Fußball-Landesliga TSG steigt nach 0:6 in Berg ab

Matthias Soukup trottet mit dem Ball gen Mittellinie, Torwart Sebastian Wursthorn ist trostlos, die Berger Spieler beglückwünschen sich:  So hatte sich die TSG das Saisonende nicht vorgestellt.
Matthias Soukup trottet mit dem Ball gen Mittellinie, Torwart Sebastian Wursthorn ist trostlos, die Berger Spieler beglückwünschen sich: So hatte sich die TSG das Saisonende nicht vorgestellt. © Foto: Helen Weible
Berg/Ehingen / Helen Weible 11.06.2018

Mit dem Trikot über dem hängenden Kopf und Tränen auf den hitzigen Wangen saß Patrick Mrochen noch lange auf dem Fußballrasen des TSV Berg. Niederschmetternd die Gewissheit des Abstiegs, tiefschmerzend das Gefühl, es mit seinem Heimatklub, der TSG Ehingen, nicht geschafft zu haben. Ade Landesliga heißt es für die Fußballer der TSG, nachdem es im enorm wichtigen Duell der Saison eine klare 0:6 (0:3)-Niederlage setzte. Warum? Der TSV Berg war zu mächtig. Die Mannschaft von Oliver Ofentausek will aufsteigen – und wird das in der Relegation mit breiter Brust versuchen.

„Wir packen es nächstes Jahr wieder an“, meinte Roland Schlecker kurz nach dem Abpfiff, während er seinen niedergeschlagenen Spieler versuchte zu trösten. „Wir können Berg nur unseren Glückwunsch aussprechen. Wir haben nicht alles abrufen können heute, Berg war spielerisch überlegen.“ Ja, die waren besser, aber zumindest anfangs hätten die Gäste mehr draus machen müssen. Als die Oberschwaben Anlaufschwierigkeiten in brütender Hitze hatten.

Bei fahrigem Beginn beider Teams flogen die Bälle hoch und steil über den Platz vor etwa 200 Zuschauern im Rafi-Stadion. Die mussten sich gedulden, bis überhaupt eine Chance zu erkennen war bei viel Mittelfeldgeplänkel. Nach sieben Minuten nutzte die TSG einen Freistoß nicht, um im Berger Sechzehner für Gefahr zu sorgen. Weiter ging es fehlerbehaftet hin und her. Dann agierte der Gastgeber wie aus dem Nichts in der Manier eines Tabellenzweiten: Schnell nach vorne gespielt schloss Heiko Wenzel klassisch ab. Die erste Gelegenheit ein Treffer. Das konnte ja heiter werden! Tatsächlich drängten die Berger nun immer mehr in den Ehinger Strafraum, häufig fehlte nur der Abschluss. Nach etwa
einer halben Stunde dann viel Glück für die Gäste, dass Arne Kittel nicht mit dem Spann das 2:0 erzielte. Schließlich musste für Berg eine Standardsituation herhalten: Silvio Battaglia vom Punkt eiskalt zum 2:0 (37.). Ein riskantes Zuspiel vor dem eigenen Tor, das Mrochen wahrscheinlich nicht aus dem Kopf bekam, wurde von TSG-Torwart Sebastian Wursthorn vereitelt. Noch vor der Pause begannen die Hausherren zu zaubern. Und Battaglia gelang noch das 3:0 kurz vor dem Halbzeitpfiff.

Gleiches auch in den folgenden 45 Minuten, die für die TSG-Spieler einer Qual gleichen mussten. Die Berger kombinierten fast beliebig nach vorne. Kittel scheiterte am Pfosten (50.), nachdem es vor ihm zwei Mitspieler probiert hatten. Gleich beim nächsten Angriff langte Kittel zu (4:0/53.). Nachdem Nikolaus Deutelmoser zum 5:0 nach einer Ecke erhöht hatte, brüllte Wursthorn in Richtung Feldspieler: „Jungs, nehmt die Zweikämpfe an!“

Die TSG kämpfte jetzt, konnte aber die Angst vor dem drohenden Liga-Aus nicht einfach wegballern. Die Ohnmacht steckte nunmehr in den Beinen. Nach dem 6:0 durch Andreas Kalteis (69.) ließen die eindeutigen Sieger Gnade walten. „Ehingen war nicht schlecht heute“, sagte TSV-Trainer Ofentausek, „Aber wenn wir diszipliniert unser Spiel machen, dann hat jeder Gegner es richtig schwer.“

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