Bietigheim-Bissingen / Andreas Eberle  Uhr

Drei, zwei, vier und drei – das sind die Abschlussplatzierungen des FSV 08 Bissingen seit dem Wiederaufstieg 2015 in die Fußball-Oberliga Baden-Württemberg. „Wenn wir die Ergebnisse aus den letzten Jahren bestätigen, wären wir alle sehr zufrieden“, sagt 08-Trainer Alfonso Garcia, der aber betont: „Wir haben nicht den Druck, unbedingt aufsteigen zu müssen. Es gibt Klubs, bei denen eine viel größere Erwartungshaltung herrscht – und die auch einen Haufen Geld ausgegeben haben.“ Bei der Saisonpremiere an diesem Samstag (14 Uhr) gegen den Aufsteiger SV Sandhausen II will die Bruchwald-Elf ihre Ambitionen nun gleich mit einem Heimsieg untermauern.

Zwei Urlauber fehlen noch

Die U23 der Nordbadener bezeichnet Garcia als „Wundertüte“. Da die Zweitliga-Profis des SVS bereits am Freitag gegen Osnabrück gespielt haben, rechnet er damit, dass auch der eine oder andere Sandhausener Perspektivspieler in Bissingen aufkreuzt. Roman Hauk, einer der besten Fußballer der Gäste, wird allerdings nicht dabei sein. Der talentierte Innenverteidiger hat sich in einem Testspiel am Außenband verletzt. Beim FSV 08 fehlen noch die Urlauber Pierre Williams und Sebastian Gleißner sowie Neuzugang Pascal Wolter, den eine Adduktorenzerrung plagt. Entwarnung gibt es bei Duc Thanh Ngo. Der Abwehrmann hatte am Mittwoch im Pokalduell beim SV Leingarten über Sprunggelenks­probleme geklagt und sich vorsichtshalber auswechseln lassen.

Fünf Wochen, eine weniger als sonst, hat Garcia seine Kicker auf die Runde vorbereitet. Fünf Testspiel-Siegen stehen die beiden Niederlagen gegen die Verbandsligisten SKV Rutesheim (1:4) und TSG Backnang (0:2) gegenüber. Die Pflichtaufgabe im WFV-Pokal in Leingarten erledigten die Bissinger mit einem lockeren 2:0-Sieg. „Die Spieler haben schnell zu einer Einheit zusammengefunden. Es herrscht eine positive Stimmung“, sagt der Trainer, der freilich auch auf ein stabiles personelles Gerüst aus der Vorsaison zurückgreifen kann.

Bedeckt gibt sich Garcia noch in der Torwart-Frage. Routinier Sven Burkhardt, der wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel zweieinhalb Wochen der Vorbereitung versäumt hat, muss seinen bisherigen Stammplatz gegen die Neuzugänge Bleron Berisha und Dominik Ferdek behaupten. Garcia: „Die drei pushen sich gegenseitig, geben im Training Vollgas und gehen super miteinander um. Das wird eine schwere Entscheidung.“

Vergleichsweise holprig verlief die Vorbereitung beim SGV Freiberg. Der neue Chefcoach Mario Estasi musste sich mit allerlei Widrigkeiten herumschlagen – etwa mit vielen Verletzten, (zu) vielen Probespielern und zu starken Testspiel-Gegnern. Hinzu kam das unrühmliche Erstrunden-Aus im WFV-Pokal beim Landesliga-Klub VfB Bösingen (2:3). Zumindest mit der letzten Trainingswoche vor dem ersten Oberliga-Duell an diesem Samstag (16.30 Uhr) beim SV Linx war Estasi zufrieden. Zumal sich nach und nach die verletzten Akteure zurückmelden: „Jetzt sind wir bereit. Man merkt die Qualität im Kader, wenn alle da sind. Das gibt auch der Mannschaft Auftrieb“, stellt der Übungsleiter fest.

Kutlu für drei Spiele gesperrt

So stiegen Filip Milisic und Ouadie Barini in dieser Woche wieder ins Training ein, ebenso Alexander Michalik. Das 19-jährige Torhüter-Talent läuft nach seinem Nasenbeinbruch allerdings mit einer Gesichtsmaske auf. Ob er oder der neu verpflichtete Alexander Loch in Linx zwischen den Pfosten steht, will Estasi kurzfristig entscheiden. Nicht dabei ist Hakan Kutlu, der nach seiner Roten Karte in Bösingen für drei Partien gesperrt wurde. Der Freiberger Führungs- und Kreativspieler hatte einen Gegenspieler beleidigt.

Der Auftaktgegner aus Südbaden hat die Vorsaison als Aufsteiger auf Rang zwölf abgeschlossen. 33 der 44 Punkte holte der SV Linx im heimischen Hans-Weber-Stadion in Rheinau.

Keine Sorgen macht sich Estasi, dass sein Team gegen einen vermeintlichen Abstiegskandidaten die Einstellung vermissen lässt. „Nach dieser Vorbereitung wird keiner überheblich ins Spiel gehen. Jeder weiß: In Linx müssen wir 100 Prozent oder mehr geben, um die drei Punkte mitzunehmen“, sagt der 45-jährige Trainer, der einen einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel ausgegeben hat. 2018/19 war der SGV unter seinem Vorgänger Ramon Gehrmann auf Abschlussplatz sieben gelandet.

Info Das Sonderheft „Fußball lokal“ – unter anderem mit allen Fakten zur Oberliga – erscheint am 17. August.