Wenn am Samstag und Sonntag die Sporthalle in Munderkingen ihre Tore öffnet, dann geben sich wie in den Jahren zuvor auch 2019 die Fußball-Talente aus ganz Europa die Klinke in die Hand. Das internationale U 13-Hallenturnier um den Vereinsservice-Cup wird wieder zum Mekka der D-Junioren-Kicker. Für Spitzenvereine aus dem In- und Ausland wie für die Partner des VfL aus der Region hat der Wettbewerb innerhalb der Rundumbande nicht an Attraktivität verloren. So ist es keine Überraschung, dass sich stets Scouts und Talent-Späher an der Donau blicken lassen.

Nicht ohne Grund, denn das 22. zweitägige Hallen-Spektakel ist eine Talent-Schau par excellence. Von den vielen jungen Burschen, die in den Anfangsjahren beim U 12-Turnier und danach beim U 13-Cup dabei waren, haben es einige nach ganz oben gebracht, wie das Allstar-Team belegt, das Turnierorganisator Felix Schelkle und sein Sohn Simon zusammengestellt haben. Allen voran Nationalspieler Marco Reus, den die Bundesliga-Profis jetzt zum besten Spieler der Vorrunde gewählt haben. Der Dortmunder spielte 2001 mit den Borussen in Munderkingen; das Finale gewann jedoch Schalke 04.

Auch DFB-Kollege Thomas Müller war mit dem FC Bayern München schon dabei. Der Weltmeister stemmte 2002 den Siegerpokal in die Höhe. Zum Allstar-Team gehören auch Profis wie Fabian Lustenberger (Hertha BSC Berlin) und Pirmin Schwegler (Hannover 96); die beiden Schweizer waren mit Rekordsieger FC Luzern in Munderkingen.

Lewis Holtby (HSV) spielte 2003 mit Borussia Mönchengladbach an der Donau, Ridle Baku für den FSV Mainz 05, Sonny Kittel (FC Ingolstadt/mit Eintracht Frankfurt), Andre Hofmann (Fortuna Düsseldorf/ mit MSV Duisburg, um ein paar zu nennen. Als Allstar-Trainer wurden Willi Landgraf (Schalke 04) und Karl Rotter (Eintracht Frankfurt) nominiert. Als Torhüter hat Nationalspieler Bernd Leno 2004 zwischen den Pfosten des VfB Stuttgart gestanden. Der Allstar –  inzwischen bei Arsenal London – musste 2004 zusehen, wie sich der SSV Ulm 1846 den Turniersieg holte. Hier schließt sich der Kreis: Viele Talente aus der Region sind inzwischen in der 2. und 3. Liga eine feste Größe. Die Rede ist von Thomas Geyer, Philipp Türpitz und David Grözinger.

Während Leno leer ausging, machten Geyer und Türpitz beim SSV Ulm auf sich aufmerksam. „Wir haben den FC Bayern 2004 im Finale im Neun-Meter-Schießen besiegt”, erzählt Gerhard Geyer. Der Vater von Thomas war  damals Betreuer der Ulmer. Thomas Geyer verwandelte den letzten Neun-Meter zum 7:6-Sieg für den SSV. Abwehr-Spezialist Thomas Geyer (27) schaffte von seinem Heimatverein SG Dettingen den Sprung über Ulm nach Stuttgart, wo er von 2007 bis 2014 beim VfB II spielte, danach zwei Jahre für Wehen Wiesbaden und seit 2016 für den VfR Aalen (3. Liga).

Philipp Türpitz (27), der beim TSV Rißtissen groß geworden ist, war damals schon ein Torjäger, wie Gerhard Geyer festhält. „Philipp war schon 2003 in Munderkingen, er hat zehn Tore geschossen”, erinnert sich seine Mutter. Der offensive Mittelfeld-Mann spielte sechs Jahre für Ulm. Seinen größten sportlichen Erfolg feierte Türpitz vergangenes Jahr, als er mit Magdeburg in die 2. Liga aufstieg; der Torjäger hatte maßgeblichen Anteil daran.

Fehlt noch Jungspund David Grözinger. Der Linksfuß von der TSG Rottenacker gab sein Debüt beim Vereinsservice-Cup 2010 im Team Munderkingen/Rottenacker. Auch seine Karriere führt über den SSV 46 zum VfB Stuttgart. Dort ist der 19-Jährige, der sich in der Abwehr und im Mittelfeld zuhause fühlt, inzwischen zum Stammspieler des VfB II gereift. „Es wäre ein Traum, beim VfB den Durchbruch zu schaffen”, blickt Grözinger hoffnungsvoll in die Zukunft. Der Rottenacker will sich am Wochenende mal in Munderkingen blicken lassen.

Wie Gerhard Geyer erinnert sich auch David Grözinger noch gut an die Turniere und beide sind sich einig: „Es ist schon ein Riesenerlebnis, wenn man gegen so namhafte Klubs wie den VfB, Bayern München, Schalke 04, Eintracht Frankfurt, Luzern, Cluj oder Florenz spielen darf.“

Die bisherigen U 13-Turniersieger


1998: SSV Ulm 1846, 1999: FC Zürich, 2000: FC Luzern, 2001: Schalke 04, 2002: FC Bayern München, 2003: FC Luzern, 2004: SSV Ulm 1846, 2005: Eintracht Frankfurt, 2006: MSV Duisburg, 2007: FC Luzern, 2008: FC Luzern, 2009: FC Luzern, 2010: Eintracht Frankfurt, 2011: FC Schalke 04, 2012: FC Schalke 04, 2013: FC Schalke 04, 2014: Mainz 05, 2015: Eintracht Frankfurt, 2016: Vojvodina Novi Sad, 2017: FC Schalke 04, 2018: VfB Stuttgart.