Mit gnadenloser Effektivität, viel Kampfgeist und Einsatz hat der SGV Freiberg  mal wieder ein Oberliga-Derby gegen den FSV 08 Bissingen gewonnen. Von den letzten sechs Vergleichen hatten fünf die Nullachter für sich entschieden, eins war unentschieden ausgegangen. Zum ausgezeichneten  Spiel passte auch die hervorragende Leistung von Schiedsrichter Tobias Bartschat. „Jeder hat es auf Biegen und Brechen gewollt“, beschrieb der Freiberger Offensivspieler Spetim Muzliukaj hinterher die Stimmungslage vor und während des Spiels im Lager des SGV. Eine durchaus zutreffende Beschreibung des  interessanten Derbys zwischen zwei hochkarätigen Oberligisten bei hochsommerlichen Temperaturen vor 925 Zuschauern lieferte auch Torhüter Sven Burkhardt vom FSV 08: „Nach dem Spielverlauf hätten wir klar gewinnen müssen. Wir hatten viele Chancen und haben uns nicht belohnt.“

Der langjährige Bissinger Stammkeeper stand erstmals in dieser Saison in einem Punktspiel zwischen den Pfosten. Bei allen drei Toren der Gäste durch einen platzierten Kopfball und zwei genau im Eck einschlagende und gut getimte  Schüsse war der 36-Jährige machtlos. Von fünf guten Torgelegenheiten nutzte Freiberg drei und war damit gnadenlos effektiv. Allerdings gewährte die Bissinger Defensive dazu auch Räume. Auf der anderen Seite präsentierte sich die Freiberger Abwehr als extrem stabil. Im Zentrum räumten Denis Zagaria und Steven Kröner mit klugem Stellungsspiel und Kopfballstärke ab. Sie und ihre Nebenleute bekamen immer noch einen Fuß oder ein Körperteil im Strafraum dazwischen, um den finalen Abschluss der Gastgeber zu verhindern. Trotz der in der zweiten Halbzeit zunehmenden Überlegenheit der Bissinger, die sich am und um den Strafraum des SGV festsetzten, kam nicht allzuviel Gefährliches auf den Gäste-Torhüter Alexander Loch zu. Zweimal hatten der Neuzugang und seine Vorderleute allerdings auch Glück, als ihnen das Aluminium zu Hilfe kam. In der 14. Minute köpfte der  Bissinger Abwehrmann Daniel Schmelzle den Ball nach einem Freistoß von Sebastian Gleißner an die Querlatte des SGV-Gehäuses, und in der 48. Minute spitzelte Simon Lindner die Kugel  an den Pfosten.

SGV-Trainer Mario Estasi hatte im Angriff dem erfahrenen Muzliukaj den Vorzug vor Youngster Simon Klostermann gegeben und dazu Ouadie Barini nominiert, der eine längere Verletzungspause hinter sich hatte. Im defensiven Mittelfeld erwies sich Neuzugang Nico Seegert erneut als Gewinn. Bissingens Coach Alfonso Garcia hatte in der Startelf auf Alexander Götz und Riccardo Gorgoglione verzichtet, die nach ihren Einwechslungen nochmals Schwung brachten.

Celiktas erzielt die Führung

Die Gäste gingen mit ihrer ersten gefährlichen Aktion in Führung. Nach einer Standardsituation von Spezialist Hakan Kutlu auf den kurzen Pfosten traf Volkan Celiktas per Kopf (14.). Bissingen blieb dran, hatte aber Probleme, den letzten Pass an den Mann zu bringen und wenig Schussglück bei abprallenden Bällen. Über die rechte Seite ging bei 08 nur wenig, die hatte Mario Andric gut abgedichtet. Der eifrige und ständig rochierende Marius Kunde, der von SGV-Präsident Emir Cerkez hinterher zum „überragenden Spieler“ geadelt wurde, leitete eine dicke Ausgleichschance ein, aber Moritz  Haile wurde gerade noch abgeblockt. Mit einer „Monster-Parade“ bewahrte 08-Keeper Burkhardt sein Team im Gegenzug vor dem 0:2, als er einen Schuss von Muzliukaj aus acht Metern abwehrte (32.). Muzliukaj war dann zehn Minuten später maßgeblich am 2:0 für die Gäste beteiligt. Er bediente nach einem Konter  mit Übersicht Kutlu, der den Ball vom Strafraumeck aus mit einem satten Linksschuss im Netz unterbrachte.

