Weilheim Zweikampf im Tor

Holger Betz hat gute Karten, weiterhin die Nummer eins im Tor des SSV 46 zu bleiben.
Holger Betz hat gute Karten, weiterhin die Nummer eins im Tor des SSV 46 zu bleiben. © Foto: Volkmar Könneke
Weilheim / GEROLD KNEHR WINFRIED VOGLER 03.08.2015
Nach dem 2:0 im WFV-Pokal in Weilheim konzentriert sich der SSV Ulm 1846 Fußball auf den Oberliga-Auftakt. Das Spiel in Waldstetten wurde verlegt. Der FC Blaubeuren wurde für sein Engagement nicht belohnt.

Die über 100 Fans des SSV Ulm 1846 Fußball, die ihre Mannschaft zur Zweitrunden-Begegnung im WFV-Pokal nach Weilheim/Teck begleitet hatten, durften sich nicht nur über den 2:0-Erfolg ihrer Spatzen gegen den dortigen Landesligisten TSV freuen. Sie genossen auch eine auswärts ungewohnte Bewegungsfreiheit. Statt wie oftmals in der Fremde in einen separaten Block oder gar Käfig abgetrennt zu werden, konnten sie sich im Lindachstadion frei entfalten.

Etwas schwerer taten sich im Vergleich zu ihren Anhängern die Spieler des SSV 46. Sie mussten über weite Phasen gegen ein Abwehrbollwerk des zwei Klassen tiefer spielenden Gegners anrennen. Geknackt wurde dies erstmals durch Marco Hahn unmittelbar vor der Halbzeit. Allerdings bedurfte es eines Foulelfmeters, den der frühere Illertisser souverän zur 1:0-Führung verwandelte. Spätestens nach dem 2:0 durch Burak Coban für die nun immer dominanter auftretenden Spatzen war die Frage nach dem Sieger beantwortet.

"Es war ein Geduldsspiel gegen einen gut organisierten Gegner. Das wird in der dritten Runde gegen Waldstetten nicht anders werden", prophezeit der insgesamt recht zufriedene Stephan Baierl. Dass diese ursprünglich für diesen Mittwoch anberaumte Begegnung auf beiderseitigen Wunsch auf Dienstag, 11. August (Uhrzeit noch offen) verlegt wurde, kommt dem Ulmer Trainer vor dem Oberliga-Start am Samstag (17 Uhr) bei Aufsteiger SV Oberachern sehr entgegen. "Am Ende einer englischen Woche in den Punktspiel-Auftakt zu gehen, wäre alles andere als ideal gewesen", so Baierl. Er kann nun in einer normalen Trainingswoche seine Spieler auf den Oberliga-Beginn einstimmen.

Am Montag will er den SV Oberachern in Nussdorf, wo er ein letztes Testspiel gegen den südbadischen Landesligisten SV Stadelhofen bestreitet, beobachten. Am Dienstag wird er seinen derzeitigen 27er-Kader auf 20 oder 21 Mann verkleinern. Spieler wie die Neuzugänge Fabio Kühn (FC Augsburg), Dominik Trautmann (FV Illertissen II), Zvonimir Borac (Zrinjski Mostar) oder eigene Nachwuchsleute wie Markus Hain müssen damit rechnen, in der U23 in der Bezirksliga oder bei den Oberliga-A-Junioren Spielpraxis sammeln zu müssen, um sich so für höhere Aufgaben zu empfehlen.

Die Startelf von Weinheim könnte die Formation sein, die auch in Oberachern auflaufen könnte. Als Kandidaten 12 und 13 kommen Bastian Heidecker, der wegen einer Erkältung unter der Woche zunächst geschont wurde, und Torhüter Marian Fedor hinzu. Der liefert sich mit Holger Betz einen Kampf um die Nummer eins. Bei den Trainingsleistungen liegen beide gleichauf. Wie in der vergangenen Wintervorbereitung, als sich Fedor gegen Albstadt einen Bänderriss zuzog, ist er auch jetzt wieder angeschlagen (Einriss in der Patellasehne). Fedors Pech könnte erneut den Ausschlag für den laut Baierl "hundert Prozent zuverlässigen" Holger Betz geben. "Wer in Oberachern im Tor steht, ist für die Hinrunde die Nummer eins", legt sich der Trainer fest. Ein Wechselspiel zwischen beiden Keepern wie zum Ende der vergangenen Punktrunde ist kein Thema. Es wäre die 15. Saison in Folge mit Betz als Stammtorhüter.

Keine Belohnung für sein engagiertes Auftreten gab es für den Kreisliga-A-Aufsteiger FC Blaubeuren. Das Team von Goran Djukanovic hatte die zwei Klassen höher spielenden SF Dorfmerkingen am Rande einer Niederlage. Nach den Toren von Rafal Czerwinski (41.) und Tomasz Strzelec (48.) wiegten sich die Gastgeber in Sicherheit. "Wir waren in der zweiten Hälfte nicht wach und haben den Gegner unterschätzt", so Spielleiter Bülent Aksakal. Die Folge: Der Landesligist nutzte die Schwächen der nicht in Bestbesetzung angetretenen Platzherren gnadenlos aus und siegte noch 4:2 (0:1). Was blieb, war Aksakals Erkenntnis: "Wir brauchen einen breiteren Kader und müssen unsere Urlaube anders planen."

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