Freiberg / Andreas Eberle  Uhr

Der SGV Freiberg hat auch sein zweites Vorbereitungsspiel gegen einen höherklassigen Gegner verloren. Dem achtbaren 2:3 am vergangenen Mittwoch beim Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach ließen die Oberliga- Fußballer vom Wasen am Samstagnachmittag ein 2:5 gegen die TSG Balingen aus der Regionalliga Südwest folgen. Der kurzfristig vom SSV Reutlingen verpflichtete Abwehrspieler Filip Milisic feierte gleich sein Comeback im Freiberger Trikot und bildete gemeinsam mit Kapitän Steven Kröner die Innenverteidigung. Der 25-jährige Kroate hatte bereits 2015/16 für den SGV gespielt.

Müller und Tasdelen treffen

Alle sieben Tore fielen in der ersten Hälfte. Die Balinger, die vor einer Woche mit der Vorbereitung begonnen hatten und im Wasenstadion ihren ersten Test absolvierten, zeigten die bessere Spiel­anlage und setzten sich auch in der Höhe verdient durch. Für die TSG trafen die Neuzugänge Tobias Dierberger (5./39.), Marco Gaiser (10.), Probespieler Kevin Renner aus der U19 des 1. FC Heidenheim (18.) sowie Patrick Lauble (27.). Die Freiberger Tore zum 1:3 und 2:4 erzielten der gerade erst aus dem Mallorca-Urlaub zurückgekehrte David Müller (23.) und Mert Tasdelen. Letzterer traf per Foulelfmeter, nachdem Spetim Muzliukaj im Strafraum umgerissen worden war (36.). „Wir haben in den ersten 20 Minuten drei Kontertore kassiert – da hat uns der Regionalligist bestraft. Vielleicht ist so eine Erfahrung zu dem Zeitpunkt sogar ganz gut. So wurden dem einen oder anderen Spieler noch einmal die Augen geöffnet, dass man anders agieren muss“, sagte Mario Estasi.

Gleichwohl wollte der neue SGV-Chefcoach das Ergebnis nicht überbewerten und verwies auf die Umstände der Partie. Zum einen hatte er sein Team schon am Vormittag zu einer Einheit gebeten, sodass es einigen Freibergern dann im folgenden Testspiel bei den hochsommerlichen Temperaturen an der nötigen Frische mangelte. Zum anderen fehlten mehrere potenzielle Stammkräfte: Denis Zagaria saß mit einer Oberschenkelverhärtung auf der Tribüne, Savino Marotta wird diese Woche am Meniskus operiert, und Niklas Pollex ist nach seinem auskurierten Kreuzbandriss erst wieder ins Training eingestiegen. Auch die Neuzugänge Volkan Celiktas (noch nicht spielberechtigt), Ouadie Barini (Syndesmoseband-Verletzung) und Daniel Kaiser (Sehnenriss in der Schulter) waren nicht dabei. So standen mit Torhüter Alexander Michalik, Linksverteidiger Luka Milenkovic und Stürmer Simon Klostermann drei Talente in der Startelf, die in der vergangenen Saison noch für Freibergs U19 aufgelaufen waren.

„Jedes Spiel und jedes Training ist für jeden im Kader die Chance, sich zu zeigen und für die erste Elf zu empfehlen. Zum Punktspielstart wollen wir dann eine stabile Mannschaft auf dem Platz haben“, sagte Estasi. Der Nachfolger und bisherige Assistent von Ramon Gehrmann (jetzt Trainer bei den Stuttgarter Kickers) scharte seine Schützlinge kurz nach dem Abpfiff um sich, um seine Erkenntnisse weiterzugeben – und wiederholte später auch öffentlich die Kritik am gegen Balingen noch allzu sorglosem Defensivverhalten. „Gerade in der ersten Hälfte hätten wir besser und aggressiver gegen den Ball arbeiten müssen und die gegnerischen Stürmer besser stellen müssen. Wir sind da oft nur Spalier gestanden“, analysierte Estasi, der während seiner aktiven Karriere selbst in der Abwehr seinen Mann gestanden hatte und darum hinten ganz genau hinschaut: „Mir ist ein 1:0 lieber als ein 5:3.“