Für einen Paukenschlag vor der Saison-Heimpremiere an diesem Freitag (18.30 Uhr) gegen den FSV 08 Bissingen hat der 1. CfR Pforzheim gesorgt. Nach dem Pokal-Aus in Runde zwei im Elfmeterschießen beim Verbandsligisten VfR Mannheim und der 0:2-Auftaktniederlage in der Oberliga beim Aufsteiger Freiburger FC haben sich die  Pforzheimer Verantwortlichen von Trainer Gökhan GöcKe getrennt. Der 35-Jährige war seit Oktober 2017 im Amt. Man wolle die „negative Entwicklung stoppen“ und die Trennung sei „alternativlos“ gewesen, teilte der Verein mit. Nachfolger von Gökce ist der 38-jähige Fatih Ceylan, bislang spielender Co-Trainer.

Künftig ohne Dominik Salz

Trotz des personellen Umbruchs und dem Weggang des langjährigen Torjägers Dominik Salz hatte der Verein große Hoffnungen in den mit zahlreichen neuen Spielern bestückten Kader gesetzt. Der sollte den Fusionsverein raus aus dem Mittelmaß mit den Tabellenplätzen 8, 13 und 11 nach Rang fünf in der Aufstiegssaison führen. Immerhin steht spätestens im Januar 2020 der Umzug ins umgebaute Stadion im Brötzinger Tal bevor. Zum 31. Dezember 2019 muss der Verein die derzeitige Spielstätte im Holzhof verlassen. Neben Dominik Salz haben mit Alen Delic, Zvonimir Borac, Krehsnik Lushtaku und Dominique Jourdan Stammkräfte den 1. CfR verlassen.

Mit dem 35-jährigen Patrick Huckle kam ein erfahrener Mann dazu, der die Schwachstelle auf der linken Defensivseite beheben soll. Defensivaufgaben gehören auch zum Profil von Benjamin Sailer, der in der Vorsaison allerdings 18 Treffer für den Oberligaaufsteiger SV Sandhausen U23 erzielt hat.

Das Offensivspiel, jahrelang mit langen Bällen auf Dominik Salz angelegt, soll einen neuen Zuschnitt erhalten, um die schnellen Angreifer Jonathan Zinram, Stanley Ratifo und Neuzugang André Redekop in Szene zu setzen. Als zentrale Spitze verpflichteten die Pforzheimer Fabian Czaker, der in der Vorsaison für den Verbandsligisten FSV Hollenbach 18 Treffer erzielt hat.

Dem Bissinger Trainer Alfonso Garcia kommt der Rauswurf seines Pforzheimer Kollegen nicht gelegen, zumal der Gegner am Freitag mit neuer Motivation und einer möglichen Systemumstellung auftreten wird. Personelle Sorgen hat Garcia genug. Mit Kapitän Marius Kunde (Oberschenkelverletzung) und Kreativspieler Alexander Götz (Gelb-Rot gesperrt) fallen zwei Leistungsträger aus, auch Pascal Wolter ist noch angeschlagen. Für Kunde wird am Freitag einer aus dem Trio Simon Lindner, Anil Sarak und Yannick Toth, die alle dem Mannschaftsrat angehören, als Spielführer das Bissinger Team aufs Feld führen. Immerhin kehren Sebastian Gleißner und Pierre Williams in den Kader zurück. Beide sind nach ihrem Urlaub am Montag wieder ins Teamtraining eingestiegen.

Ferdek bleibt im Tor

Auch in Pforzheim wird Neuzugang Dominik Ferdek zwischen den Bissinger Pfosten stehen.  „Er hat seine Chance genutzt“, so Garcia. Der 08-Trainer hat in dieser Saison mit den Zugängen Ferdek und Bleron Berisha sowie dem langjährigen Stammkeeper Sven Burkhardt auf der Torhüterposition ein Luxusproblem.

„Aus internen Gründen gehört Burkhardt am Freitag dem Kader nicht an. Nächste Woche schauen wir dann weiter“, berichtet der Sportliche Leiter Oliver Dense. Burkhardt hatte sich öffentlich über seine Reservistenrolle am Samstag gegen Sandhausen U23 beschwert (die BZ berichtete).   „Wir sind in Pforzheim schon ein bisschen in Zugzwang. Es wird nicht einfach, aber wir müssen dort etwas holen. Wir haben aus dem Spiel vom Samstag einiges angesprochen. Wir brauchen aber sicher noch das eine oder andere Spiel, bis alles klappt. Aber da bin ich zuversichtlich“, meint der Bissinger Coach. Schon am dritten Spieltag (17. August, 14 Uhr) wartet schließlich am Bruchwald das Spiel gegen den Topfavoriten Stuttgarter Kickers auf die Nullachter.