Fußball FV Illertissen schrammt an der Sensation vorbei

Die Spieler des FVI (blau) waren auf Augenhöhe.
Die Spieler des FVI (blau) waren auf Augenhöhe. © Foto: Rudi Apprich
Illertissen / ck 19.07.2018

45 Minuten vor Beginn der Partie ereilte die Fans des FV Illertissen eine schlechte Nachricht: Das Interesse am Highlightspiel gegen den VfB Stuttgart war so groß, dass sich der Verkehr bereits kilometerweit vor dem Stadion staute. Was die FVI-Anhänger da noch nicht wussten, ihre Mannschaft sollte sie für die lästige Warterei entlohnen. Denn der bayerische Fußball-Regionalligist spielte vor 3100 Zuschauern im heimischen Vöhlinstadion famos auf und erzwang gegen den Bundesligisten ein verdientes 3:3 (3:2)-Unentschieden.

VFB zeigte sich irritiert

„Wir können mit unserer Leistung sehr zufrieden sein“, meinte der FVI-Trainer Stefan Anderl nach der Partie. Ein Lob, das die Spieler redlich verdient hatten. Denn bereits wenige Minuten nach Anpfiff legte der Gastgeber seine Nervosität ab und attackierte den vermeintlichen Favoriten früh in dessen eigener Hälfte. Der VfB, der bis auf die sich noch im Urlaub befinden WM-Spieler mit der bestmöglichen Elf auflief, zeigte sich davon sichtlich irritiert. Zudem merkte man den Schwaben die Strapazen aus der Saisonvorbeitung an: Der Bundesligist wirkte schwerfällig und behäbig im Spielaufbau. Für dieses enttäuschende Auftreten bekam der VfB Mitte der ersten Halbzeit die Quittung. Zunächst vollendete FVI-Stürmer Felix Schrötter einen blitzsauberen Angriff zum 1:0 für den Außenseiter (14.), ehe Armin Rausch in der 28. Minute nach einem Konter auf 2:0 erhöhte. Zwar gelang Stuttgart in Form von Nicólas Gónzalez postwendend der Anschluss (30.), doch nur vier Minuten später stellte der Illertisser Neuzugang Burak Coban den alten Vorsprung wieder her. Doch der neue VfB-Stürmer Gónzalez traf kurz vor der Pause zum 2:3. Im zweiten Spielabschnitt wechselten beide Trainer kräftig durch, VfB-Coach Tayfun Korkut schickte sogar elf neue Spieler auf den Platz. Folgerichtig riss der Spielfaden komplett ab und die Zuschauer sahen kaum noch Torraumszenen. So war es fast schon bitter aus Sicht des FVI, dass Daniel Didavi in der 85. Minute einen umstrittenen Strafstoß rausholte und diesen cool zum 3:3-Entstand verwandelte. Dennoch war Illertissens Spielleiter Hermann Schiller rundum zufrieden mit dem Auftritt. „Die Freude ist jetzt nach dem Spiel riesig“ so der Verantwortliche. Und auch neben dem Platz gab Illertissen eine glänzende Figur ab – leckeres Essen, kaltes Bier und eine Charitytombola sorgten für einen entspannten Abend bei den Fans.

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