Bei seiner Saison-Heimpremiere in der Landesliga bot der FV Löchgau den 130 Zuschauern Einbahnstraßen-Fußball. Der Aufsteiger SV Leingarten war den Roten auf dem Rasenplatz in allen Belangen unterlegen – nahm dank aufopferungsvollem Kampf und einer großen Portion Glück aber einen Punkt mit. 1:1 hieß es nach 90 eigentlich unausgeglichenen Minuten. Der FVL wartet nach dem Abstieg aus der Verbandsliga weiter auf den ersten Dreier, verbuchte aber immerhin den ersten Punkt. Für Leingarten war es das zweite Remis im zweiten Spiel.

„Wir haben überragend gespielt und den Gegner über 90 Minuten kontrolliert. Leingarten wollte gar nichts. Das muss man so deutlich sagen. Ich bin hochzufrieden mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben – aber richtig unzufrieden mit dem Ergebnis. Das muss man hart trennen“, sagte Löchgaus Trainer Thomas Herbst. „Ich weiß nicht, wie wir noch dominanter spielen könnten. In der ersten Hälfte war es schon gut, in der zweiten dann noch besser, mit noch mehr Risiko.“ Die Gäste, die den FVL als Meisterschaftsfavoriten nennen, freuten sich über die glückliche Punkteteilung im Duell der Landesliga-Rückkehrer. „Löchgau hat sich beste Gelegenheiten herausgespielt, daraus aber zu wenig gemacht. Dank der kämpferischen Leistung haben wir uns den Punkt verdient“, analysierte SVl-Coach Uli Rieker.

Auf dem schwer bespielbaren Rasenplatz kontrollierten die Gastgeber das Geschehen. Nicht einmal zwei Minuten dauerte es, ehe Terry Asare per Kopf zum Abschluss kam. Leingarten lief von Beginn an hinterher – und ging in der dritten Spielminute dennoch in Führung. Nach einem Löchgauer Einwurf waren sich die Innenverteidiger Tom Kühnle und Marco Stephani zunächst nicht einig, wer zum Ball gehen soll. Ohne große Not spielte Kühnle dann einen hohen Rückpass Richtung Sven Altmann. Der Keeper schätzte den aufspringenden Ball falsch ein und komplettierte so die Slapstick-Einlage zum 0:1. „Wir machen die Tore nicht und schießen uns selbst so ein Ei rein. Trotzdem mache ich weder Tom Kühnle noch Sven Altmann im Tor einen Vorwurf. Der Platz wurde nach dem Warmmachen gewässert und der Ball rutscht durch“, kommentierte Herbst die kuriose Szene.

Am Spielverlauf änderte sich danach nichts: Löchgau ließ den Ball laufen, einzig die letzte Entschlossenheit vor dem Tor ging den Platzherren ab. Nachdem Asare früh störte, landete der Ball über Kubilay Baki und Mario Andric bei Cihat Aytac. Der Neuzugang scheiterte mit seinem Schuss aber am herausstürzenden Gäste-Torwart Marco Randaccio (27.).

Nach dem Seitenwechsel dauerte es neun Minuten, ehe dem FVL der Ausgleich gelang. Fabian Gurth eroberte den Ball, Peter Wiens spielte einen wunderbaren Steilpass auf Asare und der Offensivmann schloss mit dem zweiten Kontakt flach ins Eck ab zum hochverdienten 1:1 (54.).

Asare scheitert zweimal

Nun hatte die Herbst-Elf ihre beste Phase. Gleich zweimal fand Asare nach Zuspielen von Andric seinen Meister im Eins-gegen-eins in Keeper Randaccio, der sein Team im Spiel hielt (57./65.). Nach der schönsten Kombination des Tages war auch der SV-Schlussmann geschlagen – doch der Pfosten stand der Führung durch Baki im Weg (72.). Drei Minuten darauf entschärfte Randaccio mit einem Wahnsinns-Reflex eine Direktabnahme von Tim Schwara. Kurz vor dem Schlusspfiff stellte Marvin Weigelt den Spielverlauf völlig auf den Kopf und netzte nach einem Abstimmungsfehler in der neuformierten FVL-Defensive zum vermeintlichen 1:2. Schiedsrichter Patrick Stephany entschied jedoch auf Foul. Im Gegenzug hatte Marco Knittel die letzte Gelegenheit – wieder blieb Randaccio der Sieger im direkten Duell mit einem Löchgauer Angreifer (90.+4). „Wir hätten heute fünf oder sechs Tore machen müssen“, bilanzierte Herbst.