Schiedsrichterwesen Es gibt Gründe, stolz zu sein

Ehrenvolle Aufgabe: Philipp Schlegel (Mitte) leitete das U-17-Länderspiel in Ulm gegen Italien.
Ehrenvolle Aufgabe: Philipp Schlegel (Mitte) leitete das U-17-Länderspiel in Ulm gegen Italien. © Foto: WFV
Oberdischingen / Helen Weible 07.12.2018

Das Jahr 2018 ist bald vorüber und die Schiedsrichter und Schiedsrichter-Einteiler im Lande schauen nicht ohne Sorgenfalten Richtung neues Jahr.

Der Obmann der Schiedsrichtergruppe Ehingen, Josef „Bodde“ Rapp, ist es zwar ein großes Anliegen, neue Schiedsrichter zu gewinnen. Er weiß aber auch, wie es den Vereinen geht, welche Probleme sie haben und was junge Leute davon abhält, an der Pfeife zu bleiben. Darum hält Rapp es auch für wichtig, zu erkennen, was man hat, anstatt stetig daran zu verzweifeln, was man eben nicht hat.

 „Ich bin ich stolz auf das kameradschaftlich gute Miteinander mit den Vereinen des Altkreises Ehingen und dem Bezirksvorstand“, sagt Rapp. Keine Selbstverständlichkeit in einer kurzlebigen Zeit, wo viele eher den eigenen Belangen nachgehen. „Die SR-Gruppe lebt, sie hatte dieses Jahr einen Aufsteiger in die Oberliga, wirkliche gute weitere Talente und einen Stamm von tatkräftigen Helfern Woche für Woche“, lobt der Oberdischinger sein engagiertes Umfeld.

Keine körperliche Attacke

Mit dem Aufsteiger ist das Aushängeschild der Schiedsrichtergruppe, Philipp Schlegel vom SV Unterstadion gemeint, der auch Spiele in der A-Junioren-Bundesliga leitet. Martin und Daniel Traub (SG Griesingen) sind außerdem auf Verbandsliga-Ebene an der Pfeife.

Erfreulich sei auch, findet der Berufsoberschullehrer für Mathe, Physik und Sport, dass bei 2300 Spielleitungen kein Unparteiischer „körperlich attackiert wurde“. Indes nehmen die verbalen Attacken zu. „Eine besondere Art der Aggressivität“ stellt Rapp auf dem Platz fest. Gerade Schiedsrichter-Neulinge, auf die solche wüsten Äußerungen einprasseln, seien davon abgestoßen und schnell überfordert.

Auch bei Entscheidungen Fehler zu machen und auch dazu zu stehen, muss erst erlernt werden. Manchmal gelangt die Schiedsrichter-Kritik bis ans WFV-Sportgericht. „Erfreulich ist, dass Fehler im Zusammenhang mit der Spielleitung nicht gerichtlich nachgearbeitet werden mussten“, kann der Obmann daher zufrieden sein.  „Mir persönlich macht die Tätigkeit trotz der kapriziösen und unverhältnismäßigen Bemerkungen vieler Beteiligten immer noch aus Neue Freude“, bekennt Rapp, den eigentlich nur eine Sache in diesem Jahr richtig aufgeregt hat: Und zwar das schlechte Abschneiden der deutschen Nationalelf bei der WM in Russland. „Das war absolut schlimm für mich und hatte aus meiner Sicht sicher etwas mit Hochmut zu tun.“

Interesse am Pfeifen?

Die Anreize Der Neulingskurs der Schiedsrichter-Gruppe Ehingen beginnt am 22. Januar im Jugendraum des SSV Ehingen-Süd in Kirchbierlingen. Der Kurs umfasst acht Einheiten in Theorie und Regelkunde und einen körperlichen Test. Danach geht es in die Praxis. Bei den ersten drei Spielen wird man von einem erfahrenen Unparteiischen unterstützt. Mit diesem kann man nach dem Spiel Unklarheiten bereden. Für jedes geleitete Spiel erhält man Spesen (ab 9 Euro) und Kilometergeld (0,30 Euro/km). Durch den Erwerb der Schiedsrichter-Lizenz hat man zu jedem Spiel im gesamten DFB-Gebiet freien Eintritt. Mehr Informationen sind auf der Homepage srg-ehingen.de zu finden. hel

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