Ein paar Kilometer entfernt finden an diesem Samstag (14 Uhr) zwei Heimspiele in der Oberliga statt: Der FSV 08 Bissingen erwartet den auswärts schwachen SSV Reutlingen, der SGV Freiberg hat mit dem FC Nöttingen das beste Auswärtsteam zu Gast.

Nach dem kräftezehrenden Pokalfight mit dem unglücklichen Ausscheiden im Achtelfinale gegen den SSV Ulm am Mittwoch steht für den FSV 08 Bissingen nun der Liga-Alltag wieder an. „Diese Leidenschaft und diesen Willen müssen wir mitnehmen“, nannte 08-Trainer Alfonso Garcia einen positiven Ansatz aus dem Pokalspiel für die kommenden Aufgaben. Das Spiel kurz aufarbeiten, die Enttäuschung verarbeiten und regenerieren standen in der kurzen Zeit bis zur Partie gegen den SSV Reutlingen auf dem Programm der Nullachter, für die es in der Oberliga prima läuft mit zuletzt fünf ungeschlagenen Spielen, davon drei Siegen.

Da der komplette Kader zur Verfügung steht, hat Trainer Garcia die eine oder andere Wechseloption gegenüber dem Pokalspiel. Mit guten Leistungen auf seiner Stammposition links in der Viererkette hat sich Pierre Williams, der länger nicht zur Startformation gehört hat, empfohlen. Ein Schachzug gelungen ist Garcia mit Riccardo Gorgoglione, der seit zwei Partien den rechten defensiven Part  ausgefüllt und  seine Sache gut gemacht hat. Er kann mit seiner Schnelligkeit dosiert weiter am Offensivspiel teilnehmen und wird dabei von einem Vordermann abgesichert. Auf sich aufmerksam gemacht hat auch der Ex-Löchgauer Pascal Wolter. „Die Jungs geben im Training Gas. Sie brauchen Spielpraxis, und die kriegen sie immer wieder“, freut sich der 08-Coach über den Konkurrenzkampf im Kader und die Entwicklung der jungen Leute.

In fünf Auswärtsspielen torlos

Der SSV Reutlingen ist bislang die große Enttäuschung der Saison. Unter dem vom VfL Sindelfingen gekommenen Trainer Maik Schütt sollte sich eine mit zahlreichen jungen Spielern, einigen etablierten Kräften sowie Neuzugängen vorwiegend aus unteren Ligen zusammengesetzte Mannschaft mit Perspektive bilden. Die Realität sieht mit Platz 17 bitter aus. Auswärts haben die Reutlinger vier von fünf Partien verloren, erst einen Punkt geholt und dabei noch nicht einmal ein Tor erzielt.

Nur drei Punkte trennen den Tabellenzweiten VfB Stuttgart II vom aktuellen Tabellenzwölften SGV Freiberg.  „Es ist alles eng, jetzt wollen wir wieder die drei Punkte bei uns behalten“, sagt Freibergs Trainer Mario Estasi. Das wird allerdings ziemlich schwierig, denn der FC Nöttingen hat von fünf bereits vier Auswärtsspiele gewonnen. Darunter waren auch Siege beim VfB Stuttgart II (1:0) und vor zwei Wochen bei den Stuttgarter Kickers (3:1.). Auswärts gingen die Nöttinger immer in Führung und standen dann defensiv extrem gut. In Freiberg muss FCN-Trainer Michael Wittwer auf seine Stamm-Innenverteidigung verzichten, denn Niklas Kolbe und Holger Fuchs sind verletzt. Für sie spielen in der Zentrale der junge Kevin Sollorz und Kapitän Timo Brenner, der aus dem Mittelfeld nach hinten beordert wird.

Individuelle Fehler vermeiden

„Abhaken ist leicht gesagt. Wenn wir das Spiel nochmals spielen müssten, würden wir definitiv anders auftreten“, meint SGV-Coach Estasi im Rückblick auf die 0:5-Heimniederlage zuletzt gegen den Tabellenführer 1. Göppinger SV.  „Das hatte nichts mit taktischen Dingen zu tun, sondern entsprang unseren individuellen Fehlern“, fasste Estasi das Debakel zusammen. „Wir dürfen die Fehler nicht wiederholen“, fordert er. Sein neu formiertes Team ist noch nicht gefestigt, vor allem die Defensive bereitet Sorgen, wie die schon 26 Gegentreffer zeigen. Gerne würde Estasi wieder im Stadion antreten, denn: „Fußball wird auf Rasen gespielt.“ Die kurzfristige Verlegung des Spiels gegen Göppingen sieht Estasi eher als Nachteil. „Wir haben erst am Samstag zum ersten Mal auf Kunstrasen trainiert“, meinte er.

Weiter nicht dabei sind der gesperrte Hakan Kutlu sowie die verletzten Daniel Kaiser und Patrick Fossi. Angeschlagen und zudem von einer Grippe geplagt ist Niklas Pollex.

Trainer-Einstand mit zwei Siegen