Präsident Emir Cerkez spricht im BZ-Interview über den Höhenflug des SGV Freiberg, Abwerbeversuche bei Torjäger Sökler und eine Vertragsverlängerung von Trainer Gehrmann.

Als Spitzenreiter in die Winterpause zu gehen – hätten Sie das nach dem schlechten Start und der Derbypleite noch für möglich gehalten?

Emir Cerkez: Nein, ich habe irgendwann gedacht, wir müssen die Saison irgendwie zu Ende bringen und dann eine Fehleranalyse machen, wieso es nicht so gelaufen ist wie erhofft. Darum hat mich unser Abschneiden schon überrascht. Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft.

Was macht Freiberg in dieser Oberliga-Saison so stark?

Die Mannschaft hat nach der Niederlage gegen Bissingen verstanden, um was es geht. Wir haben ein gutes Team, und die Spieler wollten zeigen, dass sie keine Verlierermannschaft sind, sondern die Qualität haben, um zur Spitzengruppe zu gehören. Außerdem haben wir viele tolle Mitarbeiter im Verein. Da greifen viele Puzzleteile ineinander.

Ist der SGV jetzt der Aufstiegskandidat Nummer eins?

Das würde ich nicht so sagen, ich sehe noch zwei andere Klubs, die zum Favoritenkreis gehören, aber wir verstecken uns nicht.

Würde der Verein die Regionalliga denn überhaupt stemmen können?

Ich sehe uns gut aufgestellt. Unser Verein ist sehr gesund, auch was die Liquidität betrifft, und wir haben keine Schulden.

Marcel Sökler hat sich mit 19 Toren ins Rampenlicht geschossen. Wie viele Klubs haben beim SGV angeklopft, um ihn abzuwerben?

Es hat bisher nur ein Klub aus dem benachbarten Ausland angefragt. Ich habe klar und deutlich eine Absage erteilt. Ein Wechsel in der Winterpause kommt nicht in Frage. Marcel fühlt sich wohl beim SGV und weiß, was er an uns hat. Sollte ein Verein aus der Zweiten Liga bei uns anklopfen, würde ich mir aber Gedanken machen, denn so eine Chance würden wir ihm nicht verbauen.

Der Vertrag von Trainer Ramon Gehrmann läuft am Saisonende aus. Haben Sie ihm schon ein neues Vertragsangebot auf den Tisch gelegt?

Wir werden uns in den nächsten Tagen zusammensetzen und reden – auch darüber, was er für einen möglichen Regionalliga-Aufstieg brauchen würde. Ich hoffe, dass wir ihn über die Saison hinaus halten können. Er ist ein sehr guter und auch gefragter Trainer und ein toller Mensch. Ich arbeite mit ihm seit Jahren zusammen. Das nenne ich mittlerweile auch Freundschaft.