Kunstrasenplatz Aus rot mach grün

Der neue Hybridrasenplatz an der Realschule in Ehingen ist fast fertig. Bereits heute Abend will der KSC Ehingen sein erstes Training am Wenzelstein abhalten.
Der neue Hybridrasenplatz an der Realschule in Ehingen ist fast fertig. Bereits heute Abend will der KSC Ehingen sein erstes Training am Wenzelstein abhalten. © Foto: Sven Koukal
Ehingen / SVEN KOUKAL 11.11.2015
Die letzten Details fehlen noch, daher fiebern nicht nur die Schulklassen auf die baldige Benutzung des neuen Hybridrasenplatzes an der Realschule in Ehingen, sondern auch der KSC und Türkgücü Ehingen.

Wenn sich am Sonntag beim Ehinger Lokalderby der KSC Ehingen und der TSV Türkgücü Ehingen in der Kreisliga B1 ab 14.30 Uhr gegenüberstehen, wird eine Frage diesem Fußballspiel weitere Brisanz verleihen: Spielen die beiden Ehinger Clubs in ihrer alten neuen Heimat am Wenzelstein auf dem frisch umgebauten Hybridrasenplatz?

Im Juli war der Umbau des Ricotensportplatzes bei der Realschule Ehingen hin zu einem besseren Allwettersportplatz bereits Thema des Ausschusses für Umwelt und Technik im Ehinger Gemeinderat. Drei Monate später, am 1. Oktober, startete der Übergang vom roten Ricotenplatz zum grün strahlenden Hybridrasen. Der fertige Spielfeldbelag aus Gräsern und Kunststofffasern bedeckt nun die Spielfläche und ersetzt die nicht bewährte Schicht der charakteristisch rotgefärbten Baumrinde.

Nicht nur die Verletzungsgefahr auf dem neuen Geläuf ist minimiert, für die regelmäßigen Benutzer der Anlage liegen weitere Vorteile auf der Hand. „Zwischen dem alten Platz und dem neuen werden Welten liegen“, mutmaßt TSV Türkgücü Ehingens Spielertrainer Ali Dinc. „Auf dem alten Platz hatte niemand so richtig Lust zu spielen. Nass hat es nicht viel Spaß gemacht und trocken hatte man den Staub in der Lunge - und in den Klamotten“, berichtet der Ehinger. Nicht selten mussten Partien aufgrund der schlechten Drainage des Platzes nach Regenfällen abgesagt werden.

Besonders hart traf es den KSC Ehingen, der zu Beginn der neuen Meisterschaftsrunde Mitte des Jahres mit einer neu angemeldeten Mannschaft aufwartete, aufgrund der fehlenden Trainingsmöglichkeit aber schnell in den Tabellenkeller der Liga rutschte.

„Viele Trainingseinheiten haben dadurch gefehlt. Und manche hätten die Spieler schon nötig gehabt“, sagt Danijel Maijc, Vorsitzender und Abteilungsleiter des KSC Ehingen, halb im Spaß. Dabei war es für den Club eine schwierige Zeit. „Für uns war es eine große Umstellung ohne Platz. Es fand kein richtiges Training statt, weil wir überall zum Trainieren hingehen mussten.“ Die Folgen sind nicht nur eine bescheidene Punkteausbeute des Teams, sondern auch die Tatsache, dass die Kroaten bisher alle Spiele auswärts absolvierten.

Doch die Freude überwiege alles in allem endlich wieder Daheim zu spielen, sagen beide Vereinsfunktionäre unisono. Ab heute Abend hat der KSC vor vom Nutzungsrecht Gebrauch zu machen. „Dann sollen die Markierungen und sonstigen Arbeiten rund um den Platz fertiggestellt sein“, berichtet Maijc. „Der Rasen sieht schön aus und die Vorfreude ist groß darauf zu spielen“, bestätigt auch Türkgücüs Dinc. Der TSV kann allerdings lediglich montags auf dem Feld üben, was natürlich nach den Spielen am Sonntag nicht sonderlich gut sei.

Dem Vorhaben den Ball am Sonntag beim Derby am Wenzelstein rollen zu lassen, macht die Stadt womöglich einen Strich durch die Rechnung. Der Grund: Die Baufirma muss nach Aussagen der Stadt den Platz vor dem offiziellen Gebrauch abnehmen. „Der Platz ist zwar aktuell schon anschaulich und scheint fertig, allerdings fehlt noch die Abnahme durch die Baufirma. Auch kleine Dinge müssen hier, und da noch gemacht werden“, erläutert Bettina Gihr von der Pressestelle der Stadt Ehingen. Innerhalb der nächsten Tage soll der Platz, für den im Haushalt der Stadt 320 000 Euro veranschlagt wurden, dann zusammen mit der Baufirma und der Schule offiziell eingeweiht werden.

Genau wie davor wird der Platz vor allem für den Schulsport, aber auch als Trainings- und Spielplatz, verwendet – allerdings erst im Laufe der nächsten Woche. Ergo: „Das Spiel wird im Stadion stattfinden müssen.“ Wohl zum Ärger der beiden Clubs.