Fußball Drittligist zittert sich ins Achtelfinale

Patrick Fossi (links) schoss den SGV Freiberg am Mittwoch im Pokalduell bei den Aramäern Heilbronn in Front.
Patrick Fossi (links) schoss den SGV Freiberg am Mittwoch im Pokalduell bei den Aramäern Heilbronn in Front. © Foto: Herbert Schmerbeck
Heilbronn / Andreas Eberle 30.08.2018

Kein Favoritensterben in Runde drei: Die höherklassigen Klubs SGV Freiberg und SG Sonnenhof Großaspach haben am Mittwochabend jeweils den Sprung ins WFV-Pokal-Achtelfinale perfekt gemacht. Während die Wasen-Elf beim Landesliga-Vertreter Aramäer Heilbronn nach einer souveränen Vorstellung mit 3:0 triumphierte, musste der Drittligist aus Aspach bei der Neckarsulmer Sport-Union in die Verlängerung – und setzte sich letztlich mit 5:2 durch.

Trainer Ramon Gehrmann hatte beim Gastspiel des SGV Freiberg in Heilbronn gegenüber der Heimpartie gegen Spielberg (1:1) auf fünf Positionen rotiert. Zwei Akteure, die in die Startelf gerückt waren, erzielten prompt die ersten beiden SGV-Treffer: In der siebten Minute segelte Heilbronns Torhüter Dominik Samija, ein ehemaliger Freiberger, an einer Hereingabe von Serkan Uygun vorbei, und am langen Pfosten schoss Mittelfeldmann Patrick Fossi zum 1:0 für die Gäste ein. Kurz vor der Pause gelang Spetim Muzliukaj der zweite Treffer: Nach einer weiteren Uygun-Flanke stieg der Mittelstürmer am höchsten und köpfte zum 2:0 ein (45.).

Der SGV dominierte das Duell. Mitunter konnten die 150 Zuschauer im altehrwürdigen Frankenstadion den Eindruck gewinnen, als würde der Oberligist hier ein Trainingsspiel absolvieren. 15:0 lautete am Ende das Eckenverhältnis. Allein Marcel Sökler hatte bis zu seiner Auswechslung in der 57. Minute fünf gute Chancen. „,Socke’ hat sich seine Tore wohl für Samstag aufgehoben“, vermutete SGV-Trainer Ramon Gehrmann mit Blick auf die Oberliga-Begegnung beim SSV Reutlingen. Pech hatte zudem Thomas Gentner, der den Innenpfosten traf. Und bei einem weiteren Kopfstoß von Muzliukaj rettete ein Heilbronner auf der Torlinie. Den Schlusspunkt zum 3:0 setzte Leon Braun – der zur zweiten Hälfte eingewechselte SGV-Neuzugang hämmerte den Ball aus 15 Metern unter die Latte (79.).

„Zu null gewonnen, keine Verletzten – ich bin rundum zufrieden“, bilanzierte Gehrmann. Der Fußball-Lehrer zeigte auch Verständnis dafür, dass seine Kicker phasenweise das Tempo herausgenommen hatten: „Wir mussten ja auch nicht mehr machen. Warum sollen wir rauf- und runterrennen, wenn wir 2:0 führen und der Gegner nur tief steht?“

Mehr Schwierigkeiten hatte nur ein paar Kilometer entfernt die SG Sonnenhof Großaspach beim Oberliga-Tabellenelften Neckarsulmer SU, ehe der 5:2-Erfolg nach Verlängerung feststand. Dabei hatte der Drittligist aus dem Fautenhau die Partie vor den 720 Zuschauern im Pichterichstadion lange fest im Griff. Schon in der Anfangsphase verbuchte die Elf von Trainer Sascha Hildmann zwei Lattentreffer. Die verdiente Großaspacher 1:0-Führung besorgte Timo Röttger, der einen Angriff über links erfolgreich abschloss (17.). Allerdings ließ bei der SG Sonnenhof die Chancenverwertung zu wünschen übrig – und das sollte sich im zweiten Durchgang noch rächen.

Barini erzielt zwei Traumtore

Mit einem Traumtor schaffte Neckarsulm den Ausgleich: Der Ex-Freiberger Ouadie Barini setzte einen Freistoß aus gut 35 Metern ins Netz (58.). Zehn Minuten später war die Fußball-Welt vollends auf den Kopf gestellt, als Barini nach einer Flanke von Maximilian Gebert mit einem schönen Volleyschuss das 2:1 erzielte. Danach hatten die Unterländer sogar das 3:1 auf dem Fuß, doch zweimal retteten Aspacher Spieler auf der Torlinie.

Dann kam die 83. Minute: Marco Romano brachte im NSU-Strafraum Röttger zu Fall. Schiedsrichter Tobias Endriß pfiff Elfmeter und schickte den Neckarsulmer wegen dieser vermeintlichen Notbremse mit Rot vom Platz – eine harte Entscheidung. Den Strafstoß verwandelte Yannick Thermann sicher zum 2:2 (84.). In der Verlängerung schossen Philipp Hercher (106.), Stephané Mvibudulu (106.) und Makana Baku (112.) die Hildmann-Elf mit einem Mann mehr auf dem Platz ins Achtelfinale. Der Favorit aus der Dritten Liga war noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

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