Meisterporträt Zurückin der Erfolgsspur

Meisterliches Gruppenbild: Die Fußball-Mannschaft des TV Wiblingen freut sich über den Aufstieg in die Kreisliga A/Donau.
Meisterliches Gruppenbild: Die Fußball-Mannschaft des TV Wiblingen freut sich über den Aufstieg in die Kreisliga A/Donau. © Foto: Volkmar Könneke
Winfried Vogler 31.07.2018

Acht Mal probiert, acht Mal ist nichts passiert. Im neunten Anlauf feierte der TV Wiblingen endlich mal wieder eine Meisterschaft. Den letzten Titelgewinn bejubelte die Mannschaft vom Ulmer Tannenplatz im Jahre 2009 – unter Trainer Bernd Pfisterer gelang der Aufstieg in die Landesliga. Lang, lang ist’s her. Danach folgte ein bitterer Absturz, den auch so renommierte Trainer wie Rolf Baumann, Bora Meydanci, Robert Ehrenthaller, Harry Plail oder Volkan Kohly nicht stoppen konnten. Den absoluten Tiefpunkt in der Klub-Geschichte erlebte der TV Wiblingen in der Spielzeit 2011/2012 mit dem Abstieg in die Kreisliga B.

Innerhalb von drei  Spielzeiten wurde der Klub von der Landesliga in die Niederungen des Bezirks durchgereicht. Von diesem Schock erholte sich der Verein nicht so schnell und spielte insgesamt sechs Jahre im Bezirksunterhaus. Nach fünf vergeblichen Anläufen feierte jetzt das Team endlich die Meisterschaft.

Am 16. Spieltag stand die Mannschaft von Spielertrainer Dawid Amroziak, er kam vom FC Blaubeuren wie Kamil Stawiarski (vierte Liga Polen), dazu Ihsan Onay vom TSV Langenau, erstmal an der Tabellenspitze. Löste den bisherigen Spitzenreiter SF Dellmensingen – am Ende Tabellendritter – von Platz eins ab und marschierte zum Titelgewinn. Zwei Punkte Vorsprung reichten am Ende vor dem RSV Ermingen. Timur Nur mit 21 Saisontoren gefolgt von Onay (14)  waren die erfolgreichsten Torschützen.

Aufschwung nach Umbruch

Vor nicht einmal zwei Jahren wären die Lichter bei den Wiblinger Fußballern fast ausgegangen. Die damalige Abteilungsleitung hatte nach einer Horrorsaison im Niemandsland der Kreisliga B/Donau nicht mehr kandidiert.

Die neue Führungsriege mit Abteilungsleiter Ahmet Erdogan, Burak Baltakiranoglu, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, Samet Aras (Spielleiter), Raphael Pfeiffer (Finanzen) und Levent Günes (stellvertretender Spielleiter) hat es geschafft, das fast schon gesunkene Schiff wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

„Wir sind alles Wiblinger und wollen den Klub wieder da hinbringen, wo er hingehört“, sagt Baltakiranoglu, wie seine Mitstreiter in der Abteilungsspitze, auch selbst noch Spieler für den TV. „Von der Größe von Wiblingen und der Sportanlage sollte mindestens die Bezirksliga möglich sein.“ Das ist auch das mittelfristige Ziel, wenngleich für die anstehende Saison der Klassenerhalt erst mal Priorität hat.

Im Ulmer Stadtteil rund um den Tannenplatz wohnen mehr als 15 000 Personen. Allerdings fristet der Fußball trotz der Erfolge der Vergangenheit, als der Verein vor mehr als 30 Jahren hinter dem SSV Ulm 1846 mit der SpVgg Au in der Verbandsliga um die Nummer zwei im Bezirk wetteiferte, ein stiefmütterliches Dasein. „Wir hatten anfangs viel Gegenwind von allen Seiten. Die Leute wollten uns nicht so unterstützen, weil sie dachten, das sei alles in türkischer Hand“, so Baltakiranoglu. Auch die finanzielle Unterstützung durch Wiblinger Unternehmen ist bescheiden: „Ohne die Einnahmen aus unserem Dreikönigs-Hallenturnier könnten wir nicht überleben.“

Noch lassen die Kicker aus den goldenen TVW-Zeiten sich auf der Bezirkssportanlage am Tannenplatz selten bei den Heimspielen blicken. Das könnte sich aber in der bevorstehenden Runde der Kreisliga A/Donau bei den vielen Derbys ändern. Beim TV Wiblingen darf wieder von besseren Fußballtagen geträumt werden.

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Jahre spielte der Ex-Verbandsligist TV Wiblingen in den Niederungen der Kreisliga B, ehe jetzt endlich der Aufstieg eine Etage höher in die Kreisliga A gelungen ist.

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