Fußball „Schwaches Zeichen vom DFB“

Bietigheim-Bissingen / ae 04.07.2018

Dass Bundestrainer Joachim Löw seinen Vertrag bis 2022 erfüllen will und vom DFB volle Rückendeckung erhält, stößt bei Trainern aus der Region auf Kritik, aber auch auf Zustimmung. Die BZ-Sportredaktion hat sich umgehört.

Detlef Antoni, Trainer des SV Walheim: Das war die einfachste Lösung für den DFB. Wahrscheinlich fehlt es dem Verband an einer Alternative. Hätte Löw auch intern mehr Widerstände erhalten – und nicht nur Druck von den Medien und aus der Öffentlichkeit –, dann wäre die Entscheidung wohl anders ausgefallen. Ich wäre an seiner Stelle bereits 2014 nach dem WM-Titel abgetreten. Dann wäre er in die Annalen eingegangen. So hat er jetzt einen Streifschuss abbekommen.

Ramon Gehrmann, Coach des SGV Freiberg: Ich finde die Entscheidung richtig. Wenn ich über eine Alternative nachdenke, fällt mir niemand ein. Die Trainer, die das Zeug dazu hätten, stehen bei Klubs wie Paris und Liverpool unter Vertrag. Das Trainerteam funktioniert. Trotzdem ist man auch als deutsche Mannschaft nicht davor gefeit, mal ein schlechtes Turnier zu spielen. Löw ist ein Fachmann und wird seine Schlüsse aus der WM ziehen. Wichtig wird sein, dass die altgedienten WM-Helden ihren Platz für junge Spieler räumen.

Matthias Schmid, Trainer von Germania Bietigheim: Nach dem desolaten Abschneiden hätte er zurücktreten müssen – trotz seiner Verdienste. Er hat Fehler in der Kaderzusammenstellung gemacht und die Mannschaft nicht mehr. Das ist jetzt ein schwaches Zeichen vom DFB. Den arrivierten Spielern hätte ein neuer Impuls gut getan. Mich erinnert das Ganze an die Bundesregierung: Aus Angst, einen Fehler zu machen, hält man am Alten und scheinbar Bewährten fest.

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