Fußball Auf der Suche nach Collinas Erben

jm 10.08.2018

Es ist ein ausgetretenes Klischee, trifft aber dennoch häufig zu: Der undankbarste Job während eines Fußballspiels ist der der Schiedsrichter. Die positiven Schlagzeilen gelten am Tag darauf anderen, nur im Falle eines eigenen Fehlers schaffen auch sie es mal in den medialen Fokus.

Dafür, dass trotz allem Druck der Nachwuchs nicht ausbleibt, sorgt Josef Rapp. Der 67-Jährige ist als Schiedsrichter-Obmann gemeinsam mit seinen Kollegen bei der Schiedsrichtergruppe Ehingen unter anderem für die Nachwuchsförderung zuständig. Mitunter keine leichte Aufgabe: „Es gibt dabei keinen Königsweg“, weiß Rapp. Um Kandidaten bemüht man sich im direkten Austausch mit den örtlichen Vereinen. Insgesamt betreut die Schiedsrichtergruppe 120 einsetzbare Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen, die von Kreis- und Jugendligen bis in die Verbandsliga tätig sind.

Rückläufige Teilnehmerzahlen

Wo zuvor allerdings schon einmal bis zu 30 Teilnehmer zu den jährlichen Neulingskursen erschienen sind, waren es 2017 nur noch zwölf. Ein echtes Problem für den Obmann: „Wir haben einen relativ großen Schwund.“ Für den Nachwuchsmangel sieht Josef Rapp hauptsächlich die schwindende Zahl der Jugendspieler verantwortlich. Es gibt „weniger Bereitschaft für diese nicht leichte Aufgabe“, stellt der seit 2015 als Obmann tätige fest. Dabei hat der verantwortungsvolle Posten auch seine schönen Seiten: „Der Anreiz liegt vor allem darin, das Spiel in geordneten Bahnen zu halten“, sagt Rapp. Die Rolle als „Organisator und Lenker“ ist für den Oberdischinger trotz ihrer Schwierigkeit eine reizvolle.

Umso mehr hofft man bei der Schiedsrichtergruppe Ehingen für die im Januar beginnenden Neulingskurse wieder auf mehr Nachwuchs. Im Rahmen der Ausbildung durchlaufen die Auszubildenden dort acht Lehreinheiten. Vor dem Abschluss muss jeder Anwärter zudem eine theoretische und praktische Prüfung sowie einen körperlichen Test absolvieren. Erste Erfahrungen bei Einsätzen dürfen die frischgebackenen Schiedsrichter dann unter Begleitung von erfahrenen Unparteiischen sammeln.

Immerhin: Mit dem umstrittenen Videobeweis muss man sich dabei wohl auch in naher Zukunft in den unteren Klassen nicht beschäftigen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel