SSV Ehingen-Süd Mit den eigenen Waffen geschlagen

Timo Barwan war bei der 1:3-Niederlage bester Mann bei Ehingen-Süd.
Timo Barwan war bei der 1:3-Niederlage bester Mann bei Ehingen-Süd. © Foto: Herbert Geiger
Kirchbierlingen / Helen Weible 30.08.2018

Der SSV Ehingen-Süd hat den Schwung aus der Liga nicht in den Pokalwettbewerb mitgenommen. Statt den Hausherren waren es gestern die Gäste des FC 07 Albstadt, die mit schnellem Konterfußball den Kirchbierlingern den Zahn zogen. Mit der 1:3 (1:2)-Niederlage verpasst Süd das Achtelfinale des Verbandpokals. Und muss sich nun wohl voll und ganz auf die Liga konzentrieren. „Das war heute kein Spiel, das wir hätten verlieren müssen“, sagte Michael Turkalj, der momentan den urlaubenden Cheftrainer Michael Bochtler vertritt. „Durch Fehler und Ballverluste haben wir dem Gegner zwei Tore geschenkt“, meint der Co-Trainer weiter. Noch mehr als die Niederlage schmerzte ihn aber die Tatsache, dass sich das Lazarett auch noch vergrößerte.

Von vornherein nicht bringen konnte Turkalj Daniel Haas, bei dem muskuläre Probleme aufgetaucht sind. Und Philipp Schleker verließ nach nur 20 Minuten das Spielfeld aufgrund eines Schlags aufs rechte Knie. Fortan beobachtete Schleker das Geschehen von außen und konnte sich manchmal nicht zügeln, etwas hineinzuschreien.

Bis zum Führungstor für den SSV Ehingen-Süd in der 30. Minute durch Semir Telalovic, der erstmals in der Startelf stand, lief es noch ordentlich aus SSV-Sicht. Zunächst hatten die Albstädter Redebedarf und waren unzufrieden, da die Grundordnung fehlte. „Ruhig“ brüllte FC 07-Coach Alexander Eberhart über den Platz. Seine beiden enorm laufstarken Stürmer Nicolas Gil Rodriguez und Pietro Fiorenza bekamen (noch) nicht die Bälle, die sie gebraucht hätten. Doch das sollte sich dann ändern, da Süd immer mehr den Zugriff aufs Spiel verlor. Einzig Timo Barwan agierte in gewohnter Gefährlichkeit und hatte Pech, dass er einige Standardsituationen nicht in Tore ummünzen konnte. Das 1:0 geschah immerhin aus dem Spiel heraus: Aaron Akhabue dribbelte sich an der Spitze durch und legte auf Telalovic ab, der Torwart Mario Aller überlistete. In der 36. Minute verpasste Fabian Sameisla eine gute Möglichkeit zum Anschlusstreffer, nachdem er einen Sahnepass von Barwan nicht verwertete. Ab da schien die Partie zu kippen. Statt dem 2:0 fiel das 1:1 nach einem Chancenübergewicht des FC 07. Vier Minuten vor der Halbzeitpause musste Fiorenza nur in den Ball hineinspringen. Und nur einen Moment nach Wiederanpfiff die gleiche Aktion des Gegners: Im Tumult vor dem Tor drückte Marco Sumser das Spielgerät ins Netz.

Lethargie bei Süd nun auch nach der Pause: Nach dem 1:2-Rückstand kam zu wenig von den Gastgebern, von Albstadt dagegen immer mehr: „Unsere Körpersprache war gut. Wir haben kompakt gespielt und unsere Konter genutzt“, fasste Eberhart zusammen. Während die Pfarrei-Kicker nur noch selten nach vorne kamen, wurden sie von den Gästen immer wieder überrumpelt und „mit den eigenen Waffen geschlagen“, so Eberhart. Nach dem 1:3 (73.) durch Marcello Anicito war die Partie gelaufen. Auch der eingewechselte Hannes Pöschl konnte nichts mehr bewirken. Der FC 07 hätte noch erhöhen können, mit einem Schuss über Torwart Felix Gralla hinweg, der an die Latte knallte oder Fiorenza, der nur das Außennetz traf. Die Gelb-rote Karte für Stefan Hess setzte den traurigen Schlusspunkt.

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