Fußball Brasch hält Elfmeter und Kühnle erzielt das Siegtor

Verbissene Duelle um den Ball: Hier liefern sich die Löchgauer Salvatore Langella (Zweiter von links) und Fabian Gurth (13) einen Vierkampf mit den Bergern David Brielmeyer (verdeckt) und Jonas Schuler. Links der Berger Arne Kittel, der einen Elfmeter vergab.
Verbissene Duelle um den Ball: Hier liefern sich die Löchgauer Salvatore Langella (Zweiter von links) und Fabian Gurth (13) einen Vierkampf mit den Bergern David Brielmeyer (verdeckt) und Jonas Schuler. Links der Berger Arne Kittel, der einen Elfmeter vergab. © Foto: Martin Kalb
Jan Fedra 18.06.2018

Der FV Löchgau hat auch das zweite Spiel der Aufstiegsrunde zur Verbandsliga  gewonnen. Drei Tage nach dem Sieg gegen den SV Zimmern schlugen die Schützlinge von Trainer Thomas Herbst in Besigheim auch den favorisierten TSV Berg. Tom Kühnle gelang in einer aufregenden Verlängerung neun Minuten vor deren Abpfiff der 1:0-Siegtreffer. Kurz zuvor parierte FVL-Torhüter Markus Brasch einen von ihm selbst verschuldeten Strafstoß des Bergers Arne Kittel. Die erfahrenen Führungsspieler der jungen FVL-Truppe waren folglich die Hauptprotagonisten in einem ausgeglichenen Duell in Besigheim. Nun kommt es am Sonntag zur dritten und entscheidenden Partie in der Aufstiegsrunde. Gegner der Löchgauer in Marbach ist die SKV Rutesheim.

Baki verfehlt Tor knapp

Vor rund 550 Zuschauern hatte die in weiß spielende Herbst-Elf in der elften Spielminute die erste Großchance: Kubilay Baki ließ zwei Gegenspieler im Mittelfeld stehen, über Janis Feufel kam der Ball auf die rechte Seite zu Fabian Gurth. Dessen Flanke auf den zweiten Pfosten konnte der in den Strafraum durchgestartete Baki aus kurzer Distanz aber nicht verwerten – sein Kopfball flog knapp links vorbei. Auf der Gegenseite profitierte Andreas Kalteis von einem Luftloch von Cahit Gündüzalp, der Schuss des Berger Angreifers zog nur knapp am langen Pfosten vorbei (15.). Löchgau konzentrierte sich fortan auf die Defensivarbeit, vor allem Salvatore Langella und der äußert zweikampfstarke Feufel liefen einige Löcher im Zentrum zu. Die beste TSV-Gelegenheit war ein Zufallsprodukt nach 37 Spielminuten: Ein langer Freistoß fiel Kittel am Fünfmeterraum-Eck vor die Füße. Der Offensivmann versuchte es mit dem rechten Außenrist, nur haarscharf verfehlte er so das lange Eck.

War die erste Hälfte noch ausgeglichen mit je einer Top-Chance auf beiden Seiten, so wurde Berg nach dem Seitenwechsel aktiver. Kalteis passte zehn Minuten nach Wiederbeginn von der Grundlinie flach in die Gefahrenzone. Silvio Battaglia bekam noch eine Fußspitze an den Ball, verzog aber trotz aussichtsreicher Position. TSV-Coach Oliver Ofentausek brachte nach einer Stunde Jan Biggel für Battaglia und damit frischen Schwung in der Offensive.