Hoffnung auf eine Ergebniswende brachte für die Bissinger der Anschlusstreffer durch Marco Rienhardt per Kopf in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. In der zweiten Hälfte kämpften und erspielten sich die Gastgeber klare Vorteile, hatten viel Ballbesitz, den sie aber zu selten in klare Torchancen ummünzen konnten.  Immer wieder blockten die Freiberger Schüsse ab, stellten Passwege zu und verteidigten aufopferungsvoll den knappen Vorsprung. Den baute Mert Tasdelen mit einer tollen Einzelleistung aus. Gerade zwei Minuten auf dem Spielfeld, setzte er zu einem Solo an, ließ drei Bissinger stehen und zog mit links ab. Der Ball schlug unhaltbar im langen Eck ein (73.). „Das war super. Im Strafraum habe ich einfach draufgehauen. Und das auch noch mit meinem schwächeren linken Fuß“, freute  sich Tasdelen.  Beinahe hätte er auch noch einen zweiten Treffer erzielt, schob den Ball aber nach einem weiteren Konter knapp am Tor vorbei. Für zwei Minuten sorgte Gorgogliones 2:3-Anschlusstor (90.+1) nach feiner Vorarbeit von Götz noch für etwas Spannung.

Handballer und Fußballer bringen sich gegenseitig kein Glück


Die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim waren am Samstag im Rahmen einer seit dieser Saison geschlossenen Kooperation zum Gegenbesuch am Bruchwald. Am Sonntag zuvor hatten sich die Fußballer des FSV 08 Bissingen die Heimpartie der SG BBM gegen den ASV Hamm-Westfalen in der EgeTrans-Arena angeschaut. Glück gebracht haben sich die Teams gegenseitig keines, denn beide Spiele gingen verloren. „In der ersten Halbzeit war Bissingen klar überlegen und hatte zwei gute Chancen, da war auch ein Lattentreffer dabei. Dann gab es einen unglücklichen Standard zum 1:0 für Freiberg und direkt das 2:0. Nach dem 1:2 konnte man Hoffnung schöpfen. Dann wurde es teilweise hitzig. In der zweiten Halbzeit war Bissingen lange im Freiberger Drittel. Das 3:1 war eine wirklich sehenswerte Aktion mit einem Übersteiger. Insgesamt haben sich die Bissinger nicht schlecht präsentiert, der letzte Pass hat vielleicht gefehlt. Darauf kann man aufbauen, man muss aber konsequenter sein, um zuhause Punkte zu holen“, kommentierte Jan Asmuth, der Kapitän der SG BBM, den Spielverlauf. „Ich komme auf jeden Fall wieder vorbei, ich war auch schon vor der Kooperation ein paar Mal hier. Unterm freien Himmel ist es auch mal eine Abwechslung für uns Hallensportler“, so Asmuth.

Torwart Sven Burkhardt feierte im Derby seine Saison-Premiere beim FSV 08 Bissingen. „Es ist ein Top-Gefühl, wenn man spielen darf. Aber leider haben wir nicht gewonnen. Die Freiberger haben dreimal den Ball optimal getroffen und damit drei Tore erzielt. Nach dem Spielverlauf hätten wir klar gewinnen müssen. Wir hatten viele Chancen und haben uns nicht belohnt“, meinte Burkhardt. 08-Trainer Alfonso Garcia begründete de Torwart-Wechsel so: „Wir haben drei gute Torhüter. Es war schwer für Dominik Ferdek, aber ich wollte ,Sveni’ die Chance geben, sich zu beweisen.“ Schmunzelnd fügte Garcia hinzu:  „Am Torhüter lag die Niederlage nicht.“

Torjäger Marcel Sökler, der in der Vorsaison 32 Treffer für den SGV Freiberg erzielt hat, gab nach einer hartnäckigen Wadenverletzung am fünften Oberliga-Spieltag sein Punktspiel-Debüt für den VfB Stuttgart II gegen den 1. FC Rielasingen-Arlen. Der 28-Jährige wurde in der 61. Minute eingewechselt und erzielte beim 7:1 per Elfmeter das 6:1. cp