DFB Ulmer Fußballlehrer Sorg bleibt Co-Trainer

Im Kreis der deutschen Nationaltrainer: Marcus Sorg (Mitte) mit Joachim Löw (links) und Thomas Schneider.
Im Kreis der deutschen Nationaltrainer: Marcus Sorg (Mitte) mit Joachim Löw (links) und Thomas Schneider. © Foto: dpa
Ulm/Evian-les-Bains / ARMIN GRASMUCK 06.07.2016
Eigentlich war Marcus Sorg nur als wertvolle Kraft rund um die EM vorgesehen. Jetzt kommt heraus: Er bleibt als Co-Trainer fest im Stab des Bundestrainers.

Zu dem Einzug der deutschen Mannschaft in das Halbfinale der Europameisterschaft hat Marcus Sorg zweifellos seinen Teil beigetragen. In aller Ruhe und Konsequenz. Der Fußballlehrer aus Ulm machte seine Arbeit an der Seite des Bundestrainers sogar so gut, dass Joachim Löw längerfristig mit ihm zusammenarbeiten möchte. Die offizielle Bestätigung müssen sich die sportlichen Leiter des Deutschen Fußball-Bundes noch bis zum Ende der EM verkneifen. Doch aus Verbandskreisen ist zu erfahren: Sorg komplettiert nun dauerhaft neben Thomas Schneider und Torwart-Trainer Andreas Köpke die höchst kompetente Facheinheit, die dem Bundestrainer zur Seite steht. „Marcus Sorg kennt unsere gemeinsame DFB-Philosophie, mit ihm haben wir einen weiteren kompetenten und erfahrenen Trainer neu im Team“, sagte Löw, als er Sorg im März in seinen Stab holte. Hansi Flick, Sportdirektor des DFB und bis zu dem Triumph bei der WM 2014 selbst Assistent Löws, hatte angeregt, den Trainerstab der Nationalmannschaft zu erweitern.

Der Fixposten in der deutschen Eliteauswahl kommt überraschend. Eigentlich war Sorg, bis März Trainer der deutschen U-19-Auswahl, als Nachfolger für Horst Hrubesch vorgesehen. Der Trainer der U 21 hört nach den Olympischen Spielen auf. Sorg sollte die U 19 noch bei der Junioren-EM, die von 11. bis 24. Juli in Baden-Württemberg ausgetragen wird, betreuen und im September die U 21 übernehmen. Mit der U 19 wurde er 2014 Europameister. Flick brachte ihn bereits damals als Co-Trainer der A-Nationalmannschaft ins Spiel. Als er in diesem Frühjahr Löw darauf ansprach, ging es schnell. Sorg rückte noch vor der EM in Frankreich als zweiter Assistent neben Thomas Schneider an die Seite des Bundestrainers.

„Bei einem Turnier ist die Zeit der limitierende Faktor, da muss jede Einheit qualitativ gut und optimal genutzt werden“, sagte Flick. „Da kann es hilfreich sein, wenn man noch einen Trainer für ein spezielles Thema dabei hat.“ Schon vor der WM in Brasilien wurde in dem inneren Zirkel diskutiert, ob ein Co-Trainer genug sei. „Am Ende waren wir zwei klassische Trainer, Joachim Löw und ich“, so erinnert sich Flick. „Dazu Andy Köpke, der als Torwart-Trainer noch einmal eine Sonderrolle hatte. Daneben hatten wir aber vier Fitnesstrainer.“ In Zukunft soll der Bundestrainer vermehrt in der Rolle des alles überblickenden Beobachters agieren. Für Sorg, den am 24. Dezember 1965 in Ulm geborenen Fußballlehrer, der in den 80er-Jahren für den SSV Ulm 1846 in der zweiten Liga kickte, 2011 kurzzeitig als Cheftrainer des SC Freiburg in der Bundesliga beschäftigt war und zwischendurch an der Fachhochschule für Technik in Stuttgart auch das Studium zum Grundlagen- und Bauphysiker erfolgreich abschloss, ist es die einmalige Gelegenheit, sich im Kreis der Weltmeister einen Stammplatz zu erarbeiten.

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