Fußball Sensation: SSV Ulm 1846 wirft VfR Aalen aus dem WFV-Pokal

Ulm / Winfried Vogler 11.04.2018
Überraschung im WFV-Pokal: Der klassentiefere SSV Ulm 1846 Fußball setzt sich im Viertelfinale gegen den überraschend schwach auftretenden Drittligisten VfR Aalen mit 6:3 nach Elfmeterschießen durch. Keeper Kevin Birk wird im Elfmeterschießen zum Held.

„Sonnenschein, als Einlaufmusik von Status Quo „Whatever you want“, zahlreiche Fangesänge schon vor dem Anpfiff, die freundliche Begrüßung des Gegner – ein Pokalspiel gegen einen klassenhöheren Konkurrenten ist im Ulmer Donaustadion immer noch etwas Besonderes.  Überraschendes gab es dann auf dem Rasen. Zuerst war es ein verbissener Pokalkampf, am Ende wurde es ein Thriller, den sich beide Mannschaften lieferten.

Ulmer dominieren von Anfang an

Von Anfang beherrschte der Zehnte der Regionalliga den Zehnten der dritten Liga im Viertelfinalspiel des WFV-Pokals; am Ende schafften die unterklassigen Spatzen die Sensation. Nach einem 2:2-Remis nach 120 Minuten bewahrten die abgebrühten Spieler des SSV Ulm 1846 Fußball bis zum Schluss die Nerven und setzten sich schließlich im eigenen Stadion gegen ein konsterniertes Team des VfR Aalen im Elfmeterschießen 4:1 durch.

Grund zu feiern

Der SSV 46 verdiente sich diesen Erfolg durch eine couragierte, disziplinierte und aufopferungsvolle Spielweise gegen einen am gestrigen Abend ziemlich einfallslosen Gegner.

Die gesamte erste Halbzeit überließen die Gäste den Platzherren die Initiative und beschränkten sich ausschließlich auf Spielkontrolle. Der Ulmer Torhüter Kevin Birk, der wie abgesprochen für Stammkeeper Holger Betz spielte, war vollkommen beschäftigungslos. Auf der anderen Seite musste sich Aalens Schlussmann Daniel Bernhard bei einem Schuss von Ardian Morina (44.) gewaltig strecken, um ein Rückstand zu verhindern.

Zuvor schon hatte zweimal Steffen Kienle gute Einschussmöglichkeiten. Erst wurde er bei einem tollen Solo (25.) in letztem Moment gestoppt, eine Minute später drosch der Ex-Aalener nach einem Torwartfehler das Spielgerät am langen Pfosten stehend aber neben das Tor.

Ausgleich durch Eigentor

Furios begann der zweite Durchgang für die Ulmer. Ein herrliches Zuspiel des eingewechselten Thomas Rathgeber vollstreckte Morina (47.) zur umjubelten Führung. Auch nach dem Gegentreffer zeigte der Drittligist weiterhin wenig Engagement. Trotzdem kamen die biederen Gäste völlig überraschend zum Ausgleich, allerdings dank gütiger Mithilfe der Hausherren. Michael Schindele (61.) fälschte eine an sich harmlose Hereingabe von Gerrit Wegkamp zum unglücklichen Ausgleich ins eigene Tor ab.

Bengalische Fakel

Was folgte war ein weiterhin enttäuschender Auftritt des höherklassigen Gegners aus Aalen. Der brachte die 400 Gästefans wohl derart auf die Palme, dass sie Bengalos abbrannten und Schiedsrichter Osmanagic aus Stuttgart die Partie für einige Minuten unterbrechen musste. Als der Nebel verflogen war plätscherte die Partie in der regulären Spielzeit nur noch vor sich hin. Keinem Team gelang mehr eine entscheidende Aktion. Die Verlängerung war die logische Konsequenz, in der beide Mannschaften zwar das letzte Risiko scheuten, die knapp 2100 Zuschauer aber mit Spannung pur entschädigt wurden.

Als die Gäste durch Dennis Wegkampf in der 115. Minute in Führung gingen, schien die Partie für Ulm gelaufen. Doch der SSV 46 zeigte Moral und schaffte durch Rathgeber zwei Minuten später per Kopfball den Ausgleich. Das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen. Da hielt Torhüter Birk zwei Strafstöße von Aalener Spielern und als Rathgeber als vierter Ulmer Schütze vollstreckte, tobte das Donaustadion.

Aussicht

Nach diesem Fußball-Thriller blickt Trainer Tobias Flitsch dem Punktspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Wormatia Worms im Donaustadion positiv entgegen. „Unsere Moral wird durch den Halbfinaleinzug weiter gestärkt. Der Sieg wird uns einen zusätzlichen Schub geben.“ Die Erfolgsserie seiner Mannschaft mit fünf ungeschlagenen Partien in der Regionalliga hintereinander setzt sich also auch im Pokal fort.

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