Ulm Verantwortliche des SSV Ulm 1846 Fußball haben nichts gelernt

Am Rande des Abbruchs: Schiedsrichter Peter Strobel mit den beiden Spielführern.
Am Rande des Abbruchs: Schiedsrichter Peter Strobel mit den beiden Spielführern. © Foto: Rudi Apprich
Ulm / RÜDIGER BERGMANN 11.06.2013
Dass es nach dem Aufstieg der zweiten Spatzen weder gelang, friedlich miteinander zu feiern, noch einen Teil der Fans von der Idee abzubringen, beim verhassten Verfolger in Grimmelfingen Unfrieden zu verbreiten, beweist: Die Verantwortlichen der Spatzen haben nichts gelernt. Ein Kommentar von Rüdiger Bergmann

Sie waren erfreulich unauffällig in der abgelaufenen Regionalliga-Saison, die Fans des SSV 1846. Die hohen Sicherheitsvorkehrungen in auswärtigen Stadien, viele Jahre verständliche Reaktion auf den teilweise chaotischen Begleittrupp der Ulmer Fußballer, waren zuletzt nur noch Kanonen, die auf Spatzen zielen. Denn die Insolvenz von 2011 hat auch die Substanz und das Interesse der Fankultur beim SSV 46 reduziert.

Doch wie fahrlässig es ist, ein schläfriges Raubtier zu wecken, zeigen die Geschehnisse rund um das "Endspiel" des Bezirksliga-Teams in Neenstetten. Schon die Busfahrt der Spieler mit der Anhängerschaft ist unverständlich. Aber dass es nach dem Aufstieg weder gelang, friedlich miteinander zu feiern, noch einen Teil der Fans von der idiotischen Idee abzubringen, beim verhassten Verfolger in Grimmelfingen Häme und Unfrieden zu verbreiten, beweist: Die Verantwortlichen der Spatzen haben nichts gelernt.

Wenn die Fan-Verantwortlichen nicht in der Lage sind, für Ordnung zu sorgen, dann muss dies eben die Führungsetage des Vereins regeln. Die verwerfliche Aktion vom Samstag war im Vorfeld zu erkennen - nur fühlte sich niemand angesprochen. Und schon sind sie wieder präsent, die Zeiten, in denen der SSV 46 kein Fettnäpfchen ausließ.

Da beklagen sich die Spatzen eine ganze Saison lang über zu dürftigen Besucher-Zuspruch im Donaustadion - doch statt Werbung im eigenen Bezirk zu betreiben, verscheuchen sie mit Vorkommnissen wie in Neenstetten noch mehr Getreue.

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