Fußball Vier oder drei B-Liga-Staffeln?

Rottenacker stellt keine „Zweite“ mehr – im Bild Schiedsrichter Gerhard Oppelz bei einer Partie der TSG II.
Rottenacker stellt keine „Zweite“ mehr – im Bild Schiedsrichter Gerhard Oppelz bei einer Partie der TSG II. © Foto: Herbert Geiger
Unterstadion / Maurice Glienke 09.07.2018

Beim Staffeltag der Fußball-Kreisliga A1 und den Kreisligen B1 und B2 nahm unter der Leitung von Staffelleiter Dietmar Traub im Sportheim in Untermarchtal lange Zeit alles seinen üblichen Verlauf wie in jedem Jahr. Nach den Berichten zur vergangenen Saison mit den Glückwünschen an die Meister TSV Riedlingen, SGM Daugendorf/Zwiefalten und SF Donaurieden wie auch dem TSV Rißtissen als Aufsteiger über die Relegation, verlas Franz Heckenberger vom Sportgericht seinen Bericht.

Danach stellte Dietmar Traub den Rahmenplan der Kreisliga A Staffel 1 vor, die am 16. August in die Saison starten wird. „Ich hoffe aber in dieser Spielzeit auf einen vollen ersten Spieltag, denn zuletzt gab es direkt zu Beginn einige Verlegungen“, stellte Traub kritisch fest. Nach knapp zwei Stunden dann die für alle anwesenden Vereinsvertreter überraschende Nachricht. Der neue Spielleiter des Bezirks, Sigmar Störk, stellte zwei Vorschläge für die neue Einteilung der bisherigen vier Kreisliga-B-Staffeln vor.

Viele Rückzüge

Grund für diese Neueinteilung ist ein starker Rückgang der Mannschaftszahl. Denn nicht weniger als sieben Vereine meldeten ihre zweiten Mannschaften ab: Darunter der VfL Munderkingen II und die TSG Rottenacker II, wie auch der in den Bezirk Riß abgewanderte SV Oggelsbeuren. Zudem schlossen sich der FC Laiz II der SGM Schmeien an, der SV Oggelshausen der SGM Kanzach. Somit würden nach derzeitigem Stand nur noch 48 Mannschaften in den Kreisligen B antreten. „Dies ist eine bedenkliche Entwicklung, die uns hier trifft“, erklärte der Bezirksvorsitzende Horst Braun.

Der erste Vorschlag beinhaltet eine Aufsplittung in vier Staffeln, bei der weiterhin der Aufstieg in die beiden Kreisligen A wie gehabt vonstatten geht, jedoch würde eine Liga nur noch aus zwölf Mannschaften bestehen. Aus der Sicht einiger Vereine eine gute Lösung, denn die Winterpause würde sich bis Anfang April verlängern, was witterungsbedingt von Vorteil sein kann. Negativ bewerteten einige aber, dass vier Partien weniger ausgetragen würden. „Damit würde ein C-Jugendspieler mehr Spiele als ein Kreisliga-B-Akteur haben. Man müsste schon kreativ werden, um diese Zeit zu überbrücken“, sagte Spielleiter Störk. Die ambitionierten Teams befürworteten diesen Vorschlag mit ihrer Zustimmung.

Der zweite Vorschlag war folgender: Die B-Ligen in nur drei Staffeln mit jeweils 16 Mannschaften aufzugliedern. Das Aufstiegsszenario wäre demnach komplizierter. Der Spielbetrieb würde terminlich analog zur Bezirksliga stattfinden und die Reserveteams könnten weiterhin vor der ersten Mannschaft spielen.

Bei der Abstimmung der anwesenden Vertreter sprach sich die Mehrheit für den Vorschlag der Staffeln mit zwölf Mannschaften aus. „Wir können bei 30 Spielen und der Reserve den Spielbetrieb so nicht mitmachen“, erklärte Reinhold Oßwald vom SV Granheim. Und auch Fabian Spinner vom TSV Riedlingen, dessen zweite Mannschaft nun dort spielt, pflichtete bei, „dass unsere Studenten für die Kreisliga B dann an vier Terminen unter der Woche 200 Kilometer fahren, das kann nicht zielführend sein“.

Nun liegt es an den Vertretern der Kreisliga A2 und den Kreisligen B3 und B4 beim heutigen Staffeltag in Renhardsweiler ihre Meinung zu der neuen Ligastruktur zu äußern. „Wir werden beide Abstimmungen zusammenlegen und den mehrheitlichen Vorschlag noch in den kommenden Tagen präsentieren“, versprach Horst Braun.

Die Abstimmung wird weitreichende Folgen haben – das war den Vereinen klar. Auch deshalb fiel es danach unglaublich schwer, zur Tagesordnung überzugehen. Wie so oft, gibt es kein richtig oder falsch.

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