Voraussichtlich Anfang kommender Woche wird feststehen, wie die Urteile des Sportgerichts nach den Vorfällen beim Fußball-Stadtpokal Ulm/Neu-Ulm ausfallen.   Die Berichte von Turnierveranstalter und Schiedsrichter sind mittlerweile bei Hans-Peter Füller, dem Vorsitzenden des Sportgerichts im Bezirk Donau/Iller, eingegangen.

Am Abend des 19. Januars war es vor dem Finale des Hallen-Stadtpokals in der Kuhberghalle zu unschönen Szenen gekommen: Rassistische Beleidigungen, bei denen einem dunkelhäutigen Spieler der TSG Söflingen eine Banane überreicht wurde. Und ein Flaschenwurf, der wiederum einen weiteren Spieler der TSG am Hinterkopf traf. Die Beleidigung ging von einem Spieler des FC Srbija Ulm aus, der Wurf kam von einem mannschaftsnahen Anhänger, den Vereinsvorstand Andreas Markovic als „psychisch labil“ bezeichnete. Bereits am Tag danach hatte der FC Konsequenzen gezogen und beide  Akteure vom Verein ausgeschlossen sowie eine einseitige Stellungnahme, inklusive Entschuldigung, veröffentlicht.

Sportgericht-Vorsitzender Füller: Nicht nur mit dem Finger auf den FC Srbija zeigen

Zum konsequenten Vorgehen des FC Srbija nach den Vorfällen sagt Füller: „Sie haben richtig gehandelt.“ Auch bei ihm ging bereits eine Stellungnahme des Vereins ein. Falsch sei es aus seiner Sicht in der Diskussion nun aber, mit dem Finger nur auf den FC Srbija zu zeigen: „Das ist nicht okay. Srbija hat einen Fehler gemacht, ja“, sagt er.  „Es kann morgen auch jeden anderen Verein treffen.“ Vereine und Vertreter, die nun harte Strafen vom Sportgericht forden, sollten die Vorfälle zum Anlass nehmen, auch die eigenen Reihen auf den Prüfstand zu stellen, findet Füller.

Weitere Verfehlung beim Stadtpokal – VfL Ulm kann bis Mittwoch Stellung beziehen

Während des Stadtpokals war es noch zu einem weiteren Zwischenfall gekommen: Im Spiel zwischen dem VfL Ulm und dem FC Birumut Ulm rempelte ein VfL-Akteur den Schiedsrichter an. Die Mannschaft wurde disqulifiziert. Auch diese Verfehlung landete bei Füller auf dem Schreibtisch. Um auch dem VfL Ulm „rechtliches Gehör zu gewähren“, wie Füller es im Fachjargon bezeichnet, hat der Verein noch bis Mittwoch die Möglichkeit, ebenfalls eine Stellungnahme in seinem Verfahren abzugeben – muss aber nicht.  Ansonsten fällt Füller seine Entscheidung anhand der vorliegenden Einschätzung des Schiedsrichters.

Die Vorfälle beim Ulmer und Neu-Ulmer Stadtpokal sorgten auch über die Städtegrenzen hinaus für Aufsehen. Der SWR hatte unter anderem in seiner Nachrichtensendung „SWR Aktuell“ darüber berichtet. Bei der Sportrichtertagung in Wangen, bei der Füller an diesem Wochenende war, wurde das Thema ebenfalls viel diskutiert.