Jugendfußball Mit dem Ball am Fuß fürs Leben lernen

Ansagen gehören dazu beim Fußball-Camp in Munderkingen: VfB-Trainer Klaus Hubrich (rotes Trikot) trommelt seine Gruppe zusammen.
Ansagen gehören dazu beim Fußball-Camp in Munderkingen: VfB-Trainer Klaus Hubrich (rotes Trikot) trommelt seine Gruppe zusammen. © Foto: Helen Weible
Munderkingen / Helen Weible 31.07.2018

Im Vordergrund geht es natürlich ums Fußballspielen: saubere Ballbehandlung, präzises Passen, Tore vorbereiten und verhindern. Hintergründig geht es beim dreitägigen Fußball-Camp im Munderkinger Stadion auch noch um viel mehr. „Um Wertevermittlung“, sagt Klaus Hubrich, einer der vier externen Camp-Trainer, die mit 57 Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren seit gestern je drei Stunden vormittags und nachmittags am Ball sind.

Kurz vor der Mittagspause werden unter brütender Sommersonne die Zwei-gegen-Zwei-Duelle hitziger, ein kleiner Zank entbrennt zwischen den Nachwuchs­kickern. Hubrich winkt die Schützlinge zu sich her: „Warum diskutiert ihr? Das ist vergeudete Zeit. Ihr könnt alle gut spielen, aber ihr seid alle verschieden, jeder hat seine Meinung“, sagt Hubrich zu ihnen und die Erkenntnis kommt prompt bei allen an. Streiten – wozu eigentlich? Konflikte unterbinden, bevor sie überhaupt entstehen. Im Hintergrund dudelt „The winner takes it all“ von Abba. Sieger wollen sie alle sein, aber zum Sieger wird man nur mit der richtigen Einstellung. „Höflichkeit und Rücksichtsnahme lernen die Kinder beim Fußball nebenbei. Fußball kann mehr“, sagt Hubrich aus Erfahrung.

Der routinierte und in sich ruhende Trainer des VfB Stuttgart (25 Jahre) und des SV Vaihingen (fünf Jahre) legt wie die anderen Übungsleiter Wert auf Wettkämpfe, die anspornen und ganz viel Spaß machen. Dass der Disziplin-Faktor nicht zu kurz kommt, liegt daran, dass alle Trainer auch Lehrer sind. Timo Häberle und Martin Klopfer (beide SV Vaihingen) und Volker Hügler (TSG Offenweiler) lehren an verschiedenen Bildungseinrichtungen und trainieren Heranwachsende.

Den Kindern im Camp tun die fremden Coaches gut. „Sie bekommen neue Impulse durch die neuen Trainer“, erklärt Fußball-Manager Felix Schelkle. Dessen Anliegen war es nach zweijährige Pause, wieder ein Fußball-Camp anzubieten, wo es nur ums „Kicken“ geht. Und diese Rechnung geht auf, denn das Angebot, für das Eltern inklusive Verpflegung und Dress 89 Euro ausgeben, kommt gut an. Die Kinder stammen aus dem Umkreis von 30 Kilometern, vor allem von den Partnervereinen SG Öpfingen und dem SV Unterstadion nehmen einige teil. „Es gibt eine U-13-Familie im Jugendfußball“, stellt Schelkle fest, Gründer des internationalen U-13-Hallenturnier im Winter.

Und die Kinder sind hochmotiviert: Die zwei Öpfinger Mädels Cosima (9) und Frida (11) gefällt Fußball genauso gut wie dem neunjährigen Matyas. Nur wollen sich die Mädels nicht festlegen, wo es einmal hingehen soll.
Matyas würde gern ein Torhüter wie Petr Cech werden – im Camp werden die Grundlagen gelegt.

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