Aspach / Von Andreas Eberle

Die beiden Fanlager waren sich einig: Ein Banner mit der Aufforderung „Montagsspiele abschaffen“ prangte am Zaun des jeweiligen Blocks. Den Drittliga-Fußballern der SG Sonnenhof Großaspach scheinen die Montags-Heimspiele allerdings durchaus zu liegen. Sie schlugen den TSV 1860 München zum Abschluss des 32. Spieltags mit 1:0. Bereits das erste Montags-Duell in der Mechatronik-Arena gegen den VfR Aalen (1:1) hatte der Dorfklub nicht verloren. Mit dem siebten Saisonsieg überflügelte die SG Sonnenhof die Abstiegsrivalen Braunschweig, Lotte und Fortuna Köln. Das Team um Kapitän Julian Leist belegt nun Rang 14. Die Chancen auf den Klassenerhalt sind sprunghaft gestiegen.

Binakaj verschießt Elfmeter

Das Tor des Abends fiel fast auf den letzten Drücker – in der 88. Minute. Kai Brünker traf im Nachschuss, nachdem Löwen-Keeper Marco Hiller einen Foulelfmeter des eingewechselten Shqiprim Binakaj abgewehrt hatte.

Die 8253 Zuschauer – der zweitbeste SG-Saisonbesuch bisher – bekamen in der ersten Hälfte keine Tore zu sehen. Großaspach hatte bereits in der Anfangsphase seine größte Chance: Nach einem weiten Pass schlug Löwen-Innenverteidiger Simon Lorenz über den Ball, sodass Philipp Hercher unverhofft allein vor Hiller auftauchte. Sein Flachschuss aus neun Metern flog aber knapp am langen Pfosten vorbei (2.).

Der ehemalige Erstligist aus der Bayern-Metropole begann verhalten. Die etwa 4000 Gästefans mussten sich bis zur 26. Minute gedulden, ehe ihre Lieblinge erstmals gefährlich vor dem Sonnenhof-Gehäuse auftauchten. Doch Kevin Broll hatte aufgepasst und warf sich in eine Flanke von Stefan Lex – Torjäger Sascha Mölders hatte das Nachsehen. Auch bei einem Schuss von Löwen-Debütant Dennis Dressel aus dem Hinterhalt, einem Lorenz-Kopfball und Daniel Weins Freistoß war der SG-Torhüter auf der Hut. Die Sonnenhof-Elf betätigte sich ebenfalls noch einmal als Brandstifter im Münchner Strafraum: Nach einer Ecke und einem Getümmel stand plötzlich Hercher am Fünfmetereck frei, traf den Ball aber nicht richtig – und fabrizierte einen Querschläger.

Großaspachs Trainer Florian Schnorrenberg musste bereits in der 28. Minute seine Viererkette umbauen: Sebastian Bösel hatte sich bei einem Pressschlag am Oberschenkel verletzt und musste raus. Für ihn übernahm Patrick Choroba den Job auf der rechten Abwehrseite.

Die zweite Hälfte begann mit einem guten Standard der SG: Torjäger Zlatko Janjic, der später wie Bösel ebenfalls mit einem Faserriss vom Feld humpelte, prüfte Hiller mit einem Freistoß – der Schlussmann der Sechziger wehrte zur Ecke ab. Wirklich zwingend waren die Angriffe der beiden Teams aber nicht. Der spielerischen Münchner Überlegenheit setzte die SG wie gehabt Einsatz und Kampf entgegen.

Als sich die Sonnenhof-Fans bereits mit dem 17. Remis in dieser Saison zu arrangieren begannen, gab es für sie doch noch Grund zum Jubeln: Herbert Paul kam im Gestocher um den Ball zu spät und brachte SG-Joker und Comeback-Spieler Marco Hingerl im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Justus Zorn pfiff Elfmeter und zeigte dem Münchner Gelb. Binakaj scheiterte mit dem Strafstoß zwar an Hiller, aber den Nachschuss brachte Brünker zum 1:0 im Netz unter (88.). Die Löwen antworteten mit wütenden Attacken. In der Nachspielzeit war den Aspachern das Glück hold, als ein 19-Meter-Schuss des eingewechselten Alessandro Abruscia um Zentimeter am rechten Pfosten vorbeizischte. Der Rest war überschwänglicher Jubel in Rot und Schwarz. Am Samstag (14 Uhr) tritt die SG im Abstiegsduell bei Eintracht Braunschweig nun gestärkt an, aber ohne die gelbgesperrten Choroba und Hercher – und womöglich auch ohne die verletzten Bösel und Janjic.