Die Kicker des FV Kirchheim haben am ersten Spieltag der Kreisliga B 9 ihre Aufstiegsambitionen unterstrichen: Mit einem 7:1-Heimsieg gegen die SGM Sachsenheim II übernahmen sie gleich die Tabellenführung. Nach dem Aufstieg der beiden Nachbarvereine TSV Bönnigheim und SV Kaman 91 Bönnigheim ist der FVK in der Spielzeit 2019/20 ein heißer Titelanwärter. „Unser Ziel kann nur der Aufstieg sein, nachdem wir zuletzt unglücklich nur Dritter geworden sind“, sagt Trainer Volker Wiehl, der gemeinsam mit dem gleichberechtigten Kollegen Bernd Frey in die dritte Saison als Übungsleiter geht.

Das Duell gegen Sachsenheim II hatte die Kirchheimer in der Vorsaison noch die Teilnahme an der Relegation gekostet. Am vorletzten Spieltag brach der Schiedsrichter die Partie nach einem Feldverweis und einem Rempler an ihm beim Stand von 5:0 zur Pause ab, worauf das Sportgericht die Partie den Regularien entsprechend mit 5:0 wertete – mit der Folge, dass der FVK letztlich gegenüber Kaman in puncto Torverhältnis das Nachsehen hatte (die BZ berichtete). Der Klub aus Bönnigheim rettete seinen minimalen Vorsprung ins Ziel und stieg über die Relegation in die Kreisliga A 3 auf. „Wir hätten uns in der A-Klasse mit unserer jungen Mannschaft schwer getan. Die fehlende Erfahrung ist vielleicht unser größtes Problem“, sagt Wiehl.

Der FVK tritt mit einer nahezu unveränderten und eingespielten Truppe an. Wiedereinsteiger Michael Feindert, der bisherige Hessigheimer Julian Schmidt und Nico Becker vom SV Walheim sind die einzigen Neuzugänge. In der Innenverteidigung wird sich das Duo Wiehl/Frey etwas Neues überlegen müssen, weil Sven Block bei der U 19 des FV Löchgau als Trainer eingestiegen ist und darum nur noch sporadisch zur Verfügung steht.

Abgesehen von Kirchheim sind mit Hellas Bietigheim, dem TSV Ottmarsheim, dem SKV Erligheim und dem FC Mezopotamya noch vier andere erste Mannschaften in der B 9 vertreten. Alle vier Vereine krebsten 2018/19 maximal im Mittelfeld herum.

Besonders aufgerüstet hat der FC Mezopotamya Bietigheim, der selbstbewusst die ersten zwei Tabellenplätze als Ziel ausgibt. „Der Aufstieg ist die Ansage an die Mannschaft. Wir haben uns gut verstärkt und wollen unter die ersten Zwei kommen“, stellt Klubchef Tekin Genckaplan fest. Innenverteidiger-Talent Umut Kaya (bisher SGV Freiberg II), die Mittelfeldspieler Cihan Bayram (Sönmez Spor Bietigheim) und Ousman Lowe (TV Neckarweihingen), Offensivmann Charly Beye (FC Nöttingen II) sowie der 19-jährige Stürmer Flamur Nurshaba (AKV Ludwigsburg) gelten alle als Toptransfers. Der 41-jährige Kadir Cay steht „Mezo“ nach wie vor als Abwehrrecke zur Verfügung und unterstützt Coach Valon Morina als Co-Trainer.

Mit der Spvgg Bissingen II und dem SV Germania Bietigheim II kommen zwei weitere Mannschaften aus der Stadt Bietigheim-Bissingen. Gerade die Landesliga-Reserve aus dem Ellental hat neben Mezopotamya das Potenzial, dem Favoriten aus Kirchheim gefährlich zu werden. 2018/19 musste sich der SVG II mit Rang vier zufrieden geben. „Wir wollen vorne angreifen und ein gewichtiges Wort um den Aufstieg mitreden“, sagt der Sportliche Leiter Alexander Schmid.

Viele Spieler im Kader waren bereits höherklassig im Einsatz. Nicola Caizzi, Luke Stockburger, Denis Herman, David Inigo und Wagas Malik haben kürzlich noch in der ersten Mannschaft gekickt. Diese Akteure bilden gemeinsam mit den etablierten Führungsspielern Julian Schockenhoff, Robin Tänzer, Marvin Hörl und Alexander Baehr das Gerüst. Als Spielertrainer kam Ardruis Jose Torres Alcantara vom TASV Hessigheim neu dazu. Bei Bedarf erhält Germania II zudem Unterstützung von den Reservisten aus dem Landesliga-Kader, wie Schmid andeutet.

Beim Saisonauftakt am Pferdemarkt-Samstag haben die Germanen bereits ein erstes Ausrufezeichen gesetzt: Sie schlugen den Aufstiegsrivalen FC Mezopotamya im Stadtduell knapp mit 3:2. Das Siegtor erzielte Koray Ödemis in der Nachspielzeit mit einem verwandelten Foulelfmeter.

Als Geheimfavorit gilt der SV Hellas 94 Bietigheim, der mit den beiden Spielertrainern Polykarpos Sachinidis und Michael Sbonias ebenfalls in die Spitzengruppe strebt. Die Top drei sind das erklärte Ziel.