Bezirksliga Eine Runde, in der alles offen scheint

Wer hat die Lufthoheit im Derby zwischen der TSG Rottenacker (in schwarz) und der SG Altheim? Bei diesem Spiel im April gab’s ein 1:0 für Altheim.
Wer hat die Lufthoheit im Derby zwischen der TSG Rottenacker (in schwarz) und der SG Altheim? Bei diesem Spiel im April gab’s ein 1:0 für Altheim. © Foto: Emmenlauer/Archiv
Region / Maurice Glienke 15.08.2018

Lang ist’s her, dass die Bezirksliga-Saison ohne einen großen Favoriten startet. Der Landesliga-Absteiger TSG Ehingen, wie auch der Tabellenzweite 2017/18, die Sportfreunde Hundersingen, zählen laut Einschätzung der Klubs zum engeren Favoritenkreis.

Aber auch der FV Neufra mit seinem neuen Trainer Armin Brutschin (zuletzt Co-Trainer) und Zugang Robert Henning (früher VfB Stuttgart, SSV Ulm, FV Ravensburg) wird als Titelkandidat gehandelt. Außenseiterchancen auf den Aufstieg werden dem FV Bad Schussenried, der sich mit Spielern vom FV Ravensburg II verstärkte, eingeräumt und auch dem spielstarken Aufsteiger TSV Riedlingen, der mit großer Euphorie die Liga bereichern will. Erneut startet die Bezirksliga, die weiterhin von Staffelleiter Jürgen Amendinger betreut wird, mit einem Doppelspieltag am Donnerstag und Sonntag. Das Ende bildet der Spieltag am 8. Juni 2019.

TSG ROTTENACKER

Die TSG Rottenacker musste ihre Ansprüche über den Sommer gewaltig nach unten schrauben. Vor einem halben Jahr hatte man noch das mittelfristige Ziel, an der Landesliga zu klopfen, im Blick. Nun gilt es sich voll auf den Abstiegskampf zu konzentrieren. Denn der Ausfall von sechs Leistungsträgern fällt stark ins Gewicht. „Es wird eine ganz schwere Saison für uns werden, das muss jedem Spieler und auch den Fans bewusst sein“, erklärte Trainer Timm Walter, der nun notgedrungen wieder als Spieler eingreifen muss.

Florian Schaaf und Christian Speiser (beide Kreuzbandriss), Marcel Holz (Hüftoperation),
Michael Lämmle (beruflich nach Hamburg) sowie Jochen Leichtle und Tim Grötzinger (Auslandssemester) werden der TSG fehlen. Die junge Mannschaft wird ihre Erfahrungen machen und die Not zur Tugend machen müssen, um in dieser Liga trotz der Ausfälle zu bestehen. „Wir wollen mit unseren geringen Mitteln alles geben, um so viele Punkte wie möglich zu holen“, erklärte Walter. Vor allem in den Heimspielen gilt es die Ergebnisse einzufahren, um dann in der Rückrunde mit einigen Rückkehrern nicht mit dem Rücken zur Wand zu stehen.

Die durchwachsene Vorbereitung, gegen höherklassige Gegner, „war für mein Team auch ein Lerneffekt, um ihre Grenzen zu sehen“, sagte Trainer Walter. Das Auftaktprogramm mit drei Spielen gegen die Favoriten um den Aufstieg und danach das Duell gegen Ex-Trainer Uli Theuer meint es nicht gut mit der TSG Rottenacker. „Es gilt jedes Spiel an das Limit zu gehen, nur dann werden wir bestehen“, prognostizierte Walter.

SG ALTHEIM

Für die SG Altheim geht es in die zweite Bezirksliga-Saison. Meist ist diese deutlich schwieriger als die Premieren-Spielzeit. Die SGA war Siebter. Die Vorbereitung für Trainer Joachim Oliveira und seine Mannschaft lief recht durchwachsen. Sein Sohn Joel, der als zentraler Spieler im Mittelfeld geplant war, riss sich noch vor dem Wechsel das Kreuzband und muss lange pausieren.

In den vielen Vorbereitungsspielen sah der Altheimer Coach positive Dinge, aber auch einiges zu verbessern, wie beim 2:8 beim Donau/Iller Bezirksligisten SV Jungingen. „Es darf in der Vorbereitung immer etwas wacklig sein, in der Liga muss es dann alles funktionieren“, sagte Oliveira. In der kommenden Spielzeit gilt es, nicht nur auf fremdem Platz – da war man die zweitbeste Auswärtsmannschaft – zu bestehen, sondern auch auf dem eigenen Geläuf Punkte zu holen. Nachdem Torhüter Robert Jovanovic seine Karriere beendete, kamen mit Resit Turp (Türkgücü Ehingen) und Kenneth Leitko (SSV Ehingen-Süd A-Jugend) zwei neue Schlussmänner in den beschaulichen Ort auf dem Hochsträß. Die vielen Urlauber in der Mannschaft machten es aber nicht unbedingt einfach, den breiten Kader in Form zu bringen. „Wir sind im Soll, haben aber noch etwas mehr Zeit als die anderen“, fasste Oliveira zusammen. Denn die ersten beiden Spiele wurden verlegt und somit startet die SG Altheim erst in der kommenden Woche in die neue Saison. „Wir wollen uns in allen Bereichen verbessern und mindestens den Platz der vergangenen Runde bestätigen“, erklärte der SGA-Coach.

TSG EHINGEN

Den direkten Abstieg nach einem Jahr in der Landesliga musste die TSG Ehingen verkraften. Trainer Roland Schlecker blieb im Amt und muss seine Mannschaft nach einigen Wechseln nun umbauen. Einige Leistungsträger verabschiedeten sich aus Ehingen und werden vornehmlich durch Akteure aus der eigenen Jugend ersetzt. „In der Vorbereitung habe ich positive und negative Elemente gesehen, aber ein guter Start ist für uns enorm wichtig“, sagte Schlecker.

Eine Zielvorgabe gibt es vom Trainer nicht, auch wenn viele die Ehinger zu den Mitfavoriten um den Titel zählen. „Wir wollen das Bestmögliche erreichen, aber setzen uns nicht unter Druck“. Vorerst will man sich als größter aller Vereine im Oberhaus an die neue Liga anpassen und die neuen Spieler integrieren. Mit Matthias Brinsa (TSV Erbach) und Marco Wasner (SF Dornstadt) kamen zumindest zwei  Spieler, die in der Region schon Erfahrungen sammelten. „Für mich ist die Liga schwer einzuschätzen, wir wissen vor dem ersten Spiel auch nicht, wo wir stehen“, sagte Schlecker. Er wird den offensiven Fußball forcieren und das Spiel nach vorne verbessern. Es gilt die Chancen besser zu nutzen, als noch eine Spielklasse weiter oben, um weit vorne dabei zu sein. Weiterhin werden die Heimspiele zu einem großen Teil im Stadion am Samstagnachmittag ausgetragen. Durch den neuen Platz auf den Gollenäckern, ist nun auch im Winter der Spielbetrieb möglich.

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