Fußball Aufsteiger setzt auf Profivorbereitung

Johannes Munz vom VfB Tamm bei einer von sieben Übungen zur Verletzungsprävention. Damit geht der A-Ligist VfB Tamm neue Wege in der Saisonvorbereitung.
Johannes Munz vom VfB Tamm bei einer von sieben Übungen zur Verletzungsprävention. Damit geht der A-Ligist VfB Tamm neue Wege in der Saisonvorbereitung. © Foto: Robin Merkle
Tamm / Yasina Hipp 02.08.2018

Um mit allen Spielern fit in die neue Saison starten zu können, wurde bei den Fußballern der ersten Herrenmannschaft des VfB Tamms ein „Functional Movement Screen“ durchgeführt. In der brühenden Hitze auf dem Tammer Fußballplatz des VfB Tamms lief am vergangenen Wochenende bei 18 jungen Männern der Schweiß in Strömen. Den Start der neuen Saison im Auge, fand für die erste Herrenmannschaft ein Trainingswochenende statt. Neben Taktikbesprechungen, konditionellen Einheiten und Fußballspielen gab es etwas Besonderes für die Sportler. Trainer Jens Zagola hatte ein „Functional Movement Screen“ (FMS) organisiert. Tanja Grimm-Türker von „Der Bewegungsapparat“ erklärte der Mannschaft was ein FMS ist: „Mit dem Screen wollen wir durch einfache Stabilisations- und Dehnübungen, mögliche Dysbalancen im Körper erkennen. Mit bestimmten Übungen, kann den Mängeln in Muskeln oder Gelenken dann entgegen gewirkt werden.“ Insgesamt wurden sieben grundlegende Bewegungsmuster getestet,

Tests auch vor Sommermärchen

Profi-Mannschaften arbeiten schon lange mit dieser Technik. Vor allem in Amerika in der NHL, NBA und NFL aber auch in der deutschen Fußballnationalmannschaft, gehört ein FMS zum Training und einer optimalen Vorbereitung dazu. Eingeführt vom damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann, unterzog sich die deutsche Mannschaft vor der WM 2006 und dem „Sommermärchen“ diesem Programm.

Der VfB Tamm spielt nach seinem Aufstieg künftig in der Kreisliga A, ist also keine Profimannschaft. Warum der Screen trotzdem durchgeführt wurde, erläutert Trainer Zagola: „Wir hatten in der letzten Saison so viele Verletze, auch fünf oder sechs Leistungsträger waren lange verletzt. Um dem Vorbeugen zu können, wollen wir das FMS ausprobieren. Der ganze Spaß ist nicht ganz billig, aber wir meinen, dass sich die Vorbeugung auch langfristig im Amateurbereich lohnt.“ Die konkrete Idee kam dann vor ein paar Monaten von Tamms Abteilungsleiter Sven Koch, der über einen Kollegen, der sich selbstständig machte, ein FMS organisieren konnte.

In vier Stunden wurden je zwei Spieler zirka 20 Minuten lang getestet. Kniebeuge, Ausfallschritte und Liegestützen waren Bestandteile der insgesamt sieben Übungen. Tanja Grimm-Türker war zufrieden mit der Mannschaft: „Die Defizite sind typisch für Fußballer. Sie sind vor allem unbeweglich im Beinbereich, da wurde die Mobilität vernachlässigt, aber das lässt sich gut trainieren“, analysierte sie die Ergebnisse. Anhand von Punktzahlen von null bis drei erfasste die Physiotherapeutin für jeden Spieler seine individuelle Kraft und Mobilität.

Christian Stützle ist einer der Verletzten der Mannschaft aus der Vorsaison. Vor einem Jahr riss er sich in einem Fußballspiel das Kreuzband. Gute zehn Monate ohne Fußball bedeutete das für den 20-Jährigen. Zur neuen Saison möchte er wieder angreifen: „Mein Knie fühlt sich jetzt gut an. Durch den Screen und die Übungen, hoffe ich, dass ich ganz ohne Probleme spielen kann und meine Knie stabil bleiben.“

VfB-Trainer Zagola sieht der neuen Saison als Aufsteiger positiv entgegen: „Mit dieser professionellen Vorbereitung können wir durchstarten. Hoffentlich mit einem vollständig fitten Team.“ Am 19. August geht es gegen den Nachbarn TSV Asperg los.

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