Einfache Dinge und kleine Schritte

Da kommt Freude auf: Stefan Denkinger (li.) und Jonas Brotbeck bejubeln gemeinsam mit Kapitän Patrick Mrochen (Nr. 4) dessen Treffer zum 4:0 gegen Reinstetten. Der Sieg war erst der dritte im zehnten Spiel der Saison, verschafft der TSG Ehingen im Tabellenkeller der Landesligastaffel IV aber zunächst etwas Luft. Foto: Herbert Geiger
Da kommt Freude auf: Stefan Denkinger (li.) und Jonas Brotbeck bejubeln gemeinsam mit Kapitän Patrick Mrochen (Nr. 4) dessen Treffer zum 4:0 gegen Reinstetten. Der Sieg war erst der dritte im zehnten Spiel der Saison, verschafft der TSG Ehingen im Tabellenkeller der Landesligastaffel IV aber zunächst etwas Luft. Foto: Herbert Geiger
TOBIAS KNAACK 14.10.2013
Die TSG Ehingen hat in der Landesligastaffel IV nach drei Niederlagen in Serie einen wichtigen Dreier eingefahren - und das mit einem Kantersieg. 6:0 hieß es am Ende gegen einen jedoch desolaten SV Reinstetten.

Der Trainer der TSG Ehingen, Michael Bochtler, hatte schon geahnt, was der Schlüssel für einen Erfolg gegen den SV Reinstetten sein könnte. "Wir müssen einfache Dinge machen", hatte er vor dem wichtigen Heimspiel gesagt. Und seine Mannschaft folgte ihm insbesondere in der ersten Halbzeit des einseitigen 6:0 (4:0)-Kantersieges. "Der Sieg tut uns natürlich allen gut, insbesondere auch, dass wir mal wieder zu null gespielt haben", sagte Bochtler. Es war erst das zweite Mal in dieser Saison.

Einfach spielen, das bedeutete zunächst mal, über kurze und sichere Pässe Sicherheit gewinnen. Und das gelang Bochtlers Mannen in der ersten Viertelstunde sehr gut. Zum Teil waren richtig gelungene Staffetten zu sehen.

Einfach spielen, das hieß aber auch, über Zweikämpfe Selbstsicherheit gewinnen. Schon vor der Partie war den Ehingern der "Hunger" anzumerken. Im Kreis bauten sie wie Rugbyspieler im Gedränge Spannung auf - und entluden diese gerade zu Beginn auf dem Platz.

Denn einfach spielen, das bedeutet in diesen Wochen auch, den einfachen Torabschluss suchen. Und das glückte - im Gegensatz zu den vorangegangenen beiden Partien - früh. In einer Mischung aus Zweikampfhärte und Kaltschnäutzigkeit fiel das erste Tor: Kapitän Patrick Mrochen gewann im Mittelfeld einen Zweikampf, der Ball aber landete bei einem Reinstetter Abwehrspieler. Marc Steudle setzte nach, spitzelte den Ball vom Fuß und schob anschließend überlegt mit rechts ein (11.).

Statt Sicherheit kam zunächst aber der alte Schlendrian zurück: Die TSG operierte fortan wieder mit langen Bällen und wackelte auch in der Defensive das eine oder andere Mal. Die bieder spielenden Gäste wussten jedoch kein Kapital daraus zu schlagen. Stattdessen zeigten die Ehinger eine in dieser Saison bislang vermisste Qualität: Effektivität. Nach einer Steudle-Flanke legte Stefan Denkinger per Kopf ab, Fabian Sameisla brauchte nur noch einzunicken (26.) - ein Tor zum viel beschriebenen "richtigen Zeitpunkt". Dem 4:0 durch Mrochen ging nach einer Steudle-Ecke eine simple Kopfballverlängerung voraus (40.). Das Tor des ersten Abschnitts, vielleicht der Partie, aber gelang Martin Schrode. Mit einem Freistoß aus rund 35 Metern überlistete er den, zugegeben, in dieser Szene äußerst unglücklich agierenden Gäste-Torhüter Dominik Reich (35.).

Auch im zweiten Durchgang sorgte Schrode für den ersten Höhepunkt: Mustergültig nahm er einen langen Ball an, drehte sich kurz und drosch das Spielgerät mit voller Wucht unter die Latte (53.). "Da war auch ein bisschen Frust mit dabei", vermutete sein Coach anschließend - Frust über den bisherigen Saisonverlauf, aber auch über die zunehmende Härte der Gäste, die vor allem Schrode zu spüren bekam.

Allerdings war der Treffer auch Zeichen eines zumindest in Teilen zurückgewonnen Selbstbewusstseins. Und so war das letzte Tor des Tages das Ergebnis einer schönen Kombination über Schrode und Manual Kley, die wiederum Steudle abschloss (75.).

"Wir freuen uns, wissen den Sieg aber auch einzuordnen", sagte der sportliche Leiter, Karlheinz Hoffmann. Denn natürlich hatte sich das Team kämpferisch und läuferisch verbessert gezeigt. Natürlich waren die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen kleiner als in den Spielen zuvor. Und natürlich hatte das Team zum Teil sogar sehr ansehnlich gespielt. Und trotzdem gab es besonders im Defensivverhalten wieder Nachlässigkeiten - und das gegen einen sehr schwachen Gegner.

Die Erleichterung über den Sieg war allen Beteiligten auf Seiten der TSG natürlich dennoch deutlich anzusehen. Ob er aber der erhoffte Wendepunkt in der bisher sehr enttäuschend verlaufenen Saison des Verbandsligaabsteigers ist, das werden erst die kommenden Wochen und bereits das Spiel kommende Woche in Schwendi zeigen. Balsam für die Seele ist er allemal und, wie Hofmann sagte, "ein erster kleiner Schritt" - zunächst Mal in Richtung Tabellenmittelfeld.

STENOGRAMM

TSG Ehingen - SV Reinstetten 6:0 (4:0): 1:0 und 6:0 Steudle (11., 75.), 2:0 Sameisla (26.), 3:0 und 5:0 Schrode (35., 53.), 4:0 Mrochen (40.).

TSG Ehingen: Hirschle, Oberdorfer, Denkinger, Brotbeck (66. Deiss), Schubert, Kley, Sameisla (58. Striebel), Mrochen (70. Soukop), Steudle, Schrode, Guther.

Vorschau:

11. Spieltag, Freitag, 18. Oktober, 18 Uhr: VfB Friedrichshafen - FV Ravensburg II

Samstag, 19. Oktober, 15.30 Uhr: SV Baltringen - SV Rangendingen, Rot-Weiß Weiler - FC Ostrach, TSG Balingen II - SV Oberzell, FV Biberach - SV Weingarten, SF Schwendi - TSG Ehingen, SV Reinstetten - SV Kehlen

Sonntag, 20. Oktober, 15 Uhr: Bad Buchau - FV Olympia Laupheim

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel