Wechselhaft wie das Wetter am Sonntag verlief das Bezirkspokal-Halbfinale zwischen der TSG Ehingen und dem SV Uttenweiler. Am Ende gewannen die Gastgeber mit 4:3 und zeigten eine starke Moral, denn zwölf Minuten vor dem Abpfiff lag die Fußball-Mannschaft von Trainer Udo Rampelt noch mit 1:3 in Rückstand.
Die Partie bot in der Offensive wirklich alles. Es ging rauf und runter und Verschnaufpausen, welche die Spieler in der derzeit anstrengenden Vorbereitungsphase gebraucht hätten, gab es selten. „Wir waren anfangs nicht im Bilde und haben nicht ins Spiel gefunden“, sagte Rampelt. Das lag nicht nur am 1:0 für den SVU nach vier Minuten, als Pascal Volz einen langen Ball gut mitnahm und TSG-Torhüter Matthias Grab keine Chance ließ. Auch danach setzten die Gäste angetrieben von Spielertrainer Florian Geiselhart die Akzente in der Partie. Etwas überraschend gelang Marco Wasner nach Flanke von Julian Guther das 1:1 per Kopf (14.).
Auf beiden Seiten gab es Chancen, noch vor der Pause die Führung zu erzielen, aber die Abschlüsse waren zu ungenau. Nach der Unterbrechung brachte sich Patrick Mrochen mit zwei Fouls kurz vor einen Platzverweis. Um den zu verhindern, stellte Rampelt seinen Allrounder Gaetano Gaudio in die Abwehr.

TSG-Keeper Grab sieht beim 1:2 nicht gut aus

In der 65. Minute hatte die TSG Glück, als Viktor Ruffs Distanzschuss an die Latte knallte. In dieser Phase übernahm der SV die Kontrolle und ging durch Ruff in Führung (72.). Bei seiner verunglückten Flanke, die im rechten oberen Eck einschlug, sah Keeper Matthias Grab nicht gut aus. Und es kam noch schlimmer: Florian Geiselhart tankte sich durch und wurde im Strafraum gefoult. Den Elfmeter verwandelte Pascal Volz (75.) souverän.
Es schien, als würden die Ehinger nun in sich zusammenfallen. Doch im Gegenteil: Elias Madarac brach auf der rechten Seite durch und fand Julian Guther im Strafraum, der zum 2:3 einschob (79.). Ein Weckruf für die TSG. „Wir haben immer daran geglaubt. Da hat uns das schnelle Tor sehr geholfen“, sagte der Torschütze, der es bei einem Treffer nicht belassen wollte.
Als SVU-Schlussmann Philipp Keckeisen an einem Freistoß von Madarac vorbeiflog, war erneut Guther mit dem Kopf zur Stelle und erzielte das 3:3 (83.). Uttenweiler gab sich nicht auf und hatte Chancen zum Siegtreffer, spielte die Konter aber zu unsauber aus. In der letzten Minute überlief Neuzugang Georgios Sarigiannidis die Gäste-Defensive und fand Julian Guther in der Mitte, der zum 4:3 einschob. „Genauso hatten wir uns das vorgestellt: über die Außenbahn kommen, dann machen wir es den Stürmern leicht“, sagte Udo Rampelt.

In zehn Minuten zum Hattrick

Innerhalb von zehn Minuten hatte Guther seine Mannschaft per Hattrick ins Finale geschossen und für hängende Köpfe bei Uttenweiler gesorgt. Der Jubel der TSG-Akteure sollte jedoch nicht zu lange anhalten, denn am kommenden Sonntag geht es im Endspiel gegen den SV Sigmaringen (Kreisliga A).  Der hatte sich mit 6:4 im Elfmeterschießen gegen Bezirksligist SF Hundersingen durchsetzte.

Der Spielort des Endspiels ist weiterhin offen


Die Endspielteilnehmer des Bezirkspokals der Saison 2019/2020 stehen fest. Der SV Sigmaringen (Kreisliga A2) trifft am kommenden Sonntag auf die TSG Ehingen (Bezirksliga). Damit ist der wichtigste Teil erfüllt – jedoch fehlt noch immer ein Endspielort. Laut WFV-Regularien muss das Finale an einem neutralen Spielort stattfinden und wirft damit die Überlegungen vom Bezirksvorsitzenden Horst Braun durcheinander, einem Finalisten Heimrecht zu gewähren. Beim klassentieferen Verein in Sigmaringen anzutreten, lehnen die Ehinger ab. Nun muss ein neutraler Gastgeber her. Vom heutigen Staffeltag erhofft sich Braun etwas mehr Klarheit in dieser Sache.