Fußball Wir können das Spiel unseres Lebens machen

Ulm / Winfried Vogler 18.08.2018

Die Vorfreude bei Ardian Morina ist groß. Ein DFB-Pokalspiel vor ausverkauftem Haus, dazu noch gegen einen namhaften Gegner: Fußballherz, was willst du mehr? Morina ist offensiver Mittelfeldspieler beim SSV Ulm 1846 Fußball, der heute (15.30 Uhr) im Donaustadion in der ersten Runde des DFB-Pokals den Bundesligisten und Titelverteidiger Eintracht Frankfurt begrüßt. Es ist das Spiel des Jahres für die Spatzen, die so gut in die Fußball-Regionalliga Südwest gestartet sind. Und natürlich auch für den 24-Jährigen, der zum dritten Mal in seiner Karriere im DFB-Pokal aufläuft. „So ein Spiel kann man genießen. Wir sind klarer Außenseiter und können ganz befreit aufspielen“, sagt Morina.

Als 19-Jähriger spielte der Offensivmann schon mal gegen die Hessen. Im August 2013 verlor er mit dem FV Illertissen, trainiert vom heutigen Ulmer Coach Holger Bachthaler, im Ausweichquartier Augsburg gegen die Eintracht 0:2. „Da waren wir viel zu ängstlich und hatten keine Chance“, blickt Morina zurück.

Ein Jahr später folgte Morinas zweiter DFB-Pokalauftritt, ebenfalls mit den Illertalern, gegen Werder Bremen (2:3 n. V.). Damals waren 10 205 Zuschauer im Donaustadion. Eine Zahl, die heute mit 18 440 bei weitem übertroffen wird. So eine große Kulisse in der Friedrichsau gab es letztmals im Mai 2000 im letzten Bundesligaheimspiel des SSV 46 gegen den VfL Wolfsburg, als 22 000 Besucher den Ulmer 2:0-Sieg sahen.

Ein weiterer SSV-Akteur, der damals im Illertisser Trikot gegen die Frankfurter Eintracht am Ball war, ist Vitalij Lux. „Das ist eine schöne Erinnerung“, denkt der Neuzugang aus Unterhaching an das 0:2 zurück. „DFB-Pokalspiele  sind Gänsehautspiele“, beschreibt Lux die besondere Atmosphäre. Der 29-Jährige hat Erfahrung, heute bestreitet er seinen fünften DFB-Pokaleinsatz – bisher spielte er je einmal mit Illertissen und Carl Zeiss Jena sowie zweimal mit der SpVgg Unterhaching.

„Unbeschwerter kann man an so eine Begegnung nicht rangehen. Ganz ehrlich, was haben wir denn zu verlieren? Wir können das Spiel unseres Lebens machen, wir können richtig für Furore sorgen. Das ist eine super Möglichkeit für uns, den SSV 46 positiv in die Schlagzeilen zu bringen, ist doch alles wunderbar“, sagt Lux.

Nur einer bei den Spatzen kommt aktuell auf noch mehr DFB-Pokaleinsätze: Alper Bagceci, mit fünf Auftritten für den 1. FC Heidenheim. „Jedes Spiel ist ein Top-Erlebnis, das man nicht vergisst“, sagt der ehemalige Profi. Dass der 34-Jährige dies „in seinem Wohnzimmer“ nochmals erleben darf, findet er gigantisch. „Letztmals war ich als Balljunge dabei, als das Donaustadion ausverkauft war“, erinnert er sich.

Ante Rebic fällt aus

Mit den Frankfurtern, die ohne ihren kroatischen  Vize-Weltmeister und Finalhelden von Berlin, Ante Rebic (Adduktorenprobleme) an die Donau kommen, haben die Ulmer noch eine Rechnung offen, die freilich schon lange zurückliegt. Es war der 20. Mai 2000, als der SSV 46 am letzten Bundesligaspieltag gegen Eintracht Frankfurt antreten musste. Die Hessen befanden sich ebenfalls im Abstiegskampf. Das Spiel ging mit 1:2 verloren, wobei der Todesstoß erst in der 90. Minute nach einem umstrittenen Foulelfmeter fiel. Sicherlich eine Geschichte vom Abstiegsendspiel gegen Frankfurt, die beim einen oder anderen für eine besondere Motivation sorgen wird.

Der letzte Heimauftritt des SSV 46 gegen die Eintracht in der Bundesliga endete nach Toren von Leandro, Rainer Scharinger und David Zdrilic vor 22 500 Zuschauern 3:0 für Ulm. Ob’s heute so ähnlich läuft? „Wir werden Gas geben und alles raus hauen“, verspricht Morina.

Aufstellung und Live-Ticker

SSV Ulm 46 – Eintracht Frankfurt
Heute, 15.30 Uhr, Donaustadion

SSV Ulm 1846 Fußball:  Ortag – Stoll, Krebs, Reichert, Schindele – Gutjahr, Campagna, Morina, Nierichlo – Kienle, Lux.

Liveticker:
fupa.net/suedwest/live

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