Fußball Zwei Neue für die Spatzen

Bis zur 85. Minute hielt der SSV 46 das 0:0. Dann fiel der Gegentreffer, an dem auch Florian Krebs (rechts) beteiligt war.
Bis zur 85. Minute hielt der SSV 46 das 0:0. Dann fiel der Gegentreffer, an dem auch Florian Krebs (rechts) beteiligt war. © Foto: Eibner
Stadtallendorf/Ulm / Gerold Knehr 07.05.2018

Eintausendzweihundert Zuschauer feierten im Stadtallendorfer Herrenwald­stadion begeistert den 1:0-Sieg ihrer Eintracht gegen den SSV Ulm 1846 Fußball und den damit verbundenen Regionalliga-Klassenerhalt des Aufsteigers. „Nie mehr Hessenliga, nie mehr, nie mehr“ sangen die Fans freudetrunken. Unter ihnen war auch ein etwa achtjähriger Junge. Als er den ob des späten Gegentores von Laurin Vogt geknickt dreinschauenden Lutz Siebrecht erblickte, bekam er Mitleid mit dem 1,92-Meter-Hünen. Er fasste all seinen Mut zusammen und tröstete den Sportlichen Leiter der Spatzen mit seiner Bemerkung: „Ihr habt auch einen guten Fußball gespielt.“

0:1 tut Rumpfteam weh

Der Junge lag nicht falsch. Das umgekrempelte Spatzen-Team – es fehlten die Stammspieler David Braig, Thomas Rath­geber, Ardian Morina, Christian Sauter, Jo Reichert, Steffen Kienle und  Alper Bagceci – benötigte zwar eine gute halbe Stunde, bis es sich gefunden hatte. Tobias Flitsch griff  in seinem drittletzten Spiel als Trainer viel öfter als gewohnt korrigierend in die Begegnung ein. Doch je länger das Spiel dauerte, desto besser kamen die Ulmer zurecht  und hatten bei einem Pfostenschuss von Mergim Neziri (69.) Pech. Umso bitterer war das Missverständnis in der 85. Minute zwischen der Innenverteidigung, Tino Bradara und Torhüter Holger Betz, das  Stadtallendorfs Siegtreffer ermöglichte.

„Das Resultat tut weh. Für die Besetzung  war es eine richtig gute Leistung“, befand Trainer Tobias Flitsch. Gleichwohl war es, seit sein Abschied vom SSV 46 feststeht, die dritte Niederlage im dritten Spiel. Der Spannungs-Abfall seit dem bestehenden Klassenerhalt ist evident.

Sportvorstand Anton Gugelfuß will den Fokus nun komplett auf das WFV-Pokal-Finale an Pfingstmontag gegen den TSV Ilshofen richten. Deshalb ist er auch nicht übermäßig traurig darüber, dass das letzte Punktspiel am Samstag gegen den SV Waldhof sportlich ohne Bedeutung ist. Die Mannheimer haben sich am Samstag die Vizemeisterschaft und die Teilnahme an der Aufstiegsrunde gesichert. In dieser Begegnung wird die Ulmer Torhüter-Legende Holger Betz gebührend verabschiedet. Darüber hinaus soll nach einer schlechten Erfahrung aus der vergangenen Saison nichts die Konzentration stören. „Damals haben wir den Fehler gemacht, vor dem Pokalspiel in Ravensburg unsere Weihnachtsfeier zu veranstalten“ – prompt ging wenige Tage später das Achtelfinale 0:1 verloren.

Geht es nach Gugelfuß, sollen auch die personellen Planungen für die neue Saison bis zum Pokalfinale nicht publik gemacht werden. Einige dieser Personalen sind aber mittlerweile bekannt. Der neue Trainer Holger Bachthaler holt den rechten Mittelfeldspieler Nicolas Jann (26) von seinem ehemaligen Verein FV Illertissen, auch dessen Teamkollege Pedro Allgaier (rechte Abwehr) soll ein Spatz werden. Felix Nierichlo, ein weiterer früherer Bachthaler-Schüler, der in dieser Saison in Ulm keine große Rolle spielte, bleibt beim SSV 46. Ebenso wie Georgios Manolakis. Der griechische U-18-Nationalspieler deutete bei seinem Regionalliga-Debüt in Stadtallendorf in einigen Szenen sein Talent an. Keinen Vertrag erhält Manolakis’ Mitspieler bei den A-Junioren, Marco Roschmann, der am Samstag zwei Minuten lang ebenfalls erstmals Regionalliga-Luft schnupperte. Schlechte Karten dürften auch Volkan Celiktas, Olcay Kücük, Mergim Neziri, Enis Küley, Florian Glade und Mustafa Özhitay haben.

So spielten sie

Stadtallendorf – SSV Ulm 1846

1:0

SSV Ulm 1846 Fußball: Betz – Schmidts, Krebs, Schindele, Kammerbauer – Campagna – Bradara (88. Roschmann), Nierichlo, Graciotti, Manolakis (78. Küley) – Neziri (84. Saric).
Tor: 1:0 Vogt (85.).
Gelbe Karten: – / Manolakis, Bradara.
Schiedsrichter: Hildenbrand (Wertheim).
Zuschauer: 1200.

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