Fußball Wie gegen Waldhof: Spatzen kassieren ein Slapstick-Tor

Erstmals seit Februar 2017 stand Vinko Sapina (Nr. 22) bei einem Punktspiel in der Ulmer Startformation. An dem lange verletzten Mittelfeldspieler lag es am wenigsten, dass die Spatzen in Balingen  eine schlechte Figur abgaben.
Erstmals seit Februar 2017 stand Vinko Sapina (Nr. 22) bei einem Punktspiel in der Ulmer Startformation. An dem lange verletzten Mittelfeldspieler lag es am wenigsten, dass die Spatzen in Balingen  eine schlechte Figur abgaben. © Foto: Schust/Eibner
Balingen / Gerold Knehr 01.12.2018

Eine 0:2-Niederlage und ein Slapstick-Tor – das war den Fußballern des SSV Ulm 1846 Fußball am vergangenen Wochenende im Donaustadion gegen Regionalliga-Spitzenreiter SV Waldhof Mannheim unterlaufen.

Gestern Abend wiederholte sich dieser Albtraum – mit anderen Akteuren in der Hauptrolle, doch das Endresultat nach der Begegnung bei Aufsteiger TSG Balingen war dasselbe. Wie der angeschlagene Torhüter Christian Ortag am vergangenen Samstag sah gestern Abend vor 2200 Zuschauern sein Vertreter David Hundertmark in der Bizerba-Arena bei einer Rückgabe schlecht aus. War es vor einer Woche Lukas Hoffmann, der Ortag schlecht aussehen ließ, war es nun Michael Schindele, der Hundertmark mit einem Rückpass in die Bredouille brachte. In seinem ersten Punktspiel für Ulm versprang dem 21-Jährigen der Ball. Stefan Vogler ging dazwischen, leitete die Kugel trotz eines Fouls von Hundertmark an ihm zu seinem Mitspieler Patrick Lauble weiter, der das Balinger 1:0 erzielte (32.). Dabei konnte Hundertmark sogar noch von Glück sprechen. Hätte Schiedrichter Müller nicht Vorteil gegeben, sondern auf Foulelfmeter entschieden, wäre auch die Rote Karte möglich gewesen.

 „Wir haben uns die Niederlage selbst zuzuschreiben. Solche Fehler dürfen in solch einer Liga nicht vorkommen“, nahm Trainer Holger Bachthaler kein Blatt vor den Mund. In der Schlussphase gab es doch noch einen Strafstoß gegen die Spatzen. Hundertmark holte Lauble im Strafraum von den Beinen. Den Elfer verwandelte Stefan Vogler zum 2:0-Endstand für Balingen (86.). Dass der junge Ulmer Keeper in der Zwischenzeit auch ein paar gute Szenen hatte, ging nahezu unter.

Bachthaler hatte dieselbe taktische Formation – Dreierkette, kompaktes Mittelfeld, zwei Spitzen – gewählt wie bei der trotz der Niederlage starken Ulmer Partie gegen den SV Waldhof. Gestern jedoch ging lange Zeit kaum etwas bei den Spatzen. „In den ersten 30 Minuten haben wir gefühlt keinen einzigen Zweikampf gewonnen“, haderte der Ulmer Trainer mit seinen Schützlingen. Die Taktik der heimstarken Balinger, die mit frühem Pressing ihren Kontrahenten zu zahlreichen Ballverlusten und oftmals uninspirierten weiten Ballen zwangen, ging auf.

In der zweiten Halbzeit stellte der Spatzen-Coach auf die vertrautere 4-4-2-Formation um, zog Lennart Stoll und Marcel Schmidts in die Abwehr zurück und ersetzte Defensivmann Hoffmann durch den an der Nase frisch operierten Adrian Beck. Prompt entstand mehr Druck. Vinko Sapina, der erstmals seit Februar 2017 wieder bei einem Regionalligaspiel in der Startformation stand und eine gute Partie ablieferte, zwang Balingens Keeper zu einem Reflex (48.), und der eingewechselte David Braig hatte Pech bei einem Pfostentreffer (66.). Doch das reichte nicht, um den nun leidenschaftlich kämpfenden Gastgebern noch einmal gefährlich zu werden. Im Gegenteil, die TSG erhöhte.

So spielten sie

TSG Balingen – SSV Ulm 1846

2:0

SSV Ulm 1846 Fußball: Hundertmark – Hoffmann (46. Beck), Krebs, Schindele – Stoll, Gutjahr, Campagna, Sapina (75. Jann), Schmidts – Lux (61. Braig), Morina.

Tore: 1:0 Lauble (32.), 2:0 Vogler (86./Foulelfmeter).
Gelbe Karten: Seemann – Gutjahr.
Gelb-Rot: Akkaya (87.)
Schiedsrichter: Müller (Löchgau).
Zuschauer: 2200.

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