Fußball Ex-Aspacher Matthias Morys wird erneut zum Spielverderber

Matthias Morys (vorne), hier bedrängt von Julian Leist, trifft gegen seinen Ex-Klub SG Sonnenhof offenbar besonders gern.
Matthias Morys (vorne), hier bedrängt von Julian Leist, trifft gegen seinen Ex-Klub SG Sonnenhof offenbar besonders gern. © Foto: Avanti
Von Andreas Eberle 04.09.2018

Die 2500 Zuschauer in der Mechatronik-Arena haben bei der Drittliga- Partie zwischen der SG Sonnenhof Großaspach und dem VfR Aalen zwei Premieren erlebt: Das Württemberg-Duell war das erste Montags-Pflichtspiel der SG-Geschichte. Außerdem erzielte Marco Hingerl beim 1:1 sein erstes Tor im Trikot des Dorfklubs – der vom FC Bayern München II gekommene Mittelfeldmann köpfte in der Anfangsphase das 1:0. Doch die aus Aspacher Sicht wichtigste Premiere gab es wieder mal nicht: Der so sehr herbeigesehnte erste Heimsieg im Jahr 2018 lässt weiter auf sich warten. Auch im 14 Anlauf hintereinander sprang vor eigenem Publikum kein Dreier heraus. Das dritte Heimspiel in dieser Saison endete erneut remis. Die schwäbischen Rivalen kommen in der unteren Tabellenhälfte damit nicht recht vom Fleck.

Beide Teams legten in den 90 Minuten ein hohes Tempo an den Tag und unterhielten die Fans mit vielen Torszenen. Im ersten Durchgang hatten die Hausherren noch klare Vorteile. Speziell ein Mann war nicht zu bremsen: Makana Baku. Der 20-jährige Deutsch-Kongolese rannte am linken Flügel immer wieder den Gegenspielern davon und war ein ständiger Unruhestifter. Am frühen Führungstreffer der Aspacher war Baku allerdings unbeteiligt: Yannis Letard, ein Franzose in Diensten des VfR, verlängerte unglücklich Timo Röttgers Ecke, sodass sein Torhüter Daniel Bernhardt unter dem Ball durchtauchte – und im Zentrum köpfte Hingerl zum 1:0 ein (7.). Die Ecke war zugleich die letzte Aktion von Röttger: Der Mittelstürmer musste mit Verdacht auf Muskelfaserriss vom Feld. Für ihn kam Youngster Jonas Meiser. Bis zur Pause versäumten es die Aspacher, ihre Chancen zu nutzen, was sich im zweiten Durchgang noch rächen sollte.

Mit einem Doppelwechsel reagierte Aalens junger Coach Argirios Giannikis auf den mutlosen Auftritt seiner Elf. Die zeigte fortan tatsächlich ein völlig anderes Gesicht. Der VfR übernahm die Initiative und ging wesentlich engagierter zur Sache als noch in der ersten Hälfte. Ausgerechnet der frühere SG-Kicker Matthias Morys wurde dann in der 54. Minute wieder einmal zum Aspacher Spielverderber. Sebastian Bösel verlor kurz vor dem eigenen Strafraum den Ball an Nicolas Sessa. Der drehte sich um Dominik Pelivan und spielte den links neben ihm lauernden Morys frei – und der 31-jährige Angreifer vollendete aus spitzem Winkel zum 1:1 ins lange Eck. Es war sein bereits sechstes Tor im fünften Duell gegen den Ex-Klub. „Gegen meine alten Vereine treffe ich immer am besten. Ich weiß nicht, ob das Zufall ist, denn eigentlich habe ich in diesen Spielen keine Extramotivation. Vielleicht habe ich auch einfach nur Glück, dass der Ball ab und zu durchrutscht“, sagte Morys schmunzelnd.

Hercher trifft das Lattenkreuz

Die Begegnung wogte nun hier und her. Ein Chancenplus hatte dabei die Mannschaft von der Ostalb. Dusel hatte die SG in der 88. Minute, als der eingewechselte Marcel Bär erst am stark reagierenden Keeper Kevin Broll scheiterte und Sessa die Kugel im Nachschuss an die Unterkante der Latte setzte. Doch auch Großaspach war zuvor schon am Aluminium gescheitert – Philipp Herchers Volleyschuss krachte ans Lattenkreuz (75.). „Ein Punkt ist besser als nichts“, sagte Sonnenhof-Neuzugang Hingerl, der sich nach dem Abpfiff über seine Torpremiere aber nicht so recht freuen konnte: „Lieber wären mir heute die drei Punkte gewesen.“

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