Fußball Für 90 Minuten ruht am Bruchwald die Freundschaft

Andreas Lechner war in der vergangenen Saison noch Cheftrainer beim FSV 08 Bissingen. Am Samstag will er als Coach der TSG Backnang bei seinem Ex-Klub punkten.
Andreas Lechner war in der vergangenen Saison noch Cheftrainer beim FSV 08 Bissingen. Am Samstag will er als Coach der TSG Backnang bei seinem Ex-Klub punkten. © Foto: Martin Kalb
Andreas Eberle 01.09.2018

Die Duelle zwischen dem FSV 08 Bissingen und der TSG Backnang bergen in der Oberliga-Spielzeit 2018/2019 eine besondere Brisanz: Mit Andreas Lechner kehrt an diesem Samstag (15.30 Uhr) der langjährige Bissinger Spieler, Co-Trainer und Chefcoach an die alte Wirkungsstätte zurück – mit seinem neuen Klub TSG Backnang, den er seit Sommer trainiert. „Zu Bissingen habe ich eine besondere Beziehung. Ich freue mich sehr auf das Spiel, denn ich werde viele Freunde und Bekannte treffen“, sagt Lechner. Dazu zählt auch Alfonso Garcia, der in der Vorsaison noch Lechners rechte Hand war und seit dessen Abgang nun wieder die Chefrolle einnimmt. Beide Trainer haben fünf Jahre lang eng und erfolgreich am Bruchwald zusammengearbeitet. „In den 90 Minuten geht’s zur Sache, danach werden wir aber ein, zwei Biere trinken“, kündigt Garcia an.

TSG-Torjäger Marinic fällt aus

Die Gäste kommen mit viel Rückenwind nach Bissingen. Am Mittwoch setzte sich Backnang im WFV-Pokal etwas überraschend bei den Stuttgarter Kickers mit 1:0 nach Verlängerung durch und zog ins Achtelfinale ein. Der entscheidende Treffer gelang Mario Marinic in der 114. Minute per Abstauber. „Mario ist ein Vollblutstürmer, der immer weiß, wo er zu stehen hat. Er ist in jeder Saison für 20 Tore gut“, sagt Garcia. Gedanken, wie seine Abwehr den TSG-Torjäger ausschalten kann, braucht sich der 08-Übungsleiter aber keine zu machen: Eine MRT Ende der Woche ergab, dass Marinic sich einer Arthroskopie am Knie unterziehen muss – und danach wochenlang ausfällt. „Er ist ein Führungsspieler, der nicht eins zu eins zu ersetzen ist. Dieser Verlust tut uns weh“, sagt Lechner.

Die eingespielte und kaum veränderte Truppe seines Ex-Vereins stuft er als „absoluten Aufstiegsfavoriten“ ein. Durch den Sieg im Pokal habe sein Team aber ebenfalls Selbstvertrauen getankt. „Da haben wir gezeigt, dass wir auch gegen eine Oberliga-Spitzenmannschaft mithalten können“, sagt Lechner und betont: „Wir werden nicht mit vollen Hosen nach Bissingen fahren, sondern wollen dort was mitnehmen.“ Sein Gegenüber Garcia hat bis auf den an der Schulter verletzten Manuel Sanchez und den Dauerpatienten Michael Deutsche alle Mann an Bord – und die Qual der Wahl. „Die Jungs geben alle Gas. Bisher haben wir noch nie mit der gleichen Aufstellung gespielt. Es kann sein, dass wir wieder etwas rotieren“, sagt der Ex-Profi.

Bereits um 14 Uhr wird am Samstag im Stadion an der Kreuz­eiche das Duell zwischen dem gastgebenden SSV Reutlingen und dem SGV Freiberg angepfiffen. Beide Klubs zählen zum Kreis der Aufstiegsanwärter. „Wir müssen uns nicht verstecken. In Reutlingen haben wir meist gute Spiele gemacht und sehr gute Ergebnisse geholt. In diesem Stadion ist die Mannschaft immer topmotiviert“, sagt Freibergs Trainer Ramon Gehrmann und spricht von einem „Derbycharakter“, den die Partie habe. Denn mit Torhüter Milan Jurkovic, Filip Milisic, Onesi Kuengienda und Dominic Sessa stehen beim noch ungeschlagenen Tabellendritten gleich vier frühere SGV-Kicker im Aufgebot.

Im Sommer hat der einstige Zweitligist hochkarätige Neuzugänge wie Sessa, den Ex-Bissinger Luca Wöhrle, Ruben Reisig und den Spanier Cristian Giles verpflichtet. Gehrmann: „Der SSV hat sich gut verstärkt und spielt einen guten Offensivfußball. Auf uns wartet eine schwere Auswärtsaufgabe.“ Bei Freiberg fehlen wie gehabt die Langzeitverletzten Niklas Pollex und Mert Öztürk sowie Denis Zagaria (Muskelfaserriss). Fraglich ist der Einsatz von Marco Pischorn. Den Abwehrmann plagen nach wie vor Rückenbeschwerden.

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