Zehn Minuten auf dem Feld, setzte sich Biggel geschickt im Löchgauer Strafraum durch und flankte auf den zweiten Pfosten. Heiko Wenzels Schuss blockte die FVL-Hintermannschaft zur Ecke. Es begann die Phase, in der sich die Herbst-Schützlinge nur noch selten spielerisch befreien konnten. Weite, klärende Schläge waren das Mittel der Wahl von Simon Herbst und Kühnle, die aber – wie die gesamte Landesliga-Saison über – sehr sicher in der Innenverteidigung standen. Die einzig gefährliche Löchgauer Aktion in Abschnitt zwei hatte der für Terry Offei gekommene Tim Schwara. Nach Flanke des ebenfalls eingewechselten Janis Lamatsch von rechts köpfte der erfolgreichste FVL-Stürmer aber über das Tor (83.).

Auch in der Verlängerung hatten die Berger zunächst Oberwasser. Schiedsrichter Manuel Digeser zog seine Linie, viel laufen zu lassen, weiter konsequent durch. Der wie Löchgau erst in der vergangenen Saison aus der Verbandsliga abgestiegene TSV nutzte das sich daraus ergebende offene Spiel zu seinem Vorteil. Biggel machte mit zwei guten Aktionen, einer scharfen von Gündüzalp entschärften Flanke und einem strammen Rechtsschuss (95./96.), weiter auf sich aufmerksam.

Kittel scheitert per Strafstoß

Für den absoluten Aufreger sorgte dann aber Löchgau-Keeper Brasch. Er kam – für seine Mitspieler etwas unerwartet – in der 102. Minute aus dem Tor und wollte Taner Ata den Ball vom Fuß grätschen, traf jedoch nur dessen Schienbein. Digeser zeigte auf den Elfmeterpunkt und Kittel schnappte sich den Ball. Brasch tauchte früh in die aus seiner Sicht rechte Ecke ab – und lag goldrichtig: Der Löchgauer Leader parierte den Flachschuss nicht nur, er hielt in sogar fest.

Eine letzte Initialzündung für seine Vordermannen, die es nun nochmal mit etwas mehr Offensive versuchten. Lamatsch brachte in der 108. Minute einen Freistoß gefährlich nach innen, Schwara verpasste nur knapp. Drei Minuten später die fast identische Aktion: Flanke Lamatsch von rechts, Schwaras Versuch wurde geblockt und dann kam der Ball zu Kühnle. Kurzes Dribbling, Rechtsschuss im Fallen – und das 1:0 für Löchgau, aus kurzer Distanz schlug es unter der Latte ein. Die Führung brachten die aufopferungsvoll kämpfenden Weißen über die Zeit und durften sich so über den zweiten Relegationssieg freuen. Nach den beiden Landesliga-Zweiten Zimmern und Berg wartet am kommenden Sonntag der Tabellendreizehnte der abgelaufenen Verbandsliga-Saison: die SKV Rutesheim.

TSV Ilshofen als Hoffnungsträger

Der TSV Ilshofen, württembergischer Verbandsliga-Vizemeister, hat das Hinspiel der Aufstiegsrunde zur Oberliga beim Südbaden-Vertreter Freiburger FC mit 0:1 verloren. Im Rückspiel am Sonntag geht es für Ilshofen in erster Linie  um den eigenen Aufstieg. Das Team aus Hohenlohe spielt aber auch für vier andere Mannschaften. Denn schafft Ilshofen den Aufstieg in die Oberliga, hat das Auswirkungen auf die Relegationsspiele zur Verbands- und zur Landesliga, Staffel 1.  Dann würde der FV Löchgau in die Verbandsliga aufsteigen und Relegationsgegner SKV Rutesheim seinen Platz dort behalten. Das gleiche Szenario in der Landesliga 1. Bei Aufstieg Ilshofen bliebe der TV Pflugfelden in der Landesliga und der Relegationsgegner SV Wachbach würde aufsteigen. Alle drei Spiele in Ilshofen, Marbach und Ingersheim beginnen am Sonntag um 15 Uhr. Im vergangenen Jahr profitierten die SKV Rutesheim als Landesliga-Vizemeiser und die SF Schwäbisch Hall vom Aufstieg der TSG Backnang in die Oberliga, ebenso in der Landesluga der SV Fellbach und der SV Leingarten. cp

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