Aspach / Jan Simecek

Nach fünf ungeschlagenen Spielen in Folge hat es die SG Sonnenhof Großaspach wieder einmal erwischt. Am 28. Spieltag der Dritten Fußball-Liga unterlag die Mannschjaft von Florian Schnorrenberg dem Aufstiegsaspiranten SV Wehen Wiesbaden mit 2:3 und schlitterte damit wieder ganz tief in die Abstiegszone hinein. Nur noch die Tordifferenz trennt den Dorfklub von einem Abstiegsplatz.

Die Partie begann so, wie es zu erwarten war. Wiesbaden, mit der erfolgreichsten Offensivabteilung der Liga gesegnet und noch mit Aufstiegsambitionen, legte erst einmal den Vorwärtsgang ein, während die Gastgeber, die die drittwenigsten Tore kassiert haben, auf die Sicherung des eigenen Gehäuses bedacht waren.. So richtig wollte das aber nicht funktionieren, denn nach nicht einmal zwei Minuten tauchte Daniel Kyereh ganz frei vor Kevin Broll auf, bekam den Ball aber nicht mehr kontrolliert über den zuletzt überragenden Schlussmann gehoben, verfehlte so sein Ziel.

In diesem Stil ging es weiter. In der fünften Minute verzog Manuel Schäffler eine Direktabnahme von der Strafraumgrenze nach einer viel zu kurzen Abwehr nur knapp. Dann prüfte Patrick Choroba, der später mit Verdacht auf eine Adduktorenverletzung vom Platz musste, das Auge seines Schlussmannes. Eine von ihm abgefälschte Flanke fiel genau hinter der Latte aufs Außennetz (12.). Und in der 19. Minute ließ irgendwie die halbe Hintermannschaft die Präzision vermissen. Zunächst schlug Sebastian Bösel am eigenen Fünfmeterraum halb über den Ball, beim Klärungsversuch schoss dann Kapitän Julian Leist den eigenen Mann an, ehe Bösel doch noch klären konnte.

Erst danach fanden die Gastgeber so langsam ins Spiel, konnten den Gegner zunehmend vom Tor fern halten, und in der 31. Minute gab es auch die erste Chance für die SG, als nach einem Angriff über links Choroba um ein, zwei Meter rechts verzog.

Überraschende Führung

Zu Beginn der zweiten Hälfte war zunächst aber wieder der Tabellenvierte aus der hessischen Landeshauptstadt am Drücker. Einen eigentlich als Flanke gedachten Ball von Schwadorf konnte Broll am kurzen Pfosten gerade noch zur ins Toraus fausten (48.). Im Anschluss an die folgende Ecke kam der Ball nach rechts in den Strafraum zu Kyereh, dessen Schuss aufs lange Eck Broll mit dem Fuß herausholte (49.).

Doch statt einer Führung für Wehen stand es plötzlich 1:0 für den Dorfklub. Bei einer scharfen Hereingabe von Philipp Hercher von rechts versuchte Sascha Mockenhaupt am kurzen Pfosten mit einer Grätsche zu klären, weil ein Stück hinter ihm Timo Röttger lauerte. Doch Mockenhaupt nach Röttger nur die Arbeit ab, drosch den Ball ins eigene Netz (50.).  Wehen zeigte sich aber gar nicht geschockt. Schon direkt nach  Wiederanpfiff musste Broll zweimal retten, sicherte das Leder schließlich im dritten Versuch.

Es folgte nun aber die beste Großaspacher Phase. Dominik Pelivan hätte nach tollem Zuspiel von Makana „Rudi“ Baku direkt abschließen müssen, ließ sich aber nach außen abdrängen, und auch Röttger konnte nach Flanke des gerade eingewechselten Yannick Thermann ziemlich unbedrängt einen Kopfball nicht verwerten. Die Strafe folgte auf dem Fuß. Nach einem Ballverlust in der Offensive rückte Leist aus der Viererkette, um an der Mittellinie zu klären, traf bei seiner Grätsche aber den Ball nicht richtig. Die Abwehr stand nun offen und im Laufduell war Nicklas Shipnoski mit Ball auch noch schneller als Bösel ohne. Broll hatte beim Abschluss aus dem halblinken Strafraum ins lange Eck auch keine Chance (60.). „Bei 1:0-Führung, das 2:0 auf dem Fuß, im eigenen Stadion ausgekonter zu werden, ist sehr bitter. Das darf uns nicht passieren“, ärgerte sich Leist über diesen Gegentreffer.

Aber es kam noch schlimmer. In der 67. Minute legte Schäffler an der Strafraumgrenze mit der Brust für Schwadorf in die Gasse. Der traf von ähnlicher Position an fast genau die gleiche Stelle wie kurz zuvor Shipnoski. Die Partie wogte nun hin und her, mit Chancen auf beiden Seiten. Broll rettete noch einmal weit vor seinem Strafraum gegen Shinoski und Kyereh, war dann aber in der nächsten Szene der Depp, als er einen Aufsetzer des gerade eingewechselten Agyemang Diawusie nach vorne prallen ließ, Kyereh goldrichtig stand, und zum 1:3 abstaubte (75.).

Die Gastgeber kamen aber noch einmal näher heran, als der eingewechselte Zlatko Janjic Baku steil schickte und der im Strafraum von Alf Mintzel rüde umgerissen wurde. Der Wiesbadener sah Rot wegen Notbremse und Janjic verwandelte den fälligen Strafstoß souverän (83.). Doch trotz überzahl bekam die Schnorrenberg-Elf in den verbleibenden zehn Minuten, bis zum Ende der Nachspielzeit, nichts Zählbares mehr zusammen.