Ulm Vom SSV 46 zu Hoffenheim: Wie Frank Kaspari Co-Trainer Gisdols wurde

Mit Markus Gisdol (re.) in Hoffenheim: Frank Kaspari. Foto: Actionpress
Mit Markus Gisdol (re.) in Hoffenheim: Frank Kaspari. Foto: Actionpress
DETLEF GRONINGER 04.04.2013
Die A-Junioren des SSV 46 müssen ohne ihren bisherigen Trainer Kaspari (jetzt "Co" bei Bundesligist 1899 Hoffenheim) in den Oberliga-Abstiegskampf.

"Das ist eine große Chance. So etwas kommt vielleicht nur einmal im Leben. Ich bin einfach fußballbegeistert", sagt Frank Kaspari nach seiner Berufung als Assistent von Trainer Markus Gisdol beim Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim. Vor einigen Monaten hatte der 42-jährige von Gisdol schon einmal die Anfrage erhalten, ob er sich einen Einstieg ins Profitrainergeschäft vorstellen könnte. "Auf einem höheren Niveau zu arbeiten hat immer einen Reiz", betont Kaspari. Als dann auf seinem Handy am vergangenen Sonntag eine SMS Gisdols aus dessen Urlaubsort Thailand ankam, wusste Kaspari, was die Stunde geschlagen hatte. "Langer, jetzt wird es ernst!", stand dort zu lesen. "Langer" ist Gisdols Spitzname für Kaspari.

Das Trainergespann war schon 2006 bei der SG Sonnenhof Großaspach in dieser Konstellation tätig. Der Kontakt riss trotz unterschiedlicher Stationen in der weiteren Karriere nie ab. Gisdol holte als Cheftrainer des SSV 46 Kaspari im März 2009 nach dem Tod von Hermann Badstuber als A-Junioren-Kommandogeber an die Donau. In Gisdols Zeit als Co-Trainer beim Bundesligisten Schalke 04 war Kaspari mehrfach Augenzeuge bei Spielen der "Knappen". Nun schließt sich der Kreis wieder in Hoffenheim, wo mit U-23-Trainer Otmar Rösch ein weiterer Ex-Ulmer tätig ist.

Kaspari, der als Anwendungstechniker nach Abgeltung seines Resturlaubs seinen Arbeitsvertrag bei einer Aalener Firma aufgelöst hat, hatte an Ostern dann auch den SSV-Jugendleiter Uli Herbst informiert. "Das ist eine Riesengelegenheit für ihn. Ich wünsche ihm viel Glück", meint Herbst. "Für uns kam das aber überraschend. Wir haben jetzt einige schlaflose Nächte", kommentiert er den Abschied des A-Junioren-Trainers, der erst im September die Position des entlassenen Uwe Fechter übernommen hatte.

Die Übungseinheiten leitet in dieser Woche Athletiktrainer Sven Ackermann, gleichzeitig auch Trainer der U 13 des VfR Aalen. Beim Punktspiel am Sonntag gegen Aalen sitzt Jugendleiter Herbst als sportlicher Leiter auf der Bank. Kaspari betont: "Es tut mir leid für die Ulmer Mannschaft. Ich werde es aber noch nachholen, mich persönlich zu verabschieden. Sie werden den Klassenerhalt schaffen."