Während die Regionalligafußballer des SSV Ulm 1846 heute (14 Uhr) bei frostigen Temperaturen zum ersten Testspiel nach der Winterpause gegen den österreichischen Bundesligisten Wacker Innsbruck auf dem Kunstrasenplatz neben dem Donaustadion antreten, schreibt Stürmer Vitalij Lux fast 5000 Kilometer entfernt unter der Wüstensonne Dubais beim Asien-Cup tatsächlich Fußballgeschichte. Mit drei Treffern gegen die Philippinen hat der 29-jähriger SSV-Stürmer am letzten Donnerstag sein Geburtsland Kirgisien zum Einzug ins Achtelfinale quasi im Alleingang geschossen. Im Interview mit unserer Zeitung verrät er seine Gefühle und spricht über die Mitspieler zuhause beim SSV 46.

Vitalij Lux, dank Ihrer Tore feierte Kirgisien den ersten Sieg eines zentralasiatischen Landes überhaupt bei einer Asienmeisterschaft. Wie fühlt sich das an?

Vitalij Lux: Das sind große Gefühle. Ich freue mich riesig, dass ich dabei sein darf und mich als Torschütze auszeichnen konnte.

Und dann gleich mit einem Dreierpack. Noch nie zuvor hatte ein Auswahlspieler Kirgisiens in einem wichtigen Spiel drei Tore erzielt.

Naja, ich habe ja schon zuvor einige Tore geschossen. Aber das waren absolut die wichtigsten in der Nationalmannschaft. Dass ich der erste Spieler bin, dem ein solcher Dreierpack gelungen ist, macht mich stolz. Ich war mir sicher, dass ich gegen die Philippinen treffen werde. Und ich habe Geschichte geschrieben. Absoluter Wahnsinn.

Gibt es für das Erreichen des Achtelfinales jetzt eine Sonderprämie?

(Lacht) Leider nein.

Ihre Mitspieler beim SSV 46 trainieren seit zwei Wochen in Ulm bei Schnee und Kälte. In der Golfregion liegen die Temperaturen zwischen 22 und 30 Grad. Verspürt man da nicht ein bisschen Mitleid?

Nein, Mitleid habe ich nicht. Meine Ulmer Kollegen hatten frei, während ich trainiert habe. Ich bin ja schon seit dem 15. Dezember hier in Abu Dhabi. Zuhause haben alle Weihnachten mit der Familie und Freunden verbracht. Ich habe hier zwar Kumpels, aber Weihnachten mit der Familie wäre auch schön gewesen.

Wie geht’s jetzt weiter?

Am Montag spielen wir im Achtelfinale gegen den Gastgeber, die Vereinigten Arabischen Emirate.  Vielleicht gelingt uns ja nochmal eine Überraschung.

Gibt es nach der Rückkehr nach Ulm erst einmal Urlaub oder steigen Sie gleich wieder ins Training beim SSV 46 ein?

Das weiß ich noch nicht. Ich muss mich erst mit dem Trainer besprechen. Ich denke, ein paar Tage werde ich schon Urlaub brauchen, auch für die Erholung.

Sieben Treffer in 19 Länderspielen


Mit sechs Jahren kam der in Karabalta, in der damaligen Sowjetrepublik Kirgistan, geborene Vitalij Lux, nach Weißenhorn. Für sein zentralasisatisches Heimatland traf er in 19 Länderspielen (Debüt am 11.6.2015) sieben Mal. In der laufenden Spielzeit kam Lux beim SSV 46 auf 18 Regionalligapartien, er erzielte zwei Tore. Insgesamt brachte er es auf über 150 Regionalliga- und zehn Drittligaeinsätze. Der 29-Jährige besitzt beim SSV 46 einen Vertrag bis Sommer 2020.