Fußball Ein Punkt reicht für Platz zwei

Der Löchgauer Mario Andric (links) tritt kurz auf den Ball und will an Felix Bauer vom TSV Schwaikheim vorbei.
Der Löchgauer Mario Andric (links) tritt kurz auf den Ball und will an Felix Bauer vom TSV Schwaikheim vorbei. © Foto: Volker Müller
Jan Fedra 11.06.2018

Der FV Löchgau spielt ab Mittwoch in der Aufstiegsrunde um die Rückkehr in die Verbandsliga. Um 18 Uhr trifft er in Runde eins in Besigheim auf den SV Zimmern. Der Löchgauer Trainer  Thomas Herbst hatte vor dem Spiel in Schwaikheim angekündigt, sich die Vizemeisterschaft aus eigener Kraft zu sichern.  Es kam aber  anders: Weil der FVL zwar in der Defensive wie fast immer sicher stand, nach vorne aber nur wenige Chancen kreierte und den Ball letztlich kein Mal im gegnerischen Tor unterbrachte, gingen alle Blicke bei den Löchgauer Fans und Verantwortlichen nach Heimerdingen. Dort trat der TSV gegen die drittplatzierte Spvgg Gröningen-Satteldorf an. Das Löchgauer 0:0 in Schwaikheim fiel nicht ins Gewicht, Heimerdingen siegte mit 4:1 – und in Schwaikheim durfte gefeiert werden. Der FV Löchgau beendet die Runde mit 57 Punkten auf Rang zwei, Gröningen wurde mit 55 Zählern Dritter.

Wenig klare Tormöglichkeiten

Bei besten Bedingungen in Schwaikheim waren die Gäste von Beginn an tonangebend. Der Ball lief gut von links nach rechts durch die eigenen Reihen. Ruhe am Ball, wie sie die erfahrenen Löchgauer einforderten, war auch bei den Youngsters wie Kubilay Baki oder Mario Andric nach kurzer Anfangsnervosität zu sehen. Den ersten gefährlichen Torschuss gaben aber die Platzherren ab. Im Mittelfeld-Pressing eroberte Marius Pfender den Ball und setzte den durchgestarteten Abwehrspieler Robin Laudon ein, der auf Linksaußen frei durch war. Sein hoher Linksschuss aus spitzem Winkel flog nur knapp über das Gehäuse von FVL-Keeper Markus Brasch (12.). Wie des Öfteren in der ersten Spielzeit nach dem Abstieg aus der Verbandsliga kreierten die Löchgauer auch in Schwaikheim zu selten klare Tormöglichkeiten. Nur 42 Treffer gelangen der Herbst-Elf in 30 Spielen, lediglich drei Mannschaften schossen ligaweit noch weniger Tore. In Schwaikheim fehlte mit Tim Schwara auch noch der verlässlichste Torjäger, die Doppelspitze bildeten daher Andric und Marco Knittel. Der bullige Stürmer war es auch, der nach einer knappen halben Stunde mit seinem Kopfball nach scharfer Baki-Flanke für Gefahr sorgte – knapp vorbei.

Nach dem Seitenwechsel köpfte der nach der Pause für Baki gekommene Fabian Gurth aufs Tor von TSV-Schlussmann Lars Lafferton, allerdings mit zu wenig Druck (51.). Mit seinen weiteren Einwechslungen – Terry Offei kam für Knittel, Janis Lamatsch für Riccardo Macorig – versuchte Coach Herbst, seiner Mannschaft mehr Offensiv-Power zu geben. In der 55. Spielminute fiel Offei ein Abpraller vor die Füße. Der Rechtsschuss des Nachwuchsangreifers aus knapp 20 Metern flog aber rechts am TSV-Tor vorbei. Den besten Löchgauer Angriff über die linke Seite schloss Gurth nach einer Stunde aus der Drehung ab, aber auch der Versuch des Flügelspielers ging knapp vorbei. Im Gegenzug konterte das Team von Antonio Guaggenti, der vor der Begegnung verabschiedet worden war, gefährlich über Falco Frank und Pfender. Der Flachschuss des Linksaußen verfehlte das Tor nur um Zentimeter (61.).

Kühnle übernimmt Spielaufbau

Als die Löchgauer Akteure – noch ohne Kenntnis über den Zwischenstand in Heimerdingen – immer hektischer wurden, übernahm Tom Kühnle vermehrt den Spielaufbau. Mit seinen Dribblings sorgte der Innenverteidiger für Raumgewinn. Zehn Minuten vor Spielende blockten die Schwaikheimer einen Schuss des Antreibers Kühnle zur Ecke. Dann gab Herbst die fast erlösende Information an seine Elf weiter: „Heimerdingen führt 4:1, ruhig.“ Diese Anweisung setzten die Spieler um, es passierte nichts mehr in Schwaikheim. „Zehn Minuten vor Spielende wurde ich über das Ergebnis in Heimerdingen informiert.  Ich fand das Spiel war vom Ballbesitz her von uns gar nicht schlecht. Die Spielanlage war gut und wir haben uns gute Situationen bis zum letzten Drittel herausgespielt, aber dann waren wir Richtung Strafraum zu schlampig“, so FVL-Coach Herbst.  „Alles was jetzt kommt ist Zugabe. Das ist ein Erlebnis, das vergisst man nicht“, meinte Herbst mit Blick auf das Spiel gegen Zimmern.

So spielten sie

Schwaikheim – FV Löchgau 0:0
TSV Schwaikheim:
Lafferton – Bernert, Bauer (87. Seibel), Laudon, Ohr – Seitz, Gebhardt (56. Schweickhardt), Bartholomä, Pfender – Charpentier (56. Weiblen), Frank (74. Grau)
FV Löchgau:
Brasch   Gündüzalp, Herbst, Kühnle, Macorig (56. Lamatsch) – Baki (46. Gurth), Feufel, Langella, Wolter – Andric (67. Gioia), Knittel (53. Offei)
Schiedsrichter:
Andreas Wieczorek (Stuttgart); Zuschauer: 200

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel