U-11-Eurocup U-11-Eurocup bald mit noch mehr Teams?

Heißer Kampf an Rande der ­Bande.
Heißer Kampf an Rande der ­Bande. © Foto: Schwerdtfeger
Elchingen / Detlef Groninger 22.01.2018

Bayer Leverkusen ist nun Rekordgewinner beim internationalen E-Junioren-Hallenfußballturnier des SV Oberelchingen um den U-11-Eurocup. Durch den 3:2 (1:1)-Erfolg im Finale gegen Titelverteidiger Borussia Dortmund trugen sich die Nachwuchskicker vom Rhein als erster Klub zum dritten Mal in die Siegerliste ein. „Ich hatte meine persönliche Premiere. Ich konnte ein Endspiel in aller Ruhe anschauen“, meinte Turnierorganisator Tom Fuchs.

Es war die 13. Auflage der Talentschau in der an beiden Tagen mit insgesamt 4000 Zuschauern voll besetzten Brühlhalle. So tiefenentspannt war Fuchs lange nicht mehr. „Es ist alles sehr gut gelaufen. Das macht auch das starke Team mit den Helfern aus“, sagte der Turnierchef.

Es gibt Überlegungen, das Teilnehmerfeld beim nächsten Turnier, das 19. und 20. Januar 2019 ausgetragen wird, auf 24 Mannschaften aufzustocken. Hintergrund ist auch, dass am Ende einer langen Turniersaison weniger Eltern die Nachwuchskicker der Bundesligisten begleiten. Vor einigen Jahren hatte ein Vater eines Dortmunder Spielers die Kosten für die Reisen der Eltern nur zu den Hallenturnieren aufsummiert und war auf den stolzen Betrag von 2500 Euro gekommen.

Die Veranstaltung selbst ist bei den Profivereinen über jeden Zweifel erhaben. „Du bekommst hier ein kleines Rundumpaket. Die Leute kümmern sich um alles. Die super Atmosphäre in der Halle ist mit keinem anderen Turnier zu vergleichen“, lobte Paul Klein, U-11-Trainer von RB Leipzig. Sein Team war durch das 3:2 (1:1) nach Neunmeterschießen gegen den SC Freiburg Dritter.

Für reichlich Diskussionsstoff sorgen die Gedankenspiele der Verbände, die Privatturniere komplett nach Futsal-Regeln durchführen zu lassen. „Ich sehe das sehr kritisch. Wenn der DFB das irgendwann vorschreibt, werden wir wohl in den sauren Apfel beißen müssen“, meinte Oliver Schoepp, E-Junioren-Trainer von Borussia Mönchengladbach, vor neun Tagen bei einer ähnlich gut besetzten Veranstaltung im niedersächsischen Riede noch Turniersieger.

Die „Fohlen“ hatten ab dem Viertelfinale nur Konkurrenz aus den nationalen Nachwuchsleistungszentren. Die internationalen Starter hatten sich vorzeitig verabschiedet. Ruben Schneider, Trainer der U 11 des FC Basel: „Das ist keine Überraschung. Die Bundesligisten haben ein größeres Einzugsgebiet für ihre Talente und haben auch viel öfter Vergleiche auf diesem Niveau.“

Auch die Auswahl aus Bosnien-Herzegowina, deren Auftritt vom Verein „Children unchained“ ermöglicht wurde, war sportlich überfordert. Initiator des Vereins ist Elvis Hodzic aus Erbach. Eine Gruppe von Gönnern sorgt seit fünf Jahren dafür, dass fußballbegeisterte Kinder aus armen Familien der Region Tuzla bei Turnieren dabei sind. Ein bosnischer Spieler des Jahrgangs 2002 steht übrigens inzwischen in einem B-Junioren-Kader eines Bundesligaklubs.

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