Mit einer neuen Einlaufmusik wollte Rico Schmitt den Fußballern des VfR Aalen am Freitagabend Beine machen: Vor dem Anpfiff des Drittliga-Heimspiels gegen den schwäbischen Rivalen SG Sonnenhof Großaspach schallte das Steiger-Lied auf besonderen Wunsch des neuen Trainers durch die Ostalb-Arena – in Anlehnung an die Aalener Bergbau-Tradition. Das Bild, das Schmitt vermitteln wollte, war offensichtlich: Aufwärts soll es mit dem VfR gehen, mit harter Arbeit soll der Erfolg zum Tabellenletzten zurückkommen.

Dies gelang den Aalenern im Württemberg-Duell allerdings nur mit Abstrichen. Sie boten gegen die Dorfklub-Kicker aus Aspach zwar eine engagierte Vorstellung und hatten mehr Spielanteile und Chancen, am Ende trennten sich beide Teams aber wie in der Hinrunde 1:1. Damit wartet der frühere Zweitligist seit nun 14 Partien auf einen Dreier. Für Schmitt, der vor zehn Tagen die Nachfolge des entlassenen Argirios Giannikis angetreten hatte, war es nach dem 1:2 bei 1860 München immerhin der erste Zähler mit seinem neuen Verein. Die SG Sonnenhof blieb nach den Siegen gegen Osnabrück und Uerdingen zum dritten Mal hintereinander ungeschlagen und fuhr ihr bereits 13. Remis ein.

Vielleicht wäre alles anders gelaufen, wenn Stephan Andrist in der neunten Minute die Riesenchance zum 1:0 genutzt hätte: Nach einem Pass des Ex-Aspachers Matthias Morys schlug Korbinian Burger über den Ball, und Andrist tauchte frei am Fünfmeterraum auf, schoss aus spitzem Winkel aber am langen Eck vorbei. Besser zielte im Gegenzug Timo Röttger. Der Sonnenhof-Stoßstürmer lief am ersten Pfosten in Michael Vitzthums scharfe Hereingabe und knallte die Kugel aus sechs Metern mit dem rechten Fuß unter die Latte – erste Chance, erstes Tor, 0:1 (10.). Pech hatte außerdem Philipp Hercher, dessen 18-Meter- Knaller kurz darauf am Pfosten landete.

Die Aalener schienen angezählt, zeigten dann aber Nehmerqualitäten – und schlugen zurück: Royal-Dominique Fennell stieg in der 33. Minute nach einer Ecke von Sascha Traut am höchsten und köpfte zum 1:1 ins lange Eck ein. Nach zwei weiteren Traut-Ecken verfehlten Morys und Torben Rehfeldt kurz vor der Pause mit ihren Kopfbällen jeweils knapp das Gehäuse.

Auch im zweiten Durchgang war der VfR das aktivere Team und offenbar mit dem 1:1 gar nicht zufrieden. Im Abschluss fehlten der Schmitt-Elf aber Konzentration, Präzision und auch Glück. Nach Trauts fünfter Ecke traf Rehfeldt den Ball nicht voll, und so hatte SG-Schlussmann Kevin Broll kein Problem mit dem Schussversuch, ebenso wenig mit Andrists Schüsschen. Zudem feuerten Morys und Andrist in aussichtsreicher Position drüber.

VfR-Kapitän rettet auf der Linie

Von den Mannen in Gelb war in der Offensive hingegen lange nichts mehr zu sehen – bis zur 63. Minute, als Winter-Neuzugang Zlatko Janjic, der bei seinen drei Einsätzen zuvor bereits drei Treffer erzielt hatte, mit einem Freistoß den Aalener Kasten nur um Millimeter verfehlte. Noch knapper ging es in der 66. Minute zu: VfR-Keeper Daniel Bernhardt unterlief eine Flanke, und Aalens neuer Kapitän Clemens Schoppenhauer beförderte den Schuss des aufgerückten Kai Gehring im letzten Moment noch von der Torlinie. Es war der letzte Aufreger in einem Spiel, das zwar nicht hochklassig war, aber vom Kampf und der Spannung lebte.  „Alles in allem sind wir froh, dass wir heute einen Punkt mitnehmen konnten“, bilanzierte SG-Coach Florian Schnorrenberg.