars Lafferton unter der Latte ein. „Da waren wir nicht präsent“, ärgerte sich Schwaikheims Trainer Aleksandar Kalic. „Die ersten 20 Minuten haben wir verschlafen.“

Gleich zweimal hätte es Elfmeter für die Platzherren geben können (11./20.). Tatsächlich zeigte Referee Felix Strukelj dann erst kurz vor der Pause auf den Punkt. Auron Selimi hatte Andric von den Beinen geholt – „ein unnötiges Foul“, befand Kalic. FVL-Kapitän Wiens übernahm die Verantwortung und verwandelte den Strafstoß ins linke Eck. „Pete spielt es vorne stark, er spielt es auf der Sechs stark. Er setzt sich gut durch und ist jetzt der Spieler, der jederzeit den Unterschied machen kann“, kommentierte Herbst die reife Leistung seines Regisseurs.

Anders als in Hälfte eins waren es nach dem Seitenwechsel die Gäste, die zuerst gefährlich wurden – mit einer Standardsituation: Abwehrchef Jochen Bartholomä versuchte es artistisch nach einer Ecke, Löchgaus Schlussmann Sven Altmann parierte reaktionsschnell (54.). Als Schwara das 3:0 verpasst hatte, schlug Schwaikheim zu. Nach einem Diagonalball setzte sich Christian Seitz gegen Alexander Jordan durch und traf per Flachschuss – nur noch 2:1 (66.).

Glückliches Händchen

Herbst antwortete mit einem Doppelwechsel und bewies damit ein glückliches Händchen: Terry Asare war keine 15 Sekunden auf dem Feld, schon legte er Schwaras zweiten Treffer mustergültig vor (70.). Statt mit dem nächsten Konter alles klar zu machen, fingen sich die Gastgeber in der 74. Minute den erneuten Anschlusstreffer: Falco Frank traf mit links ins rechte Eck. Schwaikheim versuchte danach alles, doch vergab allein in der Nachspielzeit drei Hochkaräter. Es blieb beim 3:2, und zwei perfekte Wochen gingen für den FVL zu Ende. „Was wir in den letzten 14 Tagen gerissen haben, wie viele Chancen wir uns erspielen – das ist wirklich bemerkenswert“, bilanzierte Coach Herbst glücklich.