Fußball Freiberger Trauerspiel an der Reutlinger Kreuzeiche

Die Abwehr des SGV Freiberg hatte am Samstag in Reutlingen einen schweren Stand. Hier kämpft Marco Pischorn (links) gegen den SSV-Angreifer Raphael Schneider um den Ball.
Die Abwehr des SGV Freiberg hatte am Samstag in Reutlingen einen schweren Stand. Hier kämpft Marco Pischorn (links) gegen den SSV-Angreifer Raphael Schneider um den Ball. © Foto: Axel Grundler
Reutlingen / Giovanni De Nitto 03.09.2018

Die überwiegende Mehrheit der 971 Zuschauer im Kreuzeiche-Stadion hatte richtig was zu feiern. Mit vielem hätte man im Spitzenspiel der Fußball-Oberliga rechnen können, aber nicht mit diesem fulminanten 4:0-Triumph des SSV Reutlingen gegen den selbsternannten Titelanwärter SGV Freiberg. „Wir sind alle mit dem Ergebnis und auch mit der Art und Weise des Sieges sehr zufrieden. Die Mannschaft hat richtig gut Fußball gespielt, die Partie kontrolliert und im richtigen Moment die Nadelstiche gesetzt“, freute sich SSV-Coach Teo Rus über den gelungenen Auftritt seiner Mannschaft.

Die Gastgeber übernahmen von Beginn an das Kommando, ließen die Gäste nicht zur Entfaltung kommen und erspielten sich gute Möglichkeiten. Folgerichtig gingen die Hausherren früh in Führung (9.). Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte schickte SSV-Kapitän Pierre Eiberger den schnellen Onesi Kuengienda auf die Reise, SGV-Schlussmann Pascal Nagel kam aus seinem Kasten, verschätzte sich, und Kuengienda schob mühelos aus 16 Metern ins leere Tor zum 1:0 ein.

Im weiteren Verlauf blieb Reutlingen spielbestimmend, hatte Ball und Gegner im Griff. Nachdem Raphael Schneider einen Freistoß am Mittelkreis clever und schnell auf Cristian Gilés Sanchez ausführte, zeigte der SSV-Neuzugang seine Stürmerqualitäten und erhöhte mit einem sehenswerten Heber auf 2:0 (26.).

Coach Gehrmann beklagt Fehler

Die einzige gefährliche Offensivaktion der Gäste im ersten Abschnitt war ein Kopfball von Marcel Sökler neben das SSV-Gehäuse (39.). Die Rus-Schützlinge waren taktisch und spielerisch besser, zweikampfstärker und auch gedanklich einfach schneller als der letztlich enttäuschende Gast aus Freiberg. „Reutlingen hat auf die Fehler gewartet, die wir uns auch zahlreich geleistet haben“, ärgerte sich SGV-Coach Ramon Gehrmann.

Nach dem Wiederanpfiff hatte Freiberg seine beste Phase, aber mehr als ein gefährlicher Distanzschuss von Kapitän Steven Kröner (50.) sprang für den Wasen-Klub, für den mit Maximilian Rohr und Kröner zwei Ex-Reutlinger kickten, nicht heraus. Im Gegenteil. Die Heimelf erhöhte wieder die Schlagzahl und kam zu weiteren Chancen. Nagel verhinderte mit tollen Reflexen gegen Eiberger, Ruben Reisig und Gilés Sanchez einen noch höheren Rückstand. Aber nach knapp einer Stunde war auch Nagel machtlos, als Torjäger Gilés Sanchez humorlos aus 15 Metern zum 3:0 für die Nullfünfer einnetzte. Den Schlusspunkt in einer einseitigen Partie setzte erneut der 25-jährige Spanier, der nach einem sehenswerten Konter den Querpass von Kuengienda mühelos zum 4:0-Endstand einschob (86.).

Damit bleibt Reutlingen in dieser Saison ungeschlagen. Zehn Punkte aus vier Spieltagen sprechen dabei für sich. „Wenn man einen Titelanwärter so dominiert, spricht das klar für den Charakter und die Moral unserer Mannschaft. Hier wächst etwas zusammen. Ich bin stolz und freue mich auf die weiteren Aufgaben“, erklärte SSV-Sportvorstand Michael Schuster.

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