Blickt man nur auf das nackte Ergebnis, könnte man ein Landesliga-Spiel auf Augenhöhe vermuten. Das wäre aber weit gefehlt. Denn der FV Löchgau war beim 1:0-Sieg gegen die SG Sindringen/Ernsbach in jeglicher Hinsicht überlegen an diesem Samstagnachmittag. „Wenn wir die Chancen besser nutzen, dann ist das heute die beste Leistung der Saison“, resümierte FVL-Coach Thomas Herbst.

Die Löchgauer präsentierten sich von Beginn an ballsicher, variabel im Spiel nach vorne und griffig in den Zweikämpfen. Nach der Pause kamen die Gäste aus dem Hohenlohekreis zwar etwas besser ins Spiel – die Kontrolle behielt jedoch stets der FVL, der die Führung am Ende souverän über die Zeit brachte. Schon früh gingen die Hausherren in Führung: Als Marco Knittel den gegnerischen Spielaufbau energisch störte und den eroberten Ball postwendend auf Tim Schwara spielte, zog der Stürmer an seinem Gegenspieler vorbei in den Strafraum, wo er aus elf Metern abschloss – Gästetorhüter Stefan Grötsch konnte nicht mehr entscheidend eingreifen, sodass der Ball rechts unten ins Netz trudelte (12.). In der 17. Minute hätte es um ein Haar schon wieder im Gästetor geklingelt: Nach einem hohen Anspiel von Terry Asare ans rechte Eck des Fünfmeterraums nahm Schwara den Ball gekonnt mit der Brust an und schloss aus der Drehung aufs lange Eck ab – nur der Pfosten bewahrte Sindringen/Ernsbach vor dem nächsten Gegentreffer. Der Aufsteiger hatte über weite Strecken der ersten Halbzeit Probleme, aus der eigenen Hälfte zu kommen, so dominant ging die Herbst-Elf zu Werke. Bei Kontergelegenheiten zeigten die Hohenloher zwar gute Ansätze. Die Löchgauer agierten defensiv aber hellwach und unterbanden so die meisten Gegenstöße schon früh.

Einmal gelang es den Gästen aber doch, die FVL-Defensive auszuhebeln – und wären fast mit dem Ausgleich belohnt worden: Friedmar Sütterlin drang nach einem weiten Ball von Christian Baier links in den Strafraum ein und schoss flach aufs lange Eck – FVL-Keeper Simon Kretschmer musste sich strecken, um den Ball noch an den Pfosten zu lenken, von wo er ins Aus rollte (41.).

Nach der Pause passierte erst einmal nicht viel. Die Löchgauer dominierten nach wie vor die Partie, wenn auch nicht mehr so stark wie in der ersten Hälfte. In der 62. Minute kombinierte sich Kubilay Baki mit Peter Wiens bis vor den Strafraum der Gäste, wo Baki einen tollen Schnittstellenpass spielte. Knittel vollstreckte rechts unten – doch der Linienrichter erkannte eine Abseitsstellung und hob die Fahne. In der 74. Minute hatten die Löchgauer Glück, als Robin Winkler nach einem Stockfehler aus elf Metern frei vor Kretschmer zum Abschluss kam, der Keeper den Winkel aber gut verkürzte und die Führung festhielt. Die Zweikämpfe intensivierten sich nun, Löchgau drohte den Faden zu verlieren.

Motivation durch den Kapitän

„Männer, das ist jetzt die entscheidende Phase! Wir müssen da sein“, motivierte Kapitän Wiens lautstark die Mitspieler. Die Ansprache schien Wirkung zu zeigen und Löchgau besann sich wieder auf seine spielerische Stärke. So gelang es der Herbst-Elf, die Schlussoffensive der Gäste auf ein Minimum zu reduzieren und den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Am Samstag (14 Uhr) empfängt der FVL im letzten Spiel des Jahres den SV Kaisersbach.