Frauenfußball Blau-Weiß vor dem größten Spiel

Auf Kapitänin Tanja Kottmann und ihre SG Altheim kommt eine schwere Aufgabe zu.
Auf Kapitänin Tanja Kottmann und ihre SG Altheim kommt eine schwere Aufgabe zu. © Foto: Herbert Geiger
Altheim / Maurice Glienke 12.09.2018

Es ist nun drei Jahre her, dass Trainer Gerhard Kottmann die Frauenmannschaft der SG Altheim ins Leben gerufen hat. Einige Juniorinnen und Spielerinnen aus der Umgebung meldeten eine Bezirksliga-Mannschaft. Die Kickerinnen in blau-weiß schlugen gleich voll ein. Ambitioniert war die Truppe schon immer. Nun ist sie in der Landesliga, der sechsthöchsten Frauen-Spielklasse, angekommen und freut sich im WFV-Pokal auf ein großes Los. Heute mit Anpfiff um 17 Uhr geht es auf dem Hochsträß gegen den Zweitliga-Absteiger VfL Sindelfingen Ladies.

Die waren vor drei Jahren in einer ganz anderen Situation. Im Stuttgarter Westen war der VfL nach zwei Jahrzehnten hochklassigem Frauenfußball aus der 1. Bundesliga abgestiegen. Unruhige Zeite brachen an. Sportlich ging es stetig bergab. In der 2. Bundesliga Süd konnte sich der VfL Sindelfingen 2016 und 2017 noch halten. Dann folgte eine strukturelle Veränderung, die Folgen haben sollte. Die Frauenabteilung wurde aus dem Hauptverein ausgegliedert. Der Verein, stets eine große Marke im Frauenfußball, geriet in finanzielle Schieflage. Schließlich standen die Ladies mit einem großen Teil der Schulden alleine da. Diese Situation schlug sich letztlich sportlich nieder, da viele Spielerinnen das Weite suchten.

Aufgrund des verschärften Abstiegs in der neuen, eingleisigen 2. Liga reichte den VfL-Ladies Platz sieben nicht zum Klassenerhalt. Über die Relegation traten sie den Abstieg an. Erstmals seit 15 Jahren ging eine Frauenmannschaft aus Sindelfingen nicht mehr in eine der höchsten beiden deutschen Spielklassen an den Start. Der Aderlass war groß. Im August meldete die zweite Mannschaft in der Oberliga ab. Auch der Start in der Regionalliga Süd fiel schwach aus, denn bislang ist der VfL noch punktlos.

„Nur genießen“

Für die SG Altheim wird es dennoch schwer. Regionalliga-Niveau kennt man vom nur 25 Kilometer entfernten SV Alberweiler. Es gilt in der Defensive kompakt zu stehen „und einfach nur die 90 Minuten zu genießen“, meint Coach Kottmann.  Denn der Unterschied zwischen den Mannschaften sei unglaublich groß. „Es ist mit Sicherheit ein großes Spiel. Wir wollen daraus lernen und versuchen, so wenige Tore wie möglich zu bekommen“, sagt Kottmann.

Die Mannschaft vom Hochsträß ist mit drei Titeln in drei Jahren vom Erfolg verwöhnt. „Ein Pflichtspiel gegen Sindelfingen war für mich und meine Mannschaft vor Jahren noch in weiter Ferne. Um so mehr freut es uns jetzt“, meint der Altheimer Trainer.

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