Zwei späte Tore haben den Fußballerinnen des FV Löchgau in der Oberliga Baden-Württemberg gegen den Aufsteiger VfL Herrenberg ein 3:3 (1:2)-Unentschieden gerettet. „Das war eine verrückte Partie, jetzt habe ich ein paar graue Haare mehr. Vom Spielverlauf her war es ein gewonnener Punkt, moralisch war es ein Sieg für uns“, meinte Löchgaus Coach Marco Bärschneider.

Seine Truppe erwischte in der temporeichen Auseinandersetzung einen guten Start und hatte gleich eine dicke Doppelchance zur Führung. Nach einer Freistoß­flanke von Charlott Altmann knallte Isabel Schlipf den Ball VfL-Torfrau Rebecca Lauer an den Fuß, und beim Nachschuss traf Sofie Serosi den Pfosten (4.).

Beide Mannschaften begegneten sich im weiteren Verlauf auf Augenhöhe, und das Spiel schwappte hin und her. Vor allem das Angriffstrio der spielstarken Gäste sorgte immer wieder für Gefahr. Nach einem langen Ball von Altmann kam es vor dem gegnerischen Strafraum zu einem Pressschlag zwischen Luisa Münzing und der Gästetorfrau, der Ball sprang zur Seite weg. Marita Leimbach schaltete am schnellsten und beförderte ihn aus 28 Metern über Freund und Feind hinweg zum 1:0 in die Maschen (27.). Die Freude darüber hielt aber nicht lange. Einen haarsträubenden Abspielfehler des FVL knapp hinter der Strafraumgrenze nutzte Selina Milena Martens zum schnellen 1:1-Ausgleich (29.). Weitere drei Minuten später behinderten sich Altmann und Katarina Bott nach einem langen Ball gegenseitig, Tiffany Schiewe war zur Stelle und vollendete zum 1:2 (32.). Kurz vor der Pause scheiterte Serosi nach einem Abpraller erneut am Pfosten (42.).

Konter wie aus dem Lehrbuch

In der zweiten Hälfte ließen sich die Gäste weiter nach hinten fallen und lauerten auf schnelle Gegenstöße. Annika Wertsch setzte einen Schuss von der Strafraumkante über den Querbalken (55.). Herrenberg schloss im weiteren Verlauf einen Konterangriff aus dem Lehrbuch über drei Stationen durch Fabienne Fay mit dem 1:3 ab (71.). Der FVL spielte weiter mutig nach vorne.

Mit den Einwechslungen von Maria Weinreuter, Sanja Holetic und Patrizia Lopez kam noch einmal frischer Wind in das Löchgauer Angriffsspiel. Leimbach erkämpfte sich am Flügel den Ball, schüttelte zwei Gegenspielerinnen ab, und die anschließende Hereingabe von der Grundlinie drückte Holetic am kurzen Pfosten zum 2:3 über die Linie (83.). Auf der Gegenseite stoppte Bott mit einer Grätsche im letzten Moment einen Konterangriff der Gäste und leitete mit der Aktion zugleich den Gegenangriff ein. Nach einer schönen Kombination über das Zentrum spielte Schlipf den Ball scharf in die Mitte, der darauffolgende Schuss von Lopez wurde von Marina Alexiadis zum 3:3 in das eigene Tor abgefälscht (87.). Beide Teams spielten danach voll auf Sieg. Lopez scheiterte noch an der Herrenberger Torfrau und Holetic am Außenpfosten.

FV Löchgau: Bendig – Nath, Altmann, Bott, Sept (63. Weinreuter) – Wertsch – Schlipf, Leimbach, Feeser, Serosi (63. Holetic) – Münzing (73. Lopez